Leseeindruck bitte ernster nehmen

Nein, finde ich nicht.
Bei LovelyBooks ging es in der Bewerbungsfrage bei „Wohin du auch gehst“ von Christina Fonthes darum, ob wir das Leben zwischen zwei Kulturen nachempfinden können (irgendwie so in die Richtung, ich weiß den genauen Wortlaut nicht mehr).

Ich fand die Antworten dazu wirklich interessant zu lesen und ich habe mir auch bei meiner Antwort sehr viele Gedanken gemacht (und andere sicherlich auch, wenn ich an die vielfältigen Antworten zurück denke).

Aber ist das nicht genau das, was wir aktuell bei Vorablesen in den Leseeindrücken haben? :thinking:
Kurz in die Leseprobe geguckt und dann ein paar oberflächliche Floskeln in den Leseeindruck.

@petzi_maus

Jetzt habe ich noch mal über deinen Post nachgedacht und frage mich, ob du es so meinst, dass dann die Rezensionen so ausfallen, wenn man vorher nicht in die Leseprobe geschaut hat?

Falls dem so ist:
Auch das würde ich völlig in Ordnung finden! Denn dadurch, dass bei Vorablesen die Reziexemplare an Rezensenten gehen, die vorher schon eine gewisse positive Wahrnehmung haben, verzerrt sich letztlich auch das Meinungsbild in den Rezensionen. Denn so werden negative Rezensionen natürlich auch ein stückweit aussortiert.

Ich sehe das skeptischer, weil ich als Zaungast manchmal daran zweifele, ob die Moderatoren (oder die Verlage?) Leserunden bei LB überhaupt engagiert betreuen. Wenn gefühlt jedesmal gefragt wird, ob man in dem Land schon einmal war, in dem das Buch spielt, ergibt das vermutlich keine Erkenntnisse, wie engagiert die Person einer Leserunde folgen wird. Besonders gefressen habe ich es, wenn solche Fragen nicht zum Buch-Inhalt passen.

1 „Gefällt mir“

Wie engagiert Personen an Leserunden teilnehmen, kann man im Vorfeld nie wissen.

Und ganz ehrlich: Es gibt die schwarzen Schafe immer und überall. Wir werden wohl damit leben müssen.

3 „Gefällt mir“

Also es gibt wohl im Hintergrund schon eine Statistik, bei der die Organisatoren sehen können, wie engagiert Nutzer/innen bei Lovelybooks sind - auch in Leserunden. Das wurde glaube ich im Rahmen der Umstellung mal erläutert.

1 „Gefällt mir“

Da gibt es die volle Bandbreite. Ich hatte schon LB-Moderatorinnen, die das Buch auch selbst mitgelesen und mitdiskutiert haben, und LR, bei denen die Teilnehmer:innen gefühlt komplett unter sich waren. Es hängt ja auch davon ab, wer die Runde betreut: Autor:in, Verlag oder jemand von LB. Gerade bei den Autor:innen hatte ich schon einige, die wirklich ganz hervorragend betreute LR machen und tatsächlich auch am ehrlichen(!) Feedback interessiert sind, Fragen beantworten und auch in den Leseabschnitten die Posts kommentieren. Gerade eben hatte ich zB eine tolle Runde bei Andreas Izquierdo (ich war mit meinem ebook von NG dabei). Dass ein Verlag die Runde aktiv betreut, habe ich noch nicht erlebt. Andreas Izquierdo hat sogar auf eine Antwort zu der Bewerbungsfrage schriftlich reagiert, er hat da also auch mitgelesen. (Die Bewerbungsfrage war auch sinnvoll und nicht 08/15)

1 „Gefällt mir“

Wobei ich mich bei einer Absagemail, in der mangelnde Länge meiner Rezensionen bemängelt wurde auch mal gefragt hatte, ob da wirklich nur die Rezensionen von gewonnenen Büchern gewertet werden. Denn dort sind meine immer lang genug. Aber bei 4 gewinnt, wo man jedes selbst gekaufte Buch bewerten soll und sogar vermerkt ist, dass das gerne in Kurzform sein darf, schreibe ich oft deutlich weniger. Wenn ich deshalb nun bei Verlosungen trotz sehr aussagekräftiger Leseeindrücke nicht mehr berücksichtigt werden sollte, fände ich das unfair. Ich bekomme für 4 gewinnt ja weder Punkte nocht sonstwas.

1 „Gefällt mir“

Darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht, weil die Länge meiner Rezis nicht davon abhängt, ob ich die Bücher von LB habe oder nicht. Da ich Rezensionen fast nur zu Rezi-Exemplaren schreibe, haben meine Rezis selten unter 1500 Zeichen (mit Leerzeichen), meistens zwischen 2000 und 3500 (ohne dass ich da speziell darauf achten würde, das ergibt sich von selbst). Wenn mich ein Buch besonders begeistert oder ärgert, lande ich auch mal bei über 5000 - das merke ich aber nur daran, dass manche Plattformen dann eine Fehlermeldung wegen der Länge bringen und ich für diese eine zweite, gekürzte Version brauche.

Ich kann mich an eine Aussage von einem Verlag erinnern in der gesagt wurde, dass zu lange Rezensionen gar nicht gewünscht sind, da diese aufgrund des Umfangs oft nicht gelesen werden. Mir geht es da ähnlich, ich lese lieber mehrere kurze/mittlere Rezensionen, als eine ewig lange.

15 „Gefällt mir“

Ich schreibe ja für alle meine gelesenen Bücher Rezensionen. Die Länge ergibt sich von allein und hat nichts damit zu tun, woher ich das Buch habe.

2 „Gefällt mir“

Ja, das habe ich auch schon gelesen. Und Verlage möchten auch keine Inhaltszusammenfassung in den Rezis, im Gegensatz zu den meisten Buchcommunities. Vermutlich weil sie - völlig zu Recht - Spoiler fürchten.

Ich lese selbst auch nur mittellange Rezis (bis ca. 4000 Zeichen), sehr lange schaue ich mir nie an.

1 „Gefällt mir“

Also so eine Frage ist echt die Ausnahme. Meist kann man diese schnell beantworten, ohne groß nachzudenken. Und man muss nicht so viel Zeit investieren in LP lesen und dann einen aussagekräftigen LE zu verfassen.

Klar gibt es auch bei VL User, die 08/15 Floskeln schreiben. So sollte es aber nicht sein.

Und ja ich meinte eigentlich, dass man durch einen (es reicht auch ein kurzer) Blick in die LP sofort feststellen kann, ob einem der Schreibstil zusagt oder die Charaktere gut ausgearbeitet sind. DAS finde ich dann als Begründung in der Rezi für ein nicht-Gefallen unfair Usern gegenüber, die das Buch wirklich gerne gelesen hätten.

Wie sich eine Geschichte entwickelt, kann man natürlich nicht wissen, DAS hab ich aber auch nicht aufgezählt.

bei mir war es trotz Leseprobe der Schreibstil, der dann extrem übel wurde …

Das mag aus Sicht der Personen, die gerne ein Rezensionsexemplar gewinnen möchten unfair sein, aber dennoch fände ich es nicht verkehrt, wenn die von den Verlagen „eingekauften“ Rezensionen von Vorablesen nicht schon vorgefiltert werden würden.

Zum ET erscheinen z.B. auf Amazon direkt unzählige positive Rezensionen. Das kann aber das Bild verzerren, wenn es hier bei den Leseeindrücken ursprünglich ganz viele gab, die die Leseprobe kritisiert haben und kein Exemplar haben wollten. Wenn nur die Personen ein Leseexemplar bekommen, die das Buch vorab schon irgendwie gut fanden, dann fallen auch die ersten Rezensionen zu einem neuen Buch direkt positiver aus.

Ich würde es darum für die ehrliche Bewertung eines Buches fairer finden, wenn die Gruppe der Rezensenten vorher nicht schon auf diese Weise gefiltert werden würde.

Ich weiß gerade nicht, ob verständlich wird was ich meine. Ist schon spät :sweat_smile:

Ansonsten schließe ich mich @wortschaetzchen an: Der Sprachstil mag in der Leseprobe noch nicht negativ aufgefallen sein, aber im Laufe des Lesens stört er dann noch (hatte ich vor kurzem erst beim Roman von Anne Sauer)

1 „Gefällt mir“

Ich bin tatsächlich nicht oft bei LovelyBooks unterwegs und kann das nicht beurteilen.

Aber klar: Ich würde mir dann schon Fragen wünschen, die zum Buch passen und etwas mehr Hirnschmalz verlangen.

Und wie schon erwähnt: Für mich persönlich müssen die Ansprüche an die LE nicht so hoch sein. Ich sehe das nicht ganz so eng.

Es ist doch auch nicht „fair“. Denn für ein „gratis-Buch“ bewirbt man sich schnell mal. Müsste man jedes Buch kaufen, schauen die meisten wohl vorher kurz rein, ob einem das Buch auch zusagt (zumindest bei unbekannten Autoren)

Und in so einem Fall - wo sich der Stil im Laufe des Buches ändert (was ich zum Glück noch nie hatte und wohl eher selten ist ) - da macht es dann natürlich Sinn, dies zu bewerten. Aber so etwas kann man ja im voraus nicht wissen (ebenso wie den Verlauf der Geschichte)

Das möchte ich bezweifeln. Ich glaube, dass nur ein geringer Teil der Buchkäufer vorab in eine Leseprobe schaut. Ich schätze, dass Cover und Klappentext entscheidend sind.

Ich selber lese z.B. außerhalb von Vorablesen so gut wie nie in Leseproben rein.

3 „Gefällt mir“

Ich verstehe Deine Argumentation, und mich stört aus diesem Grund zB auch, das bei VL hier die Bewertungen der LEs und Rezis in einen Topf geworfen werden. Eine Bewertung eines LE ist wesentlich weniger aussagekräftig als die einer Rezi.

Dennoch bin ich froh über das Prinzip, hier die Bücher nach Leseprobe und LE zu verlosen, auch wenn dann die Bewertungen tendenziell „zu positiv“ ausfallen. Warum?

  1. Ganz egoistisch: Ich will meine Zeit ungern mit Büchern verschwenden, die ich nicht mag. Während ich ein Buch aus Bib einfach abbreche, wenn ich es nicht mag, sollte ich mich durch ein Rezi-Exemplar möglicht durchwühlen, ein Abbruch die Ausnahme bleiben. Durch LP verringert sich die Gefahr eines Missgriffs (es passiert dennoch natürlich manchmal, dass das Buch bei mir durchfällt, obwohl die LP vielversprechend war, aber eben seltener). Bei NG greife ich viel häufiger daneben und ärgere mich, wenn ich blind anfragen muss.

  2. Ich finde es legitim, entsprechend vorzufiltern, weil es die Bedingungen in der Realität zumindest teilweise widerspiegelt: Auch als Käufer:in habe ich heutzutage die Möglichkeit, mir vor dem Kauf eine Leseprobe anzusehen. Wenn ich davon ausgehe, dass das einige inzwischen nutzen, sind auch die Rezis, die von Käufern stammen, entsprechend vorgefiltert, weil diejenigen, die die LP nicht mochten, das Buch vermutlich nicht gekauft haben. Natürlich wird es weiterhin auch Käufer geben, die blind kaufen oder leihen/tauschen und vorher keine LP lesen, daher trifft es nicht auf alle zu. Andererseits - wenn ich mir die LE hier so ansehe, sind da vermutlich auch einige Blindbewerbungen darunter, dann passen die Relationen wieder :wink:

6 „Gefällt mir“

Für mich kann ich sagen, dass das so nicht stimmt. Ich hab in meinen ganzen 59 Jahren noch nie in ein Buch vor dem Kauf reingelesen. Klappentext und fertig. Die Trefferquote war nicht schlechter, als bei vorablesen nach der Leseprobe.

5 „Gefällt mir“