Hallo ihr Lieben!
Ich habe gestern das Buch „Kummersee“ zu Ende gehört und irgendwie noch Redebedarf… Wie habt ihr das Ende interpretiert? Und wie fandet ihr es?
Ich bin etwas lost und habe an einigen Punkten Verständnisprobleme…
Ab hier Achtung Spoiler !
Ich war ingesamt irgendwie enttäuscht von dem Ende… nicht nur das ich die Auflösung mit dem Giftgas irgendwie eher mäßig fand, sondern auch dass das Ende von Lena so offen ist? Ist sie die neue Keizu oder wie? Hä? Und ich fand es auch doof, dass so viele Leute einfach in den letzten paar Minuten noch gestorben sind, vor allem Andi, richtig unnötig meiner Meinung nach!
Und irgendwie machen für mich auch einige Sachen noch keinen Sinn, vielleicht hab ich dafür auch nicht gut genug aufgepasst aber z.B.
hat Malik nicht etwas 2-3m großes auf dem Sonar gesehen? (bzw. 2 davon) aber das können ja nicht die Taucher gewesen sein, so groß sind die ja nicht…
so richtig versteh ich auch nicht warum Tommy getötet wurde? Hätten die Taucher die beiden damals in Ruhe gelassen hätte das doch wahrscheinlich weniger Wirbel um den See gemacht? Als ob spielende Kinder irgendwelche Mauern 10m unter Wasser in einem See interessieren, sofern sie die überhaupt sehen können? Einen Schreck einjagen hätte bestimmt gereicht, dann wären die auch nicht wieder gekommen…
Und was war das mit Björn? Der war doch am Ufer, wieso haben die Wächter ihn umgebracht? Als Abschreckung, wenn ich das richtig verstanden hab. Aber auch da wieder, das hat doch erst einen ganzen Menschenrummel verursacht, wenn die ohne Probleme ihre Vermessungen gemacht hätten, dann wäre danach wieder Ruhe eingekehrt, das Endlager wäre ja nicht mehr zu Lebzeiten der Wächter entstanden, wenn überhaupt…
Und das die auch noch die Zähne von Urzeittieren verwendet haben macht doch noch weniger Sinn? Das ruft doch erst Recht Biologen auf den Schirm, die den Kummersee absuchen wollen, ob sich da nicht irgendwo noch Tiere aus der letzten Eiszeit befinden!
Warum hat Tessa einen Gletscher gesehen, als das Camp von F-Zero angegriffen wurde? Oder hab ich das akustisch falsch verstanden? Für mich hat das in dem Moment so Sinn ergeben weil es ein Hinweis auf die Eiszeittiere hätte sein können, aber jetzt wo sich die Sache mit den Zähnen als Ablenkung herausgestellt hat, war das entweder eine super plumpe Fehlleitung für die Leser, oder wirklich ein Missverständnis meinerseits…
Mich fallen sicher noch ein paar Kleinigkeiten mehr ein, aber das waren jetzt mal ein paar Beispiele
Ich bin da total bei Dir. Mich hat das Buch ratlos zurückgelassen. Vieles passt für mich nicht zusammen. Ich hatte es auch als Hörbuch, vielleicht hat es die Sache erschwert. Ich habe es irgendwann aufgegeben, es vollständig verstehen zu wollen. Es ist einfacht nicht meins.
Gerne. Ja, es ist schade, aber manchmal findet man einfach keinen Zugang zu einem Buch. Das trifft wahrscheinlich jeden irgendwann einmal. Bei diesem Buch fällt es mir aber besonders schwer, zu benennen, was genau mich stört.
Also bei mir ist es, neben den genannten Logik"fehlern" (in Anführungszeichen weil vielleicht liegt es ja doch an mir/uns) auch einiges an Frustration… wie gesagt, ich fand es ziemlich sinnlos, das vor allem gegen Ende noch so viele Leute sterben mussten, aber auch die früheren Tode machen für mich nicht soo viel Sinn… nur bei den F-Zero Kids konnte ich es logisch nachvollziehen, sowohl das Sonargerät als auch die Pressekonferenz zu unentdecken Arten hätten eine Gefahr werden können… aber auch da, naja, ich denke das sich weder die Aktivisten noch die Biologen groß für ein paar grade Linien auf dem Sonar interessiert hätten, die waren ja auf der Suche nach Tieren! Das hätten schon Archäologen sind müssen, damit die da hellhörig werden…
Frustration trifft es sehr gut. Neben den vielen Toten haben mich aber auch die Figuren nicht abgeholt. Und die Geschichte um Tommy wurde mir zu oft beschrieben. Ich glaube, es soll eine Mischung aus Mysterie und Thriller sein, wenn ich es richtig erinnere. Der Spagat ist nicht gelungen. Aber, wie Du sagst, vielleicht haben wir irgendeinen Fakt übersehen. Vielleicht meldet sich noch jemand mit einer positiven Meinung. Ich bin gespannt.
Ja, das stimmt, das wurde auch echt oft wiederholt… ich konnte das noch ganz gut als Lenas Trauma werten, das halt bei ihr auch immer wieder hoch kam und ihr Handeln immerwieder bestimmt hat, aber es hätte auch ein paar mal weniger sein dürfen für meinen Geschmack.
Ich musste echt nochmal nachlesen weil es schon wieder so lange her ist aber mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen und ich habe damals eine 5 Sterne-Rezi geschrieben.
Ganz ehrlich muss bei mir nicht immer alles 100% erklärbar und logisch sein, ein bisschen Geheimnis darf auch nach dem Buchende bestehen bleiben, zumal bei diesem Genre - obwohl, so richtig Horror war es dann ja doch nicht, am Ende hat der Autor leider gekniffen und einen Thriller draus gemacht. Aber das sind persönliche Vorlieben…
Für mir hat das Buch jedenfalls sehr großen Unterhaltungswert gehabt und ich habe mich über den Wortwitz, die zeitgetreuen „Requisiten“, einige absurde Wendungen und die Action gefreut - ja, auch dass am Ende noch so einige auf der Strecke bleiben hat mir gut gefallen.
Ich finde auch nicht, dass alles immer zu 100% erklärbar oder logisch sein muss, aber in meinen Augen sind das schon gravierende Logik-Löcher…
Vor allem finde ich, dass das Handeln von Personen nicht immer erklärbar sein muss, Menschen können Übersprungshandlungen haben oder einfach irrational handeln, z.B. das (Lena im Kummersee bei Nacht tauchen geht, ohne das jemals gemacht zu haben und mit panischer Phobie vor Wasser) sowas find ich oft total okay und nicht mal zwingend unrealistisch, das passiert auch im echten Leben mal. Aber das hier ein ganzer Geheimbund Jahrzehnte lang unlogisch handelt, das ist mir dann doch zu viel…
Bis Lena und Andi das Giftgas gefunden haben, hätte ich dem Buch wohl noch 5 Sterne gegeben, bis dahin fand ich es super! Aber dannach ging es für mich echt bergab
Es liegt nicht an dir. Kummersee war eine einzige logische Katastrophe und ich habe das Hörbuch auch nur bis zum Ende durchgehalten, weil es einen genialen Sprecher hat.
Die Logikprobleme fangen ja schon nach der Protagonistin an. Lena wäre NIE (!) mit ihren ganzen Psychoproblemen überhaupt Polizistin geworden, geschweige denn zum BKA gekommen. Ich zweifle auch daran, dass das BKA Bodyguarddienste übernimmt.
Zusätzlich zu all dem, was du erwähnt hast, muss ich nochmal auf Lena zurückkommen: Sie hat Angstzustände (!), ist noch nie in ihrem Leben getaucht und geht dann bei Nacht und Nebel mit Andy unter Wasser (!!!). Ich habe mir bei der gesamten Geschichte eigentlich nur ständig an den Kopf gegriffen. Nicht zu vergessen der dämliche Twist, dass quasi alle Leute KGB-Agenten sind und es zum Schluss einen Shoot-Out gibt wie beim O.K. Corral.
Keine Ahnung, wer so viel Unsinn in einem Krimi durchwinkt und sich denkt, das sei eine gute Geschichte.
Zuerst möchte ich mich dir anschließen, der Sprecher war tatsächlich ganz hervorragend, ich hab mir schon aufgeschrieben nach weiteren Büchern zu suchen, die er gelesen hat! Durchaus auch etwas, was man mal hervorheben kann
Und das Lena vermutlich gar nicht erst zur Polizei gekommen wäre mit ihren Problemen, daran hab ich gar nicht gedacht, aber da hast du wahrscheinlich Recht!
Das sie mit Andy tauchen geht ist tatsächlich eine der Sachen sie mich weniger stört, klar ist das nicht realistisch, aber zumindest verstehe ich wie sie auf die Idee kommt und warum sie das durchziehen will… was mich an der gesamten Szene am meisten stört ist ihre Verletzung an den Rippen. Ich hab keine Ahnung von sowas, aber wenn man ihre Rippen von AUßEN SEHEN kann, kann ich mir nicht vorstellen dass sie noch so lange da rum taucht und klettert und so…
Ach, die Verletzung. Stimmt. Habe ich schon wieder verdrängt, weil ebenfalls so maßlos übertrieben.
Ich habe mal einen Schnupperkurs Tauchen gemacht - echt Fun, probier das mal! - und ich habe keinerlei Angststörungen oder psychische Probleme, aber das ist anfangs echt eine ganz schöne Überwindung. Dann noch mitten in der Nacht, in einem See, wo man sich schon tagsüber vor Ungeheuern fürchtet, mit einer Angststörung? No way. Never. Und dann auch noch ewig da unten verharren, nachdem das Giftgas ausgetreten ist und sie eigentlich sowieso keine Luft mehr hat, sich aber mal so eben zu einer Apnoespezialistin entwickelt … Je mehr ich über das Buch hier im Nachhinein nachdenke, desto mehr habe ich eigentlich Bock, das Ganze noch mal um einen Punkt nach unten zu korrigieren.
Ich hab tatsächlich sogar einen Tauchschein ich finde wenn man sich nicht selbst um die Technik und die Zwischenstops kümmern muss, sondern es einfach nur „aushalten“ ist es nicht so schwierig, vor allem wenns nur 10m sind aaaaber, du hast schon Recht, nachts mit einer echten Angststörung nicht realistisch…
Und jaa, die Luft, das hab ich gaz vergessen, die hätte ja mind. 4 mal leer sein müssen, das fand ich auch nervig!
Es hilft mit tatsächlich erstaunlich viel, das ich nicht allein damit bin, das Buch unlogisch zu finden
Ach, wie cool mit dem Tauchschein! An deiner Stelle hätte ich mich wahrscheinlich gekrümmt beim Hören. Sie hat sich ja auch irgendwie verteidigt gegen krasse Kampftaucher, als sie schon so schwer verletzt war. Vielleicht reagieren wir Hörende anders auf Unlogik als diejenigen, die lesen und solche Sachen einfach überspringen beim Lesen? Wir konnten ja nichts überspringen, wenn wir nicht abbrechen wollten. Daher kamen die unlogischen Dinge krasser hervor? Und wie gesagt: Mega cooler Sprecher!
Ja, der Sprecher ist mega gut. Hören statt lesen kann sehr viel verändern. Seit ich nur noch hören darf, kommt nicht mehr jedes Buch infrage. Aber leider kann ein guter Sprecher nicht jedes schlechte Buch zu einem spannenden Buch machen.
Stimmt, die Kämpfe mit den ausgebildeten Kampftauchern gab es ja auch noch, oje
Ja, gute Theorie das Hören daran was ändert, bis jetzt haben wir 3 die gehört haben scheinbar ein deutlich negativeres Bild von dem Buch mal schauen ob sich noch jemand dazu gesellt
Ja, die Theorie hatte ich noch nicht bedacht, aber ich denke ihr habt Recht, lesen und hören ist sicher nicht gleich zu setzten
Oh, nur noch zu Hören ist sicher eine deutliche Einschränkung, es wird ja auch gar nicht jedes Buch als Hörbuch produziert! Hast du Probleme mit den Augen?
Aber ja, ein guter Sprecher kann ein schlechtes Buch nicht in ein gutes verwandeln, aber da mir bei diesem Buch vor allem das Ende (und die verschiedenen Auflösungen wer was warum getan hat) nicht gefällt, fand ich es in großen Strecken schon ziemlich gut! Klar, n schlechtes Ende macht Rückblicken viel kaputt (hat man ja auch bei Game of Thrones gesehen) aber die ersten 75-80% des Buches haben mir viel Freude bereitet beim Hören (auch wenn da schon die ersten Logikschwächen drin waren… ich hatte halt gehofft das die sich noch irgendwie erklären, aber je weiter ich kam, desto eher dachte ich schon, dass das Ende mich enttäuschen wird…)
Ja, ich bin im letzten Jahr an den Augen erkrankt und rechts erblindet. Lesen ist für meine Netzhaut gefährlich und auch mit Hilfsmitteln kaum möglich. Daher nur noch Hörbücher und manche Bücher lasse ich mir vorlesen. Deshalb bin ich auch nur noch an guten Tagen hier aktiv. Es fällt mir immer noch schwer, mich an Hörbücher zu gewöhnen, aber es wird besser.
Es gibt tatsächlich auch Bücher, die als Hörbuch schwer funktionieren. Ich oute mich mal als Fitzek Fan und da muss ich mich bei den Hörbüchern ziemlich konzentrieren.
Ich denke ich hab das eher als B-Book aufgefasst und mich daher auch eher berieseln lassen als drüber nachgedacht- nur das Popcorn hat gefehlt Leider wars am Ende doch nicht das erwartete Creature Feature, aber die Stimmung und das Setting waren nicht übel und es hat Spaß gemacht. Da bin ich einfach mit einer ganz anderen niederschwelligen Erwartungshaltung rangegangen.
Aber ich verstehe was Euch stört, mir wars in dem Moment einfach egal.