Würdet ihr Rezensionen melden, wenn das Buch noch nicht erschienen ist, der Verlag erst zum Datum X verschickt hat und die Rezension ein Tag nach dem Verlosungstag verfasst wurde? Das kann ja kaum sein und noch dazu ist die Rezension wenig aussagekräftig…
Es gibt ja durchaus Rezensionsexemplare, die lange vor Vorablesen-Aktionen versandt werden oder Bücher, die User schon vor Jahren in der Originalsprache gelesen haben. Wenn die Rezension wirkt, als wäre sie Platzhalter und das Buch noch ungelesen, würde ich es melden und nach einiger Zeit nochmal drauf schauen, ob der Text überarbeitet wurde.
Das ist grundsätzlich möglich, wahrscheinlich hat diese Person das Buch von NetGalley erhalten. Ich habe z. B. von NetGalley ein Buch, das nächste Woche hier verlost wird.
Das ist sicher kein Grund. Denn man bekommt ja Rezensionsexemplare auch von anderen Portalen. NetGalley zum Beispiel. Ich habe zum Beispiel oft Bücher schon gelesen und die Rezension geschrieben, bevor diese hier überhaupt verlost sind. Die Qualität der Rezension ist allerdings eine andere Frage…
Kommt immer auf die Rezension an. Ich konnte bspw. Die Insel meiner Schwester zufällig ertauschen - Tage bis Wochen vor der Verlosung hier! Das ist sicher nicht die Regel, aber manchmal hat man einfach Glück, kann ein vorablesen-Buch früh ergattern und muss dann nicht mal hier in den Lostopf hüpfen. Ich hätte das Buch also schon längst rezensieren können, habe mich nur dazu entschieden, lieber erst noch ein paar andere Bücher zu lesen. Theoretisch hätte meine Rezension aber schon hier erscheinen können, obwohl das Buch hier noch nicht mal verlost war!
Es gibt Möglichkeiten, lange im Vorfeld an ein Buch zu kommen. Vorablesen ist ja nicht der einzige Weg.
Ich würde es immer von der Rezension abhängig machen - hat das Ding die Bezeichnung Rezension verdient, sieht man, dass das Buch gelesen und sich wirklich damit auseinandergesetzt wurde? Oder wurde nur schnell 08/15 was dahingeklatscht und ist es offensichtlich, dass man damit nur Punkte abstauben wollte?
Aber möglich ist es definitiv, Bücher schon zu haben und zu lesen, bevor sie hier verlost wurden und bevor der Verlag sie versendet hat.
Ich hab die Insel meiner Schwester auch nicht von netgalley, sondern konnte es privat mit jemandem tauschen, der es schon hatte. Vielleicht hat die betreffende Person das Buch, um das es geht, auch woanders her. Es muss ja nicht netgalley sein.
Aber ohne die Rezension gesehen zu haben, ist es schwer bis unmöglich einzuschätzen, ob man sie melden sollte oder nicht. Es gibt ja immer Rezensionen, die aussagekräftiger sind und solche, die es halt nicht sind. Ist es eine, die einfach nur wenig aussagekräftig ist oder eine, die den Eindruck macht, dass das Buch nie gelesen wurde und nur ein paar Sätze beinhaltet, die wirklich auf jedes Buch zutreffen könnten?
Du weißt, dass man auf netgalley manche Bücher schon Monate im voraus erhält?
Und vielleicht hat betreffende Person das Buch auch schon auf Englisch/Französisch/Malayisch/Marisanisch gelesen und braucht jetzt nur noch zu rezensieren.
Jedenfalls hast du zu wenig Kontext gegeben, als dass man das so beantworten könnte.
Ich habe mal im Buchhandel gearbeitet, da bekommt man Bücher nicht selten Wochen im Voraus, um Bescheid zu wissen bzw. um Kunden sowie Kundinnen gut beraten zu können …
Und wenig aussagekräftig ist relativ - vielleicht kann die Person sich nicht so gut ausdrücken, sie hatte evtl. einen schlechten Tag oder konnte mit dem Buch nicht viel anfangen…
Ich hab mal eine Frage, ob vielleicht jemand anderer auch eine gewisse Userin und ihre Rezensionen sehr auffällig findet?
Sie hat eigentlich unter sehr vielen erst neu verlosten Büchern bereits Rezensionen stehen, die sich vom Schema wiederholen und oft nichtssagend sind!
Beim neuen Wieso Weshalb Warum Wasser, das letzte Woche verlost wurde, hat sie bereits am Freitag eine Rezension eingestellt und so bin ich auf ihr auffälliges Profil gestoßen…
Ja, das fand ich auch auffallend… Anscheinend jemand der sehr viel liest und direkt alle Bände schon erhalten hat, auch von den anderen frisch verlosten Büchern.
Auffälligerweise werden aus der letzten Verlosungswoche gleich drei Bücher von junior rezensiert, und das von zwei Verlagen, die ihre Bücher recht restriktiv anbieten, und mit diesen Titeln auch weder bei NG noch LB vertreten sind. Penguin beliefert sonst eigentlich nur Blogger ab einer bestimmten Reichweite. Würde auch dazu raten, es @vorablesen zu melden.
Die Kriterien haben nicht nur etwas mit Reichweite zu tun - ich kann nicht im Detail darauf eingehen, aber es gibt auch andere entscheidende Kriterien. Es ist vielleicht keine so gute Idee zu einer Meldung zu raten, wenn man keine wirklich umfangreichen Einblicke in die Vergabe von Lese/Rezensionsexemplaren hat?
Ich habe z. B. auch weiter oben schon geschrieben, dass Buchhändler:innen (ich war mal eine) oft Bücher schon Wochen im Voraus bekommen, um besser beraten zu können. Das sind nicht nur meine persönlichen Erfahrungen, das haben mir auch immer wieder andere Blogger:innen, Lesecommunity-Bekannte und Buchhändler:innen, die immer noch in der Branche arbeiten, so oder so ähnlich bestätigt. Ich habe auch nicht den besten Einblick, aber ich kenne mich ganz gut aus und beziehe „man weiß nicht, was man nicht weiß“ in meine Überlegungen mit ein. Sonst bekommt evtl. eine Person, die nichts falsch gemacht, Ärger. Im Zweifel für den Angeklagten/die Angeklagte, wie ich finde …
MMn sollte man eher darauf achten, ob die Rezis ein Plagiat sind oder eindeutig nach KI-generiert aussehen.
Der neue Oxen kam gestern und hier findet sich schon die Rezension dazu - liest sich aber wie KI. Auffällig auch die vielen Rezensionen, die alle in den letzten Tagen eingestellt wurden und alle nach KI klingen…
Ich erkenne deinen Standpunkt an. Aber warum sollten gerade Brancheninsider, die sowieso Mitarbeiterrabatt & Leseexemplare erhalten, hier auf Teufel komm raus vor dem Erscheinungstag Texte raushauen, um Punkte zu generieren - und dabei teils auffällig schlechte Texte produzieren? Sollten wir nicht wenigstens deren berufliche Erfahrung in den Texten spüren?
Ich verstehe, was du meinst, nur so einfach ist das nicht: Die Leseexemplare, die man als Buchhändler:in bekommt, soll man nicht behalten, sondern für die anderen zurückgeben. Und ein Buch zu gewinnen ist besser als ein Mitarbeiterrabatt – heute müssen viele aufs Geld schauen. Und nicht alle, die gerne lesen, sind auch wortgewandt. Das ist wie mit Fremdsprachen – sie zu verstehen ist viel leichter, als sie zu produzieren.
Ich sage ja nicht, dass da garantiert nichts faul ist; ich fand es nur erschreckend, wie vorschnell auf Betrug geschlossen und zum Melden geraten wird, anhand von meiner Meinung nach wenig fundierten Annahmen. Ich stelle mir immer vor, wie ich mich fühlen würde, wenn ich zu Unrecht einer Beschuldigung ausgesetzt wäre.
Ich habe zum Beispiel auch oft die gleiche Struktur: kurze Inhaltsangabe, meine Meinung zu Erzählstil, Figuren und Handlungsverlauf, dann ein Fazit. Manchmal habe ich keine Zeit oder Energie, „kreativ“ zu werden, oder wenn ich mit dem Buch nichts anfangen konnte, sind meine Rezensionen auch mal wenig aussagekräftig.