Da meinst Du sicher einfache Sprache, auch wenn Du von leicht lesbar schreibst. Wobei leichte Sprache mindestens genauso wichtig ist, um eine umfassende Inklusion zu ermöglichen.
Ich finde es wirklich schade, dass es kaum Bücher in einfacher Sprache für ältere Kinder/Jugendliche/Erwachsene gibt. Das Problem fängt schon in der Grundschule an, die Bücher mit leichter Sprache sind alle vom Inhalt dann auf junge Schüler zugeschnitten, so greifen natürlich die älteren nicht zu Büchern und es bildet sich gern so eine Arzt Teufelskreis.
Die Idee bekannte Bücher in einfacher Sprache anzubieten finde ich dementsprechend spannend. Es müsste nur entsprechend gekennzeichnet sein ![]()
Ich glaube, es gibt mehr als man denkt, nur werden diese kaum beworben.
Ich erinnere mich an eine Folge des Podcasts eat, read, sleep. Dort wurde in einer Folge der „Spass am Lesen“ Verlag vorgestellt, der sich darauf spezialisiert hat, bekannte Bücher in einfacher Sprachen (und teilweise gekürzter) Version zu veröffentlichen.
Auf der Verlagsseite (einfachebuecher.de) habe ich mich auch schon umgeschaut, man kann dort gut nach Altersgruppe oder Genre filtern. Demnächst kommt u.a. Elternabend von Fitzek, es gibt aber auch Klassiker wie 1984.
danke @zwischen.den.buchwel und @misspider Das ist wirklich ziemlich cool, die kannte ich noch nicht. Das werde ich meiner Mama (DaZ-Grundschulleherin) auf jeden Fall mal empfehlen!
Das wird doch gemacht, oder? Gerade die Pausewang-Bücher, über die wir hier ursprünglich gesprochen haben, haben diese Kennzeichnung.
Zu Ausgaben in einfacher Sprache bei bekannten Büchern: Mich würde interessieren, ob da der Autor bzw. die Autorin zustimmen muss. Ein sprachlich ausgefeiltes Werk wird dadurch natürlich viel von seinem Reiz einbüßen. Ich könnte mir vorstellen, dass so manche:r da sein/ihr Veto einlegt (und kann das prinzipiell auch verstehen). Bei älteren Klassikern, die gemeinfrei sind (so wie seit Kurzem 1984) gibt es rechtlich ja keine Probleme.
Ja, bei nicht gemeinfreien Werken muss der Rechteinhaber einer Umsetzung des Buches in einfache Sprache zustimmen. In der von mir angesprochenen Podcastfolge hat der Verlagsleiter von ‚Spass am Lesen‘ diese so erklärt.
Ich habe mir gerade mal die Leseprobe zu 1984 (Level3) in einfacher Sprache angesehen. Hmmm. Ehrlich gesagt bleibt da vom ursprünglichen Werk in all seiner Tiefe, Eleganz und Aussagekraft nicht mehr viel übrig. Einiges wird auch gleich mit in die Vereinfachung reininterpretiert. Nach der Lektüre sagen zu können „Ich habe 1984 gelesen“, ist einfach falsch. Für Förderschulen oder spezielle Sprachschulen kann ich mir den Einsatz schon vorstellen, an allen anderen Schulformen eher nicht - dann doch lieber ein Buch auswählen, das von vornherein simpler gestrickt ist.
Mir ist klar, dass das Thema polarisiert, aber ich hoffe sehr, dass an Regelschulen weiterhin die Originalwerke gelesen werden.
Ja, finde ich auch - es geht ja auch um den sprachlichen Ausdruck, der Teil des Lernens ist bei Schullektüren. Und bei einfacher Sprache ist nicht mehr viel von dem, was der Autor in Worten ausdrücken will, vorhanden.
Nebenbei: ich dachte immer, „Einfache Sprache“ wäre gedacht für Behördliches und ergleichen, aber nicht für Literatur. Mir war nicht bekannt, dass es auch Bücher in Einfacher Sprache gibt.
Ich habe mich mit diesem Thema bisher nie näher beschäftigt, wusste bisher nur, dass es zB die Tagesschau in einfacher Sprache gibt. Generell finde ich es gut, dass es angeboten wird. Wir sind ein Einwanderungsland, und so haben auch Menschen mit Mirationshintergrund niederschwellige Angebote, sich mit Deutsch auseinanderzusetzen, die Nachrichten zu verfolgen etc. Als Lektüre in Kursen sind diese Bücher bestimmt eine prima Sache. Dasselbe gilt für Analphabeten (bei Erwachsenen nach wie vor ein Tabu) oder Menschen mit geistigen Einschränkungen. Bücher in einfacher Sprache sind da eine tolle Möglichkeit zu üben. Gäbe es diese Bücher nicht, blieben nur Kinderbücher für Erstleser, die aber thematisch für Erwachsene nicht interessant sind. Ein Buch in einfacher Sprache, das sich inhaltlich an Erwachsene richtet, motiviert da schon viel mehr.
Das erste Mal, dass ich mit „Einfacher Sprache“ in Berührung kam bzw. mir begegnet ist, war bei den Informationen zum Impfzentrum bei den ersten beiden Corona-Schutzimpfungen. Vorher habe ich da noch nie bewusst was mitbekommen - finde es aber gut, da es neben den Menschen anderer Herkunftsländer auch für Menschen, die kognitiv eingeschränkt sind oder generell Lese- und Verständnisschwierigkeiten haben einfacher ist, Dinge zu verstehen.
Im Kontakt mit Migranten, die zum Teil schon lange in Deutschland leben, wird direkt nach Sachbüchern „ohne komplizierte zusammengesetzte Substantive“ gefragt. Unterhaltungsliteratur wird auch in der Muttersprache gelesen, mit dem Stolz, dass in die eigene Sprache übersetzt wurde. Bisher habe ich manchmal Sachbücher für Jugendliche empfohlen, wäre aber froh, wenn es niederschwellige Sachbücher für Erwachsene geben würde, die nicht von Akademikern für andere Akademiker geschrieben sind. Zum Beispiel für Einwanderer aus Kulturen, in denen es Pubertät u. ä. offiziell nicht in der Form gibt, wie wir sie kennen …
Ich denke, das sind auch die Haupt-Zielgruppen von Büchern in einfacher Sprache.
Der Verlagsleiter sprach in dem Podcast auch davon, Leuten, die ohne Bezug zum Lesen aufgewachsen sind, ein niedrigschwelliges Angebot zu machen, um sie überhaupt (wieder) ans Lesen heranzuführen.
Wen es interessiert: Podcast eat, read, sleep Folge 132 - dort war Sönke Stiller vom Verlag „Spaß am Lesen“ zu Gast und hat über das Thema Bücher in einfacher Sprache gesprochen.
Sehe ich auch so, wo möglich bitte das Original. Da mein Bezug bei der Förderschule liegt, ist mir natürlich die Leichte Sprache besonders wichtig. Ob es dann gerade ein Werk wie 1984 sein muss ist eine andere Frage, aber grundsätzlich finde ich das Angebot gut. Und gerade in den Schulen würde das Buch ja nicht einfach nur gelesen, sondern auch besprochen.
Und bei Sachbüchern oder gerade in der Bürokratie würde ich mir auch für mich manches Mal eine vereinfachte Fassung wünschen…