Die neuen Leseproben - JUNIOR

Achja, noch ein wichtiger Nachtrag von mir (hab ich auch in meinen LE geschrieben)

Man sollte mit den Kids natürlich drüber reden, wie das Wort eigentlich heißt (bzw. ausgesprochen wird) - und somit die Unterschiede rausarbeiten.

Denn nur wer richtig hört, kann auch richtig rechtschreiben!!!

(Als Beispiel die ss-ß Schreibung; allen voran das Wort Straße, das ich sooooooooo oft falsch lese, was mich auch immer total narrisch macht.
Denn schon beim (richtigen) Aussprechen höre ich, WIE das Wort geschrieben wird. Und dass zB Nuss eben ein Doppel-s erhält.

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Da hast du zwar vollkommen recht, da würde aber die Zielgruppe vorallem von Eltern, die das richtig macht, aus Erfahrung durch meine Schwester, die Volkschullehrerin ist, schon recht klein werden :see_no_evil_monkey:!

Die hat nicht nur einmal schon gehört, wieso sollen wir daheim mit unserem Kind lesen üben, das macht er/sie doch eh in der Schule…..

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Das ABC-Buch hat für mich schon allein vom Titel und der Aufmachung her die Intention, Kinder mit dem Alphabet und der Sprache vertraut zu machen. Und mit 4 Jahren beginnen Kinder bereits, sich für Buchstaben und das Lesen zu interessieren. Ob so kleine Kinder die Wortspiele von den echten Worten unterscheiden können bzw. da nicht doch eher das Falsche hängenbleibt… Im Lehramtsstudium lernte ich, niemals etwas Falsches absichtlich an die Tafel zu schreiben, auch nicht zu Demonstrationszwecken (Ich habe das Studienfach später auf Diplom gewechselt, aber daran erinnere ich mich noch). Außerdem schauen ältere Geschwisterkinder mit rein, die vielleicht gerade Lesen lernen. Ich halte es einfach für bedenklich, ein Buch rauszubringen, das nur mit Erklärung der Eltern in Kinderhände sollte und von den Eltern eine höhere Sprachkompetenz im Deutschen fordert sowie die Bereitschaft, es ausführlich mit den Kindern zu besprechen. Das schließt sehr viele Familien aus.

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Es kommt ja selten vor, dass mir bei Junior gleich zwei Bücher in einer Woche so überhaupt nicht zusagen, aber neben dem NEINhorn-ABC war das diese Woche das Astrologica-Buch. Wenn Astronomie mit Astrologie vermischt wird, Wissenschaft mit Esoterik, dann treibt das meinen Puls in die Höhe. So etwas Kindern als “Sachbuch” anzubieten, da schüttelt es mich. Mit 10 Jahren übernehmen Kinder gewöhnlicherweise noch unkritisch die Sichtweisen, die in Sachbüchern vermittelt werden, und stellen Sternzeichen-Hokuspokus auf dieselbe Stufe wie Astronomie. Man kann Mythen zu Sternbildern erzählen, keine Frage, aber dann bitte als Märchenbuch kennzeichnen.

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Ich habe mal schon erlebt, dass ein Buch um Mitternacht dazugekommen ist. Ich glaube, das war sogar ein Tiptoi-Buch.

Haha, ich kenn dich ja nicht persönlich, aber ich stell mir das dann immer so trocken humorvoll vor und muss bei solchen Aussagen herrlich Schmunzeln! :rofl: Danke!

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Ich verstehe deinen Punkt und mag es auch nicht, wenn unwissenschaftliche Sachen als Fakten präsentiert werden.

In diesem Fall finde ich es harmlos, für mich gilt es als eher Kultur. Ganz eng betrachtet sind Sternbilder auch nicht wissenschaftlich und haben nur mit Astrologie zu tun. Die Sterne in einem Sternbild haben ja in der Realität nichts miteinander zu tun. Sie werden aber auch in Weltall-Sachbücher erwähnt.

Ich verstehe, was Du meinst. Bei diesem Buch habe ich aber schon den Eindruck, dass Astrologie, Horoskope, Tierkreiszeichen als Wissen, nicht nur als mythische kulturelle Erzählungen angesehen werden. In der Kurzbeschreibung steht auch, dass dieses “Kindersachbuch (…) kosmisches Symbolwissen” vermittelt. In Weltall-Sachbüchern ist das schon noch mal anders.

In zwei Wochen sind gleich zwei interessante Bücher dabei. Mit “Südkorea” setzt arsEdition die tolle Länderreihe fort, und der dritte Teil von FREI kommt raus. Da bin ich sehr gespannt, den ersten Band fand ich grandios, den zweiten enttäuschend. War ja klar, dass beides in einer Woche kommt :grin:

Solche Eltern werden wohl eh keine “Zielgruppe” sein, denn die wollen ja eh nicht vorlesen…

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Als meine Tochter in dem Alter war, hat sich kein Kind aus dem Umkreis dafür interessiert. Maximal den eigenen Namen in Großbuchstaben schreiben zu können. Ob das jetzt anders ist, kann ich nicht beurteilen. Aber deshalb sollte so ein Buch eben nur vorgelesen werden.

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Und wenn die Kinder etwas älter sind, kann es auch gut zur „Fehlersuche“ genutzt werden. Meine Zweitklässlerin hätte da viel Spaß dran und mein LRSKind wäre heillos überfordert.

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Mein Patenkind ist tatsächlich auch schon länger am Schreiben interessiert und wir bald 5. Allerdings bin ich da teilweise etwas skeptisch, wie dieses Interesse gefördert wird. Ich bin da immer unsicher, ob die Dinge da nicht anders lernt, als es in der Schule vorgesehen ist und ob das nicht auch zu Problemen führen könnte. Als Nichtpädagogin würde ich da ehrlich gesagt immer die Finger von lassen.

Aus den Erfahrungen mit meinem Sohn würde ich sagen: Man kann um alles froh sein, was das Kind schon kann, wenn es in die Schule kommt. Das wurde uns auch von den Grundschullehrer:innen so signalisiert. Das Problem ist eher, dass heute vielen Grundschüler:innen wichtige Fertigkeiten fehlen, wenn sie eingeschult werden, und so Kapazitäten der Lehrer:innen binden.

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Ich befürchte, dass es auch nicht so gut ist, wenn man das Schreiben falsch gelernt hat.Wörter nur als Abfolge von Buchstaben auswendig zu lernen halte ich nicht für sinnvoll.

Ich verstehe aber was du meinst. Viele Kinder sind gar nicht schulfähig und die Lehrkräfte müssen da viel Zeit reinstecken. Bei uns gibt es von der Gemeine extra ein ergotherapeutisches Angebot, das schon im Kindergarten beginnt.

Wie gesagt, rückblickend sehe ich das völlig unkritisch. Auch in Mathematik hat man immer gesagt, man solle den Kindern nichts beibringen, weil die Rechenwege in der Schule anders gelernt werden. Mein Sohn ist inzwischen in der 6. Klasse auf dem Gymnasium, es gibt so gut wie nie Hausaufgaben, der Rechenweg ist völlig wurscht, und inzwischen erklären mein Mann und ich (sind beide Naturwissenschaftler) ihm den Stoff so, wie wir es selbst gelernt haben, weil er es so viel besser versteht. Da so viel vom Lehrer, dem Kind selbst und den Umständen abhängt, muss man das individuell entscheiden, wie es gerade am besten ist. Hätte ich nochmal ein Kind, würde ich vor der Grundschule schon deutlich mehr selbst machen (Interesse des Kindes natürlich vorausgesetzt) und hätte keine Angst davor, irgendetwas falsch beizubringen. Am Ende zählt, dass es funktioniert.

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Beim Rechnen hätte ich da ehrlich gesagt auch weniger Bedenken. Beim Schreiben gibt es aus meiner Sicht mehr Fallstricke. Das hat für mich auch das Schreiben nach Gehör gezeigt, wo die Kinder erst mal nicht korrigiert wurden, um „den Spaß nicht zu verderben. Das wurde ja sogar an Schule praktiziert.

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So einen Unsinn wie Schreiben nach Gehör würde ich meinem Kind auch nie beibringen. Es gibt inzwischen eine Vielzahl an spielerischen Schreib- und Leselernbüchern, -heften, -boxen etc. fürs Vorschulalter zB mit Schwungübungen, die von Fachkräften entwickelt wurden. Beim Rechnen gibt es tatsächlich sehr unterschiedliche Wege, wie die Grundrechenarten vermittelt werden, und ob schriftlich, halbschriftlich etc. Wir haben uns in der GS auch an die Wege aus dem Buch gehalten, im Gymnasium zählt zumindest bei dem Lehrer, den er bisher hatte, nur noch, dass es grundsätzlich korrekt ist bzw. das Ergebnis stimmt.

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Da hast du natürlich am Ende leider Recht :sweat_smile::see_no_evil_monkey:

Es gibt aber eben auch eine Vielzahl an Influencern, die Produkte vermarkten, die diesen Ansprüchen nicht gerecht werden.