Suche bestimmte Art von Jugendbüchern

Briefroman…da denke ich mit Grausen an den jungen Werther…das war die einzige Klassenlektüre, die ich nie beendet habe. Dieses selbstmitleidige Gejammere fand ich so furchtbar.

15 ist aber schon nochmal etwas anderes, da hat mein Sohn ja noch über 3 Jahre hin.

Eben deshalb sagte ich „Richtung“. Es ging auch viel um Älter werden, Verantwortung übernehmen, Freunde finden und die Welt entdecken. Ich weiß, dass ich damals in der Klassenarbeit einen Brief geschrieben habe, wie der Protagonist seine Freundschaft versucht zu erklären.

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Bei Mädchen hätte ich noch Conni und Co vorgeschlagen oder später Conni 15. Dort finde ich es sehr realitätsnah. Aber evtl. lesen hier ja auch Mädelsmamas mit.

Da hat er ja Glück, dass er nur 2 lesen muss(te).
Meine Tochter hatte in der 1. Klasse Gymnasium (bei euch 5. Klasse) sechs Deutschlektüren!!
Bis auf die letzte (das war eben „Herr der Diebe“) waren alle dünn, aber ich fands trotzdem sehr viel.
Die Vorstadtkrokodile, die ich und jemand anders auch erwähnt hatten, waren da auch dabei.

In der 2. Klasse hatten sie nur 4 Bücher. Aber es haben ihr alle leider nicht gefallen, ich kann deinen Sohn da ganz verstehen. Alles, was man „muss“, wird in dem Alter eher abgelehnt.

So erlebe ich es auch, und auch ich hatte als Schülerin etwas später so eine Phase, wo ich aus Prinzip um jedes Buch einen Bogen gemacht habe, das ein Deutschlehrer empfohlen hat, und das, obwohl ich schon immer ein Bücherwurm war.

Sechs Deutschlektüren in einem Schuljahr - das ist ja schon extrem, und kann Lesemuffeln das Lesen erst recht verleiden. Bei uns damals (90er) waren es nach meiner Erinnerung immer 2-3 pro Jahr. Die waren auch immer eher dünn, zB in der 5. und 6. Klasse Die Outsider, Danny und die Fasanenjagd, Die Welle, Die Wolke, Geh nicht nach Gorom-Gorom, ab der 8. dann v.a. Klassiker wie Der Schimmelreiter, Der zerbrochene Krug, Die Physiker usw. Der Herr der Diebe ist mit 400 Seiten für die 5. Klasse viel zu dick - wer langsam liest, braucht dazu ewig, vor allem, wenn man es nicht mag. (Ich hätte es als Schülerin gehasst, weil ich damals Fantasy komplett abgelehnt habe, wäre aber immerhin flott im Lesen gewesen). Es gibt ja andere Fächer auch noch außer Deutsch, auf die man sich vorbereiten muss.

Ich fand Herr der Diebe für die 5. auch zu dick. Und schon auch komplex. Fantasy ist das ja nicht.
Aber seitdem sie eben Bücher, die nicht ihrem Beuteschema entsprechen, lesen muss, hat sie das Interesse am Lesen verloren. LEIDER!!! :cry:

Ich hatte in der Unterstufe gar keine Schullektüre (zumindest kann ich mich an nichts erinnern).
Dafür hatten wir in der Oberstufe sämtliche gelbe Reclam Hefte - und das hab ich alles gehasst. Da hätte ich lieber „normale“ Lektüre gelesen, wie meine Tochter jetzt hat.
Sie ist ja jetzt auch schon in der Oberstufe , und letztes Jahr hatten sie zB Die Tribute von Panem gelesen. Sowas hätte mir damals gefallen!! Und nicht Shakespeare , Moliere etc in verstaubter Sprache.

Der Verlag selbst führt es als Fantasy. Und ein Karussell, das dazu führt, dass derjenige, der darauf mitfährt, sein Alter verändert, ist für mich eindeutig nicht mehr real. Ich habe mir gerade die Beschreibung auf Wikipedia durchgelesen und muss sagen, dass ich die schon kaum bis zum Ende durchgehalten habe. Das Buch wäre sicher nichts für uns.

Was Schullektüre in der Oberstufe angeht, geht es mir umgekehrt. Da sollten im Gymnasium eindeutig Klassiker den Vorzug bekommen, das gehört für mich einfach zur gehobenen Allgemeinbildung, die ich nach dem Abitur voraussetze, dazu. Ich habe die damals auch sehr gerne gelesen, sogar in meiner Freizeit (Die Ablehungsphase hatte ich früher, in der Mittelstufe).

Ach ja, dieses Karusell. Das ist aber auch das einzige. Das kommt erst ziemlich spät und hat mich beim Lesen auch total verwirrt, weil die Geschichte bis dahin real ist.

Ich habe mir nun alle Vorschläge angesehen und könnte mir vorstellen, dass Ziemlich zappenduster und Mein geniales Leben etwas für uns sein könnten (danke an @misspider und @alinescot !). Ersteres hat sogar die Onleihe vorrätig - ist schon vorgemerkt.

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Vielleicht sollten wir zwischen Pflichtlektüre und Entspannungslektüre unterscheiden. Die Vorstadtkrokodile werden seit Jahrzehnten als Klassenlektüre gelesen. Darum würde ich sie keinem Kind empfehlen, das abschalten möchte oder sich mit Gleichaltrigen über aktuelle Freizeitlektüre unterhalten. Dass Schullektüren inzwischen zeitgemäßer sind, hat auch erhebliche Nachteile. Deutschunterricht hat etwas Scheck-haftes, wenn diese Texte „in die Tonne gehauen“ werden.

Ich kritisiere solche Vorschläge von Pflichlektüren auch in Literaturlisten von Sachbuchautor:innen, die ältere Schullektüren als gute Jugendliteratur empfehlen. Von diesen Autor:innen erwarte ich einfach mehr. (Es wird oft kritisiert, es gibt zu wenig Rollenvorbilder in Kinderbüchern) … und dann kommen Expert:innen teils mit ihren eigenen betagten Lektüren an, die seitdem gewiss nicht die einzigen Bücher mit Thema Teilhabe/Diversität geblieben sind …

Ich reagiere generell hochallergisch auf den Begriff „Pflichtlektüre“ - da habe ich schon keine Lust mehr auf das Buch. Zumal dieses Etikett oft inflationär in Rezensionen von Laien wie uns hier vergeben wird, die mehrheitlich nicht im Schulbetrieb tätig sind. Das empfinde ich als anmaßend. Ich schreibe auch ganz selten mal, dass ich mir ein Buch aus diesem oder jenem Grund in einer bestimmten Altersklasse als Klassenlektüre vorstellen könnte, aber ob es wirklich geeignet ist, muss dann eine pädagogische Lehrkraft entscheiden.

Nicht ohne Grund gibt es - zumindest in Bayern - kein einziges Buch mehr, das verpflichtend im Unterricht gelesen werden muss. Bis vor ein paar Jahren war das noch Faust, aber auch der ist inzwischen optional.

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Genau sehe ich das auch. Wenn eine Laienrezension fordert, ein Buch sollte Schullektüre werden, frage ich mich zuerst, ob die Person im Ausland lebt (könnte ja für Österreich oder die Schweiz sinnvoll sein) und Vorschlagende sich schon mal den Kanon angesehen haben, was an Schulen in den letzten Jahren gelesen wurde. (An unserer Schule war er öffentlich einsehbar - und es gab nichts daran auszusetzen.) Da gibt es schlicht die Anforderung, dass bestimmte Textarten unterrichtet werden sollten oder dass in der Oberstufe Titel gesucht sind, die verfilmt oder dramatisiert wurden. Daran scheitert dann meist die Vorstellung, was man selbst wichtig findet, „müssten“ Schüler lesen. Evtl. sind die ja in ihrer Lektürewahl den Vorschlagenden schon ein Stück voraus.

Genau so ist es, die Bücher müssen oft zusätzliche inhaltliche oder formale Kriterien erfüllen, die nur aus dem Lehrplan ersichtlich sind. Innerhalb eines bestimmten Rahmens können die Lehrer dann eine Auswahl treffen.

Zu sagen, dass man sich ein Buch als Schullektüre vorstellen könnte, finde ich OK, Rezensionen können Lehrkräften ja durchaus auch Impulse geben oder Bücher ins Blickfeld rücken, die man noch nicht auf dem Radar hatte. Mich stört tatsächlich das Etikett „Pflichtlektüre“, weil es die Entscheidung vorwegnimmt.

Dass man das Thema aktuell, den Wortschatz für die Unterstufe passend oder ein Buch für eine gute Diskussions-Grundlage hält, ist als Lob ja nicht verkehrt.

Weil du Internatsgeschichten angesprochen hast, kennt dein Sohn schon „Die Unausstehlichen & ich“ von Vanessa Walder? Enni, die Hauptfigur ist 11 Jahre alt und wird von ihrer Pflegefamilie in ein Heim gesteckt, aus dem sie so schnell wie möglich wieder abhauen will. Meiner Tochter und mir haben die drei Bände sehr gefallen, aber schau dir auf jeden Fall eine Leseprobe an, die Geschichte wird aus der Perspektive von Enni selbst erzählt und enthält jede Menge (im Nachhinein wieder durchgestrichene) Schimpfwörter…

Ich wollte auch grad vorschlagen:
Die Unausstehlichen & ich. V. Walder
Genial normal, W. Sutcliffe
Freischwimmen, Adam Baron

Hi, bin hier etwas verspätet über Deine Frage gestolpert und wollte auch noch meinen Senf dazugeben.
12J. ist ein schwieriges Alter für lesende Kids, da manche Themen der „Großen“ sie noch nicht reizen und auch ein Überangebot an Fantasy etc.besteht.
Alltagsstories gibt es aber schon, nur wenn sie auch noch lustig sein sollen, wird es irgendwann schwierig…
Ich hab ne kleine Liste, falls Du durchgucken magst- vllt. ist doch was dabei…
Rutter, Ich heiße Billy Plimpton 978-3-85535-650-8
Benjamin,Die Suche nach Paulie Fink 978-3423627849
Scherz,Sieben Tage Mo ‎ 978-3522186483
Paulsen, Allein in der Wildnis ‎ 978-3551352248
Kelly, Vier Wünsche ans Universum 978-3423627504
Connor, Die ganze Wahrheit(wie Mason Buttle sie erzählt) 978-3423627719
Engström, Ihr kriegt mich nicht 978-3423624923
Höfler, Feuerwanzen lügen nicht 978-3407813466 und andere Bücher der Autorin!
Hupperts, Schön wie die Acht 978-3407813473
Alles Gute!

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Da fällt mir leider nichts ein. Denn wenn es nicht die Genres sind, die Du ansprichst, sind die Bücher oft mit so vielen Problemen beladen, die dem Alter nicht angemessen sind. Ich habe versucht, mich an ältere Bücher zu erinnern, die meine Kinder gelesen haben, aber da fällt mir auch nichts ein. Wie wäre es vielleicht mit Erich Kästner?

Vielen Dank, ich werde mir die Bücher alle mal ansehen!

Ich habe ‚5 Freunde‘ verschlungen, meine Kinder teilweise auch. Meinen Bruder und auch meinen Sohn habe ich mit 11/12 durch den kleinen Hobbit zum Lesen bekommen, aber das ist ja nicht das gesuchte. Von Klaus Kordon gab es viele Bücher die ab dem Alter langsam interessant werden. Das was nicht direkt mit Geschichte zu tun hat heißt, glaube ich, ‚die Reise zur Wunderinsel‘. Vielleicht ist das was?