Die neuen Leseproben - Juhu oder Buh?

Ahhh okay, wann war das ? Ich hab das buch nämlich am freitag bekommen, da waren die fehler also noch drin!

Anfang Dezember. Hast Du das Buch über NetGalley? Ich vermute, dass HoCa da dann keine aktualisierte Version hinterlegt hat, sondern nur das Buch für den Verkauf anpasst. Ich habe mit einem Verlagsmitarbeiter damals deswegen mehrfach gemailt, der Fehler wurde lokalisiert. Er betraf nur das epub, nicht das Printexemplar.

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Ich könnte mir vorstellen, dass die Jugendlichen, die du sprechen hörst, nicht diejenigen sind, die viel lesen (weder deutsch noch englisch) :wink:

Gerade im Genre YA/NA sind die sprachlichen Anforderungen an die Leser:innen ja nicht gerade überwältigend - weder deutsch noch englisch. Und bei so mancher deutscher Übersetzung fand ich es sprachlich schon merkwürdig, hab mir dann beim Lesen überlegt, wie das Englisch klingen könnte - und da gibt es einfach eine sprachliche/kulturelle Barriere, die nur schwierig zu übersetzen ist. Man sieht das ja auch, wenn man deutsche Originale mit englischen Originalen vergleicht: Die Textkultur ist einfach anders. Und wenn man da durch Social Media/Internet im englischen Kulturkreis drin ist (wie es viele junge Leser:innen sind), dann kann ich mir gut vorstellen, dass das Original einfach mehr Spass macht oder passender ist. Und klar wird da auch ein Teil der Motivation „Profilieren“ sein, wenn man es denn negativ werten möchte. Ich glaube aber, dass es auch um Teilhabe an einer (Text/Sprach)Kultur geht. Und meine eigene Erfahrung ist auch, dass es einem echt merkwürdig erschein, einer Diskussion, die in einer Sprache geführt wird mit einem anderen sprachlichen Hintergrund beizuwohnen.
Beispiel: Ich kann in Englisch herrlich über Autos und Motoren diskutieren, bringe auf Deutsch dazu aber keinen geraden Satz raus. Jugendlichen, die sich literarisch englisch sozialisiert haben (Social Media, Blogs etc) mag das da ähnlich gehen. Da ist dann die Lektüre des englischen Originals eigentlich logisch und natürlicher.

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Ja genau! Ah okay, klingt logisch ! Danke für die Aufklärung :slight_smile:

Da magst Du sicher recht haben. Und ja, manche Übersetzungen sind sprachlich wirklich merkwürdig, nicht nur bei Englisch. Das fällt mir in letzter Zeit verstärkt auf, und ich frage mich, ob schludriger übersetzt wird als früher schon allein durch die Masse der Bücher. Habe gerade ein Buch, das im Original auf Englisch ist, und die Übersetzung hat so viele sprachliche Fehler im Deutschen, die ich schon merke, ohne das Original zu kennen. Bei einem Buch aus dem Chinesischen war es kürzlich ähnlich, ebenso bei einem aus dem Spanischen. Teilweise klingen die Sätze so holprig, dass man sie zweimal lesen muss, um zu wissen, was gemeint ist. Man spürt einfach, dass beim Schreiben in einer anderen Sprache gedacht wurde.

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Kann mir auch gut vorstellen, dass ein gewisser Druck herrscht, gewisse Bücher möglichst rasch zu übersetzen - und ich finde, dass man je nach Verlag und Genre ganz klar Qualitätsunterschiede feststellen kann. So ganz privat und ohne dem nachgegangen zu sein, frag ich mich manchmal auch, inwiefern bei Übersetzungen wohl auch KI eine Rolle spielt…
Bei Übersetzungen geht es ja auch nicht nur um die Übertragung von Worten von einer in eine andere Sprache. Eine gute Übersetzung übersetzt eben auch kulturelle Aspekte und Bedeutung. Das geht dann wohl eher verloren, wenn Zeitdruck herrscht. Und ist wohl auch unterschiedlich schwer, je nach Sprache. Man merkt das ja schon Deutsch-Englisch - obwohl sich die beiden Sprachen nicht extrem fremd sind (in Struktur) und eine kulturelle Annäherung stattgefunden hat durch die Omnipräsenz des Englischen. Bei spanischen und französischen Übersetzungen fällt mir der sprachkulturelle Graben mehr auf - Chinesisch muss dann nochmal eine ganz andere Liga sein (Kultur abseits der Sprache).

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In 14 Tagen sind mit den Themen „Leben und Sterben“ und TBC recht ernste Themen dabei. Grundsätzlich sehr interessant, aber im Moment ist mir das zu schwer und ich brauche eher positive Lektüre. Das Leben ist gerade schwierig genug.

Diese Woche habe ich mich auf das Buch von J. Dicker beworben, aber ich rechne mir da keine Chancen aus…

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Die Übersetzung wird auch großteils von Software automatisch gemacht. Das war schon vor KI so: Auch professionelle Übersetzer lassen alles automatisch machen und prüfen einfach.

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Tatsächlich? Das war mir nicht bewusst. Gilt das auch für anspruchsvolle Literatur? Es ist kaum vorstellbar, dass Ernaux, Fosse usw. automatisch übersetzt werden, gerade weil ja nicht nur 1:1 übersetzt werden muss, sondern der kulturelle Aspekt, wie @leelo ja schon schrieb, berücksichtigt werden muss. Das macht ja eine erstklassige Übersetzung aus.

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In der Tat, es war lange vor KI so. Mir fiel auf, wenn deutlich sinnentstellend übersetzt war (nur die Wörter ungeachtet der Bedeutung), dass dann stets der Begriff gewählt wurde, der z. B. in Leo.org in der ersten Zeile steht, auch wenn 25 weitere Bedeutungen aufgelistet waren. D. h. das Programm wählt nach Häufigkeit - oder nach Bequemlichkeit.

Ein besonderes Problem ist offenbar die kulturelle Überschneidung, wenn z. B. eine Handlung aus dem Englischen übersetzt wird, die in Afrika oder China spielt. Da kannst du heute nicht mehr voraussetzen, dass die Übersetzer bemerken, dass Dschingis Khan keinen Bleistift aus dem Stiefelschaft zog (Fantasie-Beispiel von mir).

Vermutlich ist das auch eine Frage des Lektorats, ob ein übersetzter Text z. B. nochmal lektoriert wird.

Das kann man meiner Meinung nach nicht so verallgemeinern :thinking: Ich denke das wird vorkommen, aber nicht bei einer vernünftigen Übersetzungsarbeit.
Ich folge Übersetzerinnen bei YouTube und Instagram, die von ihrem Alltag erzählen und da läuft das anders. Die stecken da sehr viel Recherchearbeit rein. Und haben sogar mal erzählt, dass es genauso aufwändig wäre, wenn man einen Text automatisch übersetzen lassen würde und ihn dann kontrollieren müsste, wenn man es ordentlich macht.

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Das klingt für mich auch einleuchtender. Ich habe mal ein Interview mit dem Übersetzer von Jon Fosse gesehen, da klang das ähnlich. Jon Fosse hat darin auch seine Dankbarkeit gegenüber sienem Übersetzer ausgedrückt. Ich denke,bei gehobener Literatur, wo die renommiertesten Übersetzer am Werk sind, läuft das nicht mit Software. Bei seichter Massenware und auch weniger guten Übersetzern ist das vielleicht anders.

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Wie bei allem gibt es Stufen.

Ich habe vor 20 Jahren eine Übersetzerin kennengelernt. Sie hatte mir ihr Software gezeigt, wo sie ihr Text eingibt und das Software automatisch einen Vorschlag gibt. Es gab auch eine Art KI, wo das Software „lernt“ wie der Nutzer bestimmte Redewendungen übersetzt.

Natürlich bei Literatur kann ich mir vorstellen, dass die Übersetzer mehr Zeit investieren, als bei gängigen kommerziellen Texten.

Ich denke auch, dass die Leute die in den Sozialen Medien erfolgreich sind, auch überdurchschnittliche Arbeiten leisten.

Es mag sein, dass das einige machen, aber bestimmt nicht alle. Eine Freundin von mir arbeitet seit Jahren als Übersetzerin, sie nutzt keine Übersetzungsprogramme oder KI. Aber sie hat mir auch bestätigt, dass der zeitliche Druck höher geworden ist, damit die deutschen Übersetzungen schnell auf dem Markt ist.

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Hurra, in 13 Tagen kommt „Frau im Mond“ von Pierre Jarawan dazu! Tschüss Punkte! :wave:t4::joy:

Ich wollte zuerst auch Punkte dafür einlösen, habe dann aber gelesen dass es sich um eine Neuausgabe handelt und es das Buch eigentlich schon lange gibt. Bin daher unsicher ob es mir die Punkte wert ist. Werde das dann spontan aus dem Bauch heraus entscheiden und je nachdem ob ich noch ein Wunschbuch ergattere. :slight_smile:

Ich habe mir fest vorgenommen mich von den Junior Büchern fernzuhalten, aber das wird zugegebenermaßen immer schwieriger. Da sind schon wieder sooo tolle Bücher angekündigt :star_struck::star_struck::star_struck:

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Also ich lese inzwischen mehr auf Deutsch/deutsche Autor:innen - hat sich so ergeben, vor allem auch dank VA und veränderter Lesegewohnheiten denke ich - habe früher aber fast nur englisch gelesen und finde Originale oft immer noch besser. Nicht weil hip oder so, sondern weil manche Übersetzung einfach die Feinheiten oder Redewendungen o.ä. nicht 1:1 hinbekommt, genauso wie andersherum ja auch. Da gehen dann schon manchmal ein Stück der Stimmung und des Schreibstils verloren.

Ein gutes Beispiel war Am seidenen Faden von Alan M. Clark. Die Geschichte war richtig gut, aber ich fand die Übersetzung ziemlich misslungen. Bin darüber auch mit dem Autor ins Gespräch gekommen und konnte dann nochmal das Original lesen, da habe ich vieles besser verstanden und die Stimmung kam auch besser rüber.