Klassiker-Leserunde: Der Besuch der alten Dame (Dürrenmatt)

Ich werde es nicht schaffen, bei der Leserunde mitzumachen. Inzwischen hat sich bei mir so viel Lesestoff durch Geburtstagsgeschenke und tolle Funde in öffentlichen Bücherschränken angesammelt. Da ist Einiges dabei, was mich momentan mehr lockt als Dürrenmatt.

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Ich muss gestehen: Ich habe das Buch schon im Januar gelesen. Ich konnte einfach nicht bis März warten. Wird jetzt aber Zeit, dass die Leserunde startet. Sonst habe ich schon wieder alles vergessen. :sweat_smile:

(Spoiler: Ich fand es ziemlich gut :wink:)

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Dich hats mit den Klassikern ja echt erwischt :joy:

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Ich sag ja. Ich bin im Klassiker-Fieber :star_struck:

Jahrelang keine Klassiker gelesen und nun bin ich voll drin. Wobei “Stolz & Vorurteil” und ich aktuell so gar nicht zueinander finden.

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Ich fürchte, das ich ansteckend :grin: . Mich hat es jedenfalls auch erwischt. Ich habe so viele Klassiker im Kopf, die ich gerne lesen würde, mal sehen, was ich davon schaffe. Es gibt auch wieder tolle Neuerscheinungen, und privat ist das Jahr etwas turbulent. Aber vielleicht schaffen wir es ja, übers Jahr die Klassiker-LR aufrechtzuerhalten. Ich freue mich jetzt schon richtig auf die Dürrenmatt-Runde.

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Ich hatte diese Klassikerorientierung vor ein paar Jahren: Goethe und vor allem Fontane habe ich da gern und neu für mich entdeckt, und dabei tatsächlich zu den Reclamheften gegriffen.

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Hui, gerade erst entdeckt. Registriert habe ich das Buch nicht hier, mal sehen ob ich es irgendwo unregistriert habe. Falls nein, könnten es meine Eltern haben, zu denen ich am 10. für eine Woche fahre. Dann könnte ich mitmachen. Gekauft wird gerade nichts bei meinem SUB von weit über 1000 Büchern und 6 Büchern, die ich in derselben Zeit lesen sollte, darunter 4 Rezensionsexemplare. Mal sehen.

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Bin dabei! Ich selber habe das Buch nicht hier, aber bei meinen Eltern steht es, so dass ich es ab 10.03. lesen kann. :blush:

Ob ich es dann mitnehme oder dort gleich ganz durchlese, werde ich spontan entscheiden.

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Ich habe mir das Buch in der Bücherei vormerken lassen, hab im Moment auch Ausgabenstopp für Bücher :-), zum Glück ist es vorrätig und ich kann’s heute abholen, sodass ich am Wochenende dann auch loslesen kann.

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Morgen geht es los mit unserer Leserunde und wir starten mit dem ersten Abschnitt, dem ersten und zweiten Akt. Eine Woche nehmen wir uns Zeit zum Lesen, und ab 15. März diskutieren wir den ersten Abschnitt. Bis dahin können wir uns gerne schon zur Leseerfahrung austauschen, aber noch ohne Spoiler bitte.

Ich wünsche uns alle viel Spaß!

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Heute beginnt die Diskussion des ersten Abschnittes - ich bin gespannt! Leider kann ich mich erst ab morgen selbst einbringen, da wir heute unterwegs sind.

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Ich könnte in Auto einiges lesen und mag das Buch bis jetzt echt gerne. Ich mag aber auch einfach trockenen Humor und wie sich die Figuren gegenseitig hochschaukeln. Ich finde auch total witzig wie an einer Stelle die Schauspieler zur kulisse werden und freue mich jetzt schon später den Film zu schauen. Auch wenn es absurdes Theater ist man ich doch total gerne, wie man merkt was die Stadt und die Entscheidungen mit Ill als Person und seiner Psyche mache

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Mir gefällt es auch gut bisher. Ich bin total blind reingegangen und wusste wirklich gar nichts über die Handlung und es ist ganz anders als das was ich durch den Titel erwartet habe. Es ist auf jeden Fall echt sehr witzig und wirkt immer noch modern und aktuell auf mich. Ich bin total gespannt darauf, was im 3ten Akt passieren wird.

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Auch ich habe bisher nichts über die Handlung gewusst, mir gefällt es ebenfalls. Nur ist mir nicht ganz klar ob ich es lustig oder eher tragisch finden soll.
Einiges ist mir aufgefallen, warum tragen so viele Bewohner Güllens gelbe Schuhe. Was bedeutet das.
Besonders scheinheilig der Pfarrer, den Ill in seiner Verzweiflung aufsucht und der ihn ebenfalls beruhigt, dass ihm keiner was will, aber schon eine Zweite Glocke auf seinem Turm schlägt.

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Spannend, dass ihr das Stück als witzig empfindet. Das tue ich tatsächlich überhaupt nicht. Für mich überwiegt das Tragische deutlich.

In kürzester Zeit zerfällt die Moral der Menschen wenn es ums Geld geht. Die Gier nach Geld ist allgegenwärtig. Dürrenmatt stellt diesen Zerfall gekonnt dar.

@ele Ich habe die gelben Schuhe als Symbol für Gold interpretiert

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Bei meinen Eltern kam ich überhaupt nicht zum Lesen, konnte aber dieses Theaterstück in einem Dürrenmatt-Sammelband mitnehmen. Den ersten Abschnitt habe ich auf der Bahnfahrt heimwärts gelesen.

Auch ich wusste überhaupt nicht, was mich erwartet.

Den ersten Akt fand ich sehr amüsant, wie die Stadt sich auf den Besuch der Milliardärin vorbereitet, wie sie meint, die Heimkehrende spendenwillig stimmen zu können, wie beim Plakat darum gerungen wird, ob man nun die ehemalige Miteinwohnerin und Freundin begrüßt oder die reiche Dame. Und wie dann alles durch ihr Stoppen des Zuges zur völlig falschen Zeit zunichte gemacht wird. Auch, wie klar wird, dass ihr Vater, der Architekt, von dem niemand wusste, welches Bauwerk er geplant hat, für die öffentlichen Toiletten am Bahnhof zuständig war. Einfach zum Schießen.:laughing:

Der zweite Akt ist einerseits weiterhin ein wenig amüsant doch vor allem bedrückend. Wie die Stadtbewohner in dem was sie sagen, Ill ihre Unterstützung zusagen, ihm zusichern, dass sie ihn niemals umbringen würden, auch wenn sie dadurch reich würden, und ihr Handeln ihm permanent vor Augen führt, was sie wirklich denken. Niemand, wirklich niemand kann dem Geld widerstehen. Und wie die Jagd auf den “schwarzen Panther” vorbereitet wird, vordergründig eine Jagd auf die entlaufene Raubkatze von Claire, jedoch natürlich anders zu lesen, da sie ja auch Ill in der Jugend ihren “schwarzen Panther” nannte.

Die Anweisungen zur Aufführung des Theaterstücks sind auch interessant, wie Bürger der Stadt zu Bäumen, Büschen und Waldtieren werden und dann wieder zu Bürgern, etc.

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Ich kannte ja die Geschichte und deshalb war es für mich spannend, was ich noch davon weiß.
Für mich überwiegt auch das Tragische, obwohl Dürrenmatt das Verhalten einiger Darsteller sehr ins Lächerliche zieht. Erstaunlich ist doch, dass sich alle Güllener in ihrer Armut eingerichtet und es so quasi als gottgegeben hingenommen haben. Und dann gibt es eine, wenn auch sehr fragwürdige, Aussicht auf bessere Zeiten und auf einmal erwachen alle aus ihrer Lethargie und geben Geld aus, das sie nicht haben und sie auch nicht wirklich wissen, ob sie es jemals erhalten werden. Für mich stehen die gelben Schuhe als Synonym für ihre „Investitionsbereitschaft“. Das Tragische und Verwerfliche ist für mich, dass alle Bewohner davon ausgehen, dass Ill getötet wird, damit das Geld fließen kann. Nach dem Motto „irgendjemand wird sich schon darum kümmern“.
Und was ist Claires Motivation? Will sie wirklich Rache üben und geht davon aus, dass man mit Geld alles bezahlen kann? Will sie die Güllener prüfen, wie weit sie für Geld gehen würden? Oder will sie die Einwohner wachrütteln, damit sie ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen wie sie es selbst getan hat? Das erfahren wir vielleicht im dritten Akt.

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Ich merke gerade, dass es mir schwer fällt nur zum ersten Leseabschnitt zu schreiben, da ich das Stück schon im Januar gelesen habe und meine Gedanken gerade nicht gut getrennt bekomme.

Ich halte mich also erst einmal zurück und beteilige mich nächste Woche stärker am Austausch.

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Ich denke schon, dass hauptsächlich Rache das Motiv ist, sie kann es sich schließlich leisten.

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Das Tragische überwiegt meiner Meinung nach aber erst im 2. Akt. Im 1. birgt zwar der Name des Städtchens und seine Verwahrlosung und Armut eine gewisse Tragik, aber die Freude über den Besuch der reichen ehemaligen Stadtbewohnerin und der Zusammenhalt der Einwohner überwiegt doch deutlich. Und grotesk anmutende Situationen, wie die, in der Claires Ankunft sich durch ihr Ziehen der Notbremse nach vorne verschiebt sind schon witzig.

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