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Nr. 302: Was macht für euch eine gute Rezension aus?

Liebe Vorableser*innen,

mit jeder Buchbewertung helft ihr stöbernden Lesern*innen auf der Suche nach einem tollen Leseerlebnis. :books: Jeden Tag erreichen uns wundervolle Rezensionen von euch. Doch was macht eigentlich eine gute Buchbewertung aus? :writing_hand:
Darum soll es bei unserer heutigen Freitagsfrage gehen:

Was macht für euch eine gute Rezension aus?

Wir sind gespannt auf eure Kommentare und wünschen euch ein schönes Wochenende! :heart:

Euer Vorablesen Team

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Zu einer aussagekräftigen Rezension gehören verschiedene Angaben, die sachlich das Buch beurteilen. Dazu gehören der Erzählstil, wie die Ausarbeitung der Charaktere gelungen ist, ob es einen Spannungsbogen gibt, wie die Handlung aufgebaut ist und ob man die eingebauten Themen oder Beschreibungen mit Interesse verfolgen kann.
Auch persönliche Eindrücke sind in einer Rezi machbar, sie sollten jedoch sachlich und ohne zu ausführliche private Inhalte auskommen.

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Kann ich so voll und ganz unterschreiben!
Was mir persönlich auch noch wichtig ist, ist eine kurze Inhaltsangabe. Bitte nicht den Klappentext kopieren!
Der persönliche Eindruck ist sehr wichtig, es sollte alles gut begründet sein. „Hat mir gar nicht gefallen“ ohne jedwede Begründung bringt mir als (zukünftiger) Leser gar nichts, ebenso „War super“. Ich möchte schon wissen, warum der Rezensent die oder jene Meinung hat.
Die Rezi sollte auch nicht zu lang und ausufernd sein - sehr sehr lange Rezensionen lese ich meist nicht zuende, denn sie machen den Eindruck, dass der Rezensent nicht in der Lage ist, prägnant das Wichtigste seiner Meinung zusammenzufassen. Also bitte keine Romane schreiben - konzentriert euch auf das Wesentliche.
Was ich übrigens nicht an Rezensionen mag (auch das hat ja Einfluss darauf, wie gut eine Rezi ist): das vielfach von Rezensenten verwendete Wort „Hauptprotagonist“. Da rollen sich mir die Fußnägel hoch… Der Protagonist ist bereits die Hauptfigur - welchen Sinn hat es bitte, von einer „Haupthauptfigur“ zu sprechen…?

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:slightly_smiling_face: Ich mag bei Rezensionen meistens die Gefühle lieber, als die Fakten.

Ich muss nicht unbedingt wissen, wie oder in welcher Form zum Beispiel der Schreibstil ist, lieber möchte ich wissen, ob ich mich in die* Protagonistin* verlieben kann. Ob ich gerne an ihrer* Seite bin und ob das Setting passt.

Ich mag es, wenn Rezensionen wirklich persönlich sind, wenn klar wird, warum man dieses Buch liebt oder eben auch nicht.

:joy: Gelingt mir selbst irgendwie nicht, aber es gibt wirklich viele tolle Bücherwürmer die das schaffen.

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Viele Rezensionen haben längere Inhaltsangaben, die mich persönlich aber nicht vorrangig interessieren. Es ist natürlich hilfreich zu erfahren worum es in dem Buch geht, aber viele Inhaltsangaben sind mir zu ausführlich. Ich möchte ja auch noch neugierig in die Geschichte einsteigen, ohne zu viel Einzelheiten zu erfahren. Mir sind Angaben über den Schreibstil wichtig, und ob die eigentliche Handlung schlüssig ist, ob sich die Geschichte in die Länge zieht, oder nicht, und ob die Spannung durchgängig anhält. Am meisten interessiert mich aber die persönliche Einschätzung . Da ich bei einem Buch, welches mich interessieren könnte, immer mehrere Rezensionen lese, erhalte ich dann ein Gesamtbild mehrerer Meinungen, und kann dann ziemlich genau entscheiden ob ich das Buch kaufe oder nicht. Es ist für mich dann weniger hilfreich, wenn ich zum Beispiel die " Xte " Inhaltsangabe zu dem Buch lese. Diese habe ich im Vorfeld schon in der Leseprobe zu dem Buch gelesen. Eine nicht zu lange Meinungsäußerung wäre mir schon ausreichend, und eine gute Entscheidungshilfe.

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Das ist echt interessant - spannendes Thema!
Ist Dir der Schreibstil gar nicht wichtig? Ich finde, er macht doch grad aus, ob man ein Buch als gut oder schlecht empfindet. Wenn ein Autor nur rumstammelt, kann die Idee noch so toll sein. Ebenso das Setting: wenn man sich den Schauplatz gut vorstellen kann, ist man doch mittendrin in der Handlung. Das will man doch wissen, wenn man unschlüssig ist, ein Buch zu kaufen.
Das soll überhaupt keine Kritik sein - ich finde nur die unterschiedlichen Herangehensweisen hier sehr spannend. :slight_smile:

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:joy: Ich finde das immer so schwierig. Manchmal gibt es ja Bücher, wo mehrere Personen die „Hauptrolle(n)“ haben. Klar, man könnte sie alle gleichermaßen Protagonisten nennen, aber ich glaube, wenn ich einen Liebling hätte würde ich den auch einfach zu einer HauptHauptfigur befördern.

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Ganz wichtig ist: Keine kopierten Klappentexte der Verlage. Bei solchen Rezensionen klicke ich gleich weg. Den Inhalt, natürlich ohne zu viel zu verraten in ein paar Sätzen. Solche Rezensionen mag ich lesen. Und Begründungen. Also „das Buch war gut“ reicht definitiv nicht.

ach ja: Und :grinning: und :tada: haben definitiv nix zu suchen in Rezensionen!

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Ganz unwichtig ist mir das natürlich nicht, aber ich finde, dass in den „Schwärmerein“ oder „Hasstiraden“ einiges schon klar wird.
Zum Beispiel liest man ja ganz oft: *Ich bin mit XY nicht warm geworden, weil… *
Genauso mit dem Schauplatz, wenn ich ganz dicht an der Seite der Figur bin, bedeutet das ja auch, dass das überhaupt erst möglich ist durch einen guten Schreibstil und umgekehrt.

:thinking: Fällt mir irgendwie jetzt schwer das deutlich zu machen. ^^

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Das geht mir genau so, bei manchen Rezensionen denke ich, es geht schneller gleich das ganze Buch zu lesen :wink:

Oder wie ich neulich in einer Rezension las „die weibliche Hauptprotagonistin“…

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Für mich persönlich sollte eine Rezension nicht ellenlang sein, sondern das Wichtigste zusammen fassen. Lange Inhaltsangaben stören mich eher, da ich die Klappentexte lese habe ich diese Infos ja schon. Nur wenn der Klappentext nicht passt sollte man auf den Inhalt hinweisen. Das der Klappentext nicht zum Inhalt passt hatte ich schon mehrfach bei Büchern.

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Für mich sollte die Rezension nicht zu kurz und nicht zu lang sein, wenn da nur ein Satz steht, empfinde ich das als recht lieblos. Wenn die Besprechung aber fast so lang ist wie das Buch, dann vergeht mir schon die Lust, sie zu lesen. (Mein persönliches Optimum liegt dabei zwischen 1500 und 3000 Zeichen)
Größere Fehler sind unschön, ich lese meine Rezension noch einmal durch, ehe ich sie abschicke (wobei mir da auch schon Buchstabendreher oder Kommafehler entgangen sind, das ärgert mich sehr, wenn ich es später doch noch entdecke…)
Und Spoiler gehen gar nicht, ich sehe Rezensionen als Hilfe bei der Kaufentscheidung an, wenn ich dann schon Alles erfahre, was im Buch passiert, brauche ich es ja nicht mehr zu lesen.

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Meist wird da auch ordentlich und zu viel verraten.

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Ich möchte in einer Rezension erfahren, worum es in diesem Buch wirklich geht. Den Klappentext kann ich ja selber lesen, deswegen interessiert mich sehr, wie jemand der das Buch schon gelesen hat, den Inhalt beschreibt. Außerdem höre ich auch immer gerne, ob die lesende Person etwas aus dem Buch mitgenommen hat und ihre Einschätzung, ob es eher anspruchsvolle oder unterhaltende Literatur ist.

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Also Spoiler regen mich auch immer echt auf (weswegen ich mittlerweile andere Rezensionen immer erst lese, wenn ich das Buch schon ausgelesen habe) und da frage ich mich schon, warum das doch so häufig passiert. Warum achten da manche nicht besser drauf…?
Klar, bei manchen Büchern fällt es vielleicht nicht ganz so leicht, nichts zu verraten, vor allem wenn der Klappentext auch recht knapp ist, aber soooo schwer ist es doch auch wieder nicht.

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Ich weiß was du meinst und ich wünsche mir, mir würde das auch öfter gelingen (manchmal aber schon, glaube ich :wink:).
Bei manchen Büchern läuft die Rezension auch wie von selbst und da schaffe ich das auch, dieses Gefühlsmäßige gut zu beschreiben.
Ich finde es immer schön, wenn es nicht zu mechanisch abläuft, wie in der Schule bei einer Textbeschreibung.

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Ganz genau!

Im Kopf habe ich auch alles immer beisammen, was ich warum liebe, wie toll sich diese oder jene Szene angefühlt hat oder wie sehr mich etwas nervt und dann beim tatsächlichen schreiben bin ich irgendwie total Hirnlos. :joy: Ich schreibe eigentlich nicht gerne Rezensionen, weil ich es nicht schaffe, die Worte dafür zu finden, die wirklich viele Bücher /Autoren verdient hätten.

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Da hast Du natürlich recht. Ich weiche da immer aus, indem ich erwähne, dass es mehrere Hauptfiguren gibt - das Wort „Protagonist“ verwende ich sehr sparsam. Im Grunde hilft da nichts, außer etwas drum herum zu eiern :-))

Ja, da gebe ich Dir recht. Das mit den Smileys gehört in ein Forum - hier verwendet man Emojis. In einer Rezension haben sie nichts verloren. Wer gut rezensieren kann, vermag die Gefühle beim Lesen auch in Worte zu fassen.

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Kurze Frage an die anderen User: schreibt ihr eure Rezension zum Buch in der Regel gleich nach dem Lesen oder erst nach Tagen / wenn ihr Zeit und Lust habt? Wie macht ihr das?
Ich rezensiere gerne gleich im Anschluss, wenn noch alles frisch und präsent ist.

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