„Muss man gelesen haben“ finde auch schwierig.
„Empfehlen“ würde ich „Nathan der Weise“ von Lessing, Goethes „Faust“, Storms „Schimmelreiter“ und „Jane Eyre“ von Brontë und etliches von Edgar Allan Poe.
Wer die Nachtgall stört.
Von Dürrenmatt sind mir die Physiker im Gedächtnis geblieben. Und Hesse mag ich auch, besonders „Siddartha“.
Ach es gibt so viel
Wie alt muss ein Klassiker eigentlich sein?
Zählen „Lord of the flies“ und „Die Welle“ auch dazu? Oder „Die letzten Kinder von Schwewenborn“? Anne Franks Tagebuch?
Und ich bin ein großer Fan von Janusz Korzcak. Seine Werke würde ich statt jeglicher moderner Erziehungsratgeber empfehlen.
Was ist ein Klassiker? Und muss - das sollte nicht entscheidend sein. Ich habe in der Schule so viel lesen „müssen“ (Kafka ) dabei ist es meiner Meinung nach wichtig was man in welchem Alter liest. Manches hat mich früher einfach nicht angesprochen (Werther).
Was ich allerdings bei drei jetzt erwachsenen Kindern mitbekommen habe, sorry die mussten selbst in der Oberstufe kaum etwas lesen, oft nur Auszüge oder in modernem Deutsch.
Letztes Jahr habe ich auf Empfehlung Nils Holgersson gelesen und fand es superschön.
Puh, ich hab noch nicht mal eine Leserunde mitgemacht, gibt also wohl Geeignetere als mich. xD
Aber dass Fontane nicht in Vergessenheit gerät, liegt mir tatsächlich am Herzen.
Zur Frage, welche Klassiker man gelesen haben muss: wem Dracula/Frankenstein zu unheimlich ist, dem kann ich die verträglicheren „Die Schatzinsel“ und Dickens’ „Eine Weihnachtsgeschichte“ empfehlen!
Eure Antworten haben mir einige Lese-Ideen gebracht.
Meine Klassiker-Hitliste führen die „Buddenbrooks“ von Thomas Mann an. Ich weiß nicht, wie oft ich dieses Buch angefangen und wieder abgebrochen habe. Vor zwanzig Jahren habe ich es in einem Anfall von Wahnsinn als einziges Buch mit in einen längeren Urlaub mitgenommen, wo ich an keine anderen Bücher dran kam, und da hat es gefunkt. Die wunderschöne Sprache und die leise Ironie brauchten Zeit und Muße, um mich zu verzaubern. Apropos zaubern, mit dem „Zauberberg“ werde ich sicher nie warm werden. Der ist zu politisch und zu abgehoben für mich.
Weitere - auch neuere - Lieblingsklassiker sind
„Eugénie Grandet“ von Honoré de Balzac
„Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ von Heinrich Böll
„Wer die Nachtigall stört“ von Harper Lee
„Homo Faber“ von Max Frisch
Es sind schon so viele genannt die ich auch gut fand, ganz besonders Anna Karenina, Stolz und Vorurteil, Wer die Nachtigall stört etc.
Eines fehlt mir noch, das ist eines meiner Highlights „Der große Gatsby“ von F. Scott Fitzgerald
Habe den Zauberberg nie gelesen, werde es jetzt auch nicht mehr tun.
Aber „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ habe ich immer noch im Regal stehen. Davon konnte ich mich nie trennen.
„Wer die Nachtigall stört“ gehört auch für mich zu den Klassikern, genau wie Anna Karenina.
Besser als du im ersten Abschnitt kann man es nicht sagen. Genau so sehe ich das auch: in der damaligen Zeit verortet, aber mit Weisheiten oder allgemein menschlichen oder gesellschaftlichen Problemen, die auch heute noch von Bedeutung sind.
Da ja doch mehrere Forenmitglieder hier „Der Zauberberg“ zumindest kennen, oder sich schon mal rangewagt haben, versuche ich jetzt mal hier meine Begeisterung zum Ausdruck zu bringen; dass dieser Roman nicht für jeden ist, ist mir dabei aber absolut klar - ebenso, dass es von Thomas Mann eindeutig einsteigerfreundlichere Romane und Erzählungen gibt. Man muss hier tatsächlich wissen, was einen erwartet.
Ich habe das Buch meiner Frau so beschrieben:
Joyce „Ulysses“, ohne den ganzen Sex und umgeschrieben in der Sprache von Marcel Proust, angesiedelt im Setting von Kings „The Shining“.
Dieser Roman ist so dermaßen vollgestopft mit Wissen, wie ich das noch bei keinem anderen erlebt habe, inklusive dem oben genannten „Ulysses“. Das kann natürlich langatmig sein und nerven, wenn man einfach nur unterhalten werden will. Was dabei aber geschieht ist, dass ideologische Irrungen & Wirrungen sowie der Zeitgeist eines der prägendsten Abschnitte der Menschheitsgeschichte in Perfektion eingefangen und konserviert wird.
Dabei wirken die Charaktere alle menschlich und haben ihre Eigenheiten, das Setting ist gleichzeitig positiv magisch aufgeladen und dennoch zu jedem Zeitpunkt durchsetzt mit Tod und Untergang. Alltägliches Leben und die Liebe spielen ebenso eine Rolle, wie die großen Fragen der Philosophie nach dem „Warum?“ und „Wie geht es weiter?“, siehe die Szene mit der Geister-Séance.
Das ist ein Roman der bildet, der weise und gleichermaßen human ist und zum Tagträumen einlädt und zumindest mich noch lange zum Nachdenken angeregt hat. Nach Beendigung des Romans war ich so dermaßen niedergeschlagen, dass ich den Figuren „jetzt schon“ (nach 1000 Seiten) Lebewohl sagen muss, dass ich direkt von vorne angefangen habe - was mir so seit 20 Jahren bei keinem anderen Buch mehr passiert ist.
Menno! Mit deiner Liebeserklärung an den Zauberberg hast du mir den Mund jetzt wieder wässrig gemacht. Hat deine Frau ihn denn gelesen?
Eine Szene meines Leseversuchs habe ich gut in Erinnerung: Da motzt ein Arzt einen stöhnenden Todkranken an, dass er sich beim Sterben gefälligst nicht so anstellen, sondern es mit Würde ertragen soll. Ich war zwischen Lachen und Entsetzen hin und hergerissen. Das ist für mich so typisch Thomas Mann.
Hat sie nicht, aber wir lesen beide ziemlich viel und erzählen uns unsere aktuellen Bücher immer, dann „erlebt“ man quasi auch immer Bücher mit, die man selber noch gar nicht gelesen hat. ^^
Genau, das war Hofrat Behrens, der scheinbar der Ansicht war, der Sterbende solle mehr Würde zeigen … ziemlich grotesk, ja. xD
Für mich absolute Highlights in Klassiker sind
Dracula
Middlemarch
Die Bauern
Rebecca
Die Bauern ist für viele unbkanntes Werk, ist von polnischen Autor Wladyslaw Reymont in 1904 veröffentlicht, auch mehrere male schon verfilmt