Sie hat schon verschiedene Seiten. Zum einen stellt sie sich immer wieder Szenarien vor. Sie betritt den Westflügel oder das Cottage und das nächste Mal versteckt sie sich.
Das fand ich schon immer merkwürdig. Ich denke, das Daphne damit vielleicht noch mehr herausstellen wollte, wie wenig Selbstbewusstsein die Protagonistin hat. Besonders im direkten Vergleich zu Rebecca, die ja trotz Abwesenheit sehr präsent ist
Ich interpretiere das so, dass sie zwar grundsätzlich schon neugierig ist und keine Angst hat, fremde Räume zu betreten, sich aber davor fürchtet, dabei beobachtet/entdeckt zu werden, insbesondere von Mrs Danvers.
Stimmt, Geheimnisvoll ist nicht das richtige Wort. Irgendwie ist sie für mich nicht greifbar und ihr Tun und ihr Denken nicht immer so vorhersehbar.
Ich bin mit dem Roman auch schon fertig, konnte mich irgendwie nicht davon trennen.
Ich denke auch, dass der fehlende Name der Protagonistin sie noch austauschbarer macht und nochmal unterstreicht, dass sie nur der Ersatz für die erste Mrs. de Winter ist. Obwohl sie die Protagonistin ist und ihre eigene Geschichte erzählt, wird alles, selbst ihr Name und der Titel des Romans, von Rebecca überschattet.
Ich könnte mir auch vorstellen, dass es auch auf den feministischen Aspekt anspielt, dass sie sozusagen ihre eigene Identität mit der Heirat verloren hat und nur noch die Ehefrau ihres Mannes ist und ihr eigener Name in gewisser Weise nun egal ist, sowie ihr Leben vor der Hochzeit.
Ich hab tatsächlich noch nicht weiter als Kapitel 16 gelesen, weil ich grad noch ein Buch zum rezensieren lese, aber habe bisher ähnliche Gedanken wie ihr.
Mir gefällt besonders gut der Schreibstil, weil er so atmosphärisch ist, aber für einen Klassiker sehr leicht zu lesen.
Ich finde die Protagonistin auch teilweise ein bisschen frustrierend durch ihre extreme Unsicherheit und dass sie gar nicht für sich einstehen kann, aber andererseits wirkt es für mich nicht so unrealistisch, da sie ja anscheinend keine Familie, kein Vermögen und auch keine wirkliche Ausbildung hat, ist ja wirklich komplett abhängig davon, dass diese Ehe funktioniert und hat so große Angst etwas falsch zu machen, dass sie keine Fragen stellen will etc.
Ich denke, da ist auch die gesellschaftliche Schicht bzw. Klasse mit im Spiel, da sie ja anscheinend wie Mrs. Van Hopper ja auch sagte nicht zur Elite gehört und keine Ahnung hat, wie man sich richtig verhält und mit Angestellten umgeht, denn sie war ja selber eine Angestellte vor weniger Zeit. Ich glaube, ich wäre von einer Mrs. Danvers auch eingeschüchtert, besonders in dem Alter.
Ich bin auch noch nicht durch.
Ich habe nebenbei noch ein Hörbuch in der Mangel. Und da kann man leider nicht schneller hören, beim Buch geht das (das schnelle Lesen nicht das Hören😂).
Aber diese Woche will ich mit Rebecca fertig werden.
Ich fand den Roman auch sehr flüssig zu lesen. Ich frage mich, ob das vielleicht an der Übersetzung liegt? Ich habe die Insel Taschenbuch-Ausgabe gelesen und da steht ja direkt vorne „neue Übersetzung“ drauf.
Ich schätze mal, dass die neuen Übersetzungen das Ganze „lesbarer“ für die heutige Zeit machen, oder?!
Ich habe zum Beispiel mal zwei sehr unterschiedliche Übersetzungen bei Stolz&Vorurteil gesehen und da war die neuere Übersetzung gleich wesentlich flüssiger zu lesen.
Das mag sein. Allerdings kann ich mich nicht erinnern, dass ich damals Schwierigkeiten mit dem Buch gehabt hätte, als ich die Ausgabe von 1955 gelesen habe. In meiner Erinnerung war es damals auch schon sehr gut lesbar.
Das kann gut sein, dass das Buch schon immer gut lesbar war. Es ist ja auch „nur“ um die 90 Jahre alt.
Das lässt sich nicht zu Jane Austen vergleichen.
Schneller Hören geht schon. Das habe ich bei „Die Assistentin“ von Caroline Wahl gemacht, weil mir ihre Stimme und das betonte Vorlesen etwas auf die Nerven gegangen ist. Ich gabe die Geschwindigkeit von 1 auf 1.25 gestellt und dann war es erträglich.
Ich wollte Caroline Wahl als Autorin nochmal ne Chance geben, nachdem ich bisher nicht verstehen konnte, was an ihren Büchern so toll sein soll. Das Hörbuch hab ich aber sehr schnell abgebrochen, weil ich das soooo grausam fand. Da hat gar nix gepasst meiner Meinung nach, Caroline Wahl kann einfach nicht vorlesen. Wortendungen hat sie ständig verschluckt (älta, un, nich…), die Atempausen passen nicht und die Betonung…völlig laienhaft. Nachdem das Hörbuch ziemlich verrissen wurde, hat der Verlag ja die Reißleine gezogen und es von Chantal Busse neu einlesen lassen. Tja, da wollte Caroline Wahl wohl am falschen Ende sparen. Es wundert mich, dass die Autorenlesung überhaupt veröffentlicht wurde. Die professionelle Sprecherin braucht auch 40 min weniger.
Das erste Buch von Caroline Wahl fand ich noch gut, aber beim zweiten Band hat mich die Protagonistin und ihre Denk- und Handlungsart furchtbar aufgeregt. Ich habe das Buch dann abgebrochen und beschlossen, keine Bücher mehr von ihr zu lesen.
Das Hörbuch von ihr muss ja schrecklich gewesen sein nach deiner Beschreibung. Gut, dass ich nur gelesen habe.