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Freitagsfrage Nr. 193: Wie behaltet ihr einen Überblick über eure (un-)gelesenen Bücher und Lesefortschritte?


#122

Ich kann nur für unsere Bibliothek antworten: Der Aufwand ist zu groß. Sie müssten die Bücher als Spende registrieren (Stadtverwaltung) und dann eine Spendenquittung ausstellen - was aber steuerrechtlich irgendwie wieder Probleme macht. Um sich das alles zu sparen, werden generell keine Bücher mehr angenommen.


#123

Da kommt ihnen kaufen billiger als eine Quittung ausstellen??
Ich versteh’s trotzdem net… :thinking:


#124

Ja. Beispiel: Buch kostet 15 €. Ich bringe es zur Bibliothek. Die müssen dazu eine entsprechende Meldung an die Verwaltung machen (bei uns gehört die Bibo zur Stadt) und solange das Buch lagern. Verwaltung muss prüfen, evtl. Spendenquittung ausstellen und zuschicken oder irgendwie steuerlich prüfen und einbuchen. Dann Meldung an die Bibo zurück, die das Buch dann einpflegen können. Macht bestimmt insgesamt pro Buch 30 Minuten (vorsichtig geschätzt) - rechne alleine die Arbeitszeit in den Arbeitslohn + Sozialausgaben um - das rechnet sich vermutlich nur ab höherpreisigen Büchern. Dazu kommt ja noch, dass es auch einer bewerten muss usw. Die Bibo ist kein gemeinnütziger Verein, die Spenden so einfach nehmen darf usw., vermutlich wird da das Finanzamt auch noch ein Wort mitreden. Von daher schaffen sich die Verwaltungen das vom Hals.

Gemeinnützige Bibliotheken über Vereine können das natürlich ganz anders handhaben.


#125

Ich habe mal nachgefragt, als wieder Neuerscheinumgen ohne Leserillen abgelehnt wurden. Sie möchten nicht Unmut schüren, indem sie teilweise Bücher annehmen und teilweise ablehnen. Da halt auch Nutzer alte Schunken bringen. Da ich in einem Dorf wohne und die Leute sich kennen könnte es dann heissen " Bücher von A haben sie genommen und Bücher von mir nicht". Da haben sie entschlossen keine ohne Ausnahme anzunehmen und alles neu zu kaufen.


#126

Hm, das ist für mich irgendwie keine Begründung. Denn sie können ja sagen, sie nehmen nur neue Bücher an, ohne Leserillen, und nur 1 Exemplar pro Buch. Oder? :thinking:


#127

Ich verstehe es auch nicht. Allerdings kam ich mir schon beim letzten mal, als sie noch angenommen haben, so richtig doof vor, da die Bibliotheksdame so gönnerhaft tat. Sie hat gemeint : Na ja, wenn es sein muss,können Sie die hier abgeben. Können Sie die Bücher nicht irgendwem weiter verschenken? Die sehen ja wie neu aus. Damals habe ich mir gesagt, dass ich sie viel lieber in die öff. Bücherzelle stelle. Was ich seither auch mache.


#128

Das kann ich auch nicht verstehen und finde das echt schade. Bei uns in der Bücherei - auch ein Dorf - sagen wir immer explizit, wir nehmen gerne Bücher die topaktuell und sehr gut erhalten sind, alles andere aber nicht und da hat sich noch keiner beschwert.

Aber wenn die sich bei dir so anstellen würde ich die Bücher auch lieber in die Bücherzelle stellen.


#129

Das Team dort hat gewechselt…seither gehe ich nicht mehr so gerne hin. Leihe vorwiegend ebooks aus.
Ich gebe nur noch Neuerscheinungen weiter. Meinen “alten” Bestand habe ich schon lange aussortiert. Nun sortiere ich nach dem Lesen, die Bücher von hier oder selbstgekaufte aus. Was ich nicht noch mal lesen will kommt weg. Da meine Biblio die nicht will kommt alles in die Bücherzelle. Zum Tauschen oder Verkaufen wäre ich zu faul.


#130

Meine Bibo nimmt nur Neuerscheinungen auf und das auch nur in Ausnahmefällen. Sie seien kein Archiv sondern eine Bibliothek, so die Auflage der Stadtverwaltung. Somit werden keine “alten” Bücher angenommen, auch wenn sie nur einmal gelesen worden sind und nagelneu aussehen. Allerdings soll demnächst eine Bücher-Telefonzelle aufgestellt werden.

Außerdem wird alles, was über einen längeren Zeitraum nicht ausgeliehen wurde, aussortiert. Klassiker, die ich so nach und nach lesen möchte und nicht mehr so spektakulär sind, muss ich mir demnach kaufen.


#131

Das kann ich schon verstehen, dass die Biblio keine alten Schinken annimmt, sondern nur “Neues”. Doch da scheiden sich auch schon die Geister: was gilt als neu? Für mich ist ein vor 1 Jahr erschienenes Buch auch noch neu…
Meine Biblio ist zwar klein, hat aber viele Klassiker im Bestand und nimmt auch immer wieder mal ältere Bücher neu ins Sortiment.


#132

Das kann ich auch nachvollziehen und finde es auch richtig.
Ich sortiere allerdings gerne mal Bücher bei mir zu Hause aus, die ich gewonnen habe. Die sind dann ziemlich neu, nur nicht aus dem aktuellen Jahr.

Unverständlich ist vor allem, dass die Klassiker so nach und nach rausgehen. Für mich hat die Bibo auch einen Bildungsauftrag und da gehört es dazu, Klassiker bereitzustellen. Das sehen die Mitarbeiter meiner Bibo ebenso, können aber nix dagegen machen.


#133

Und genau da finde ich unsere Biblio super! Die hatte letztens “Rebecca”, was ja eindeutig ein Klassiker ist, neu angekauft, da die vorhandene Ausgabe schon so alt und zerlesen war.


#134

Meine Biblio nicht mal Neuerscheinungen…damit meine ich wirklich neu. Max. 2 Monate nach Erscheinungstermin.


#135

also, das ist mir ehrlich gesagt noch nicht aufgefallen, dass es dort Fristen gibt. Naja, ich schreibe meine Rezis meistens grundsätzlich gleich wenn ich fertig bin.


#136

Bei meiner Bücherei ist die Vorgabe, dass sie nicht zu alt sein dürfen. Zwei, drei Jahre geht ja noch auch vielleicht vier, aber alles was älter ist, wird in der Regel zu den Flohmarktbüchern gestellt. Wenns überhaupt noch verkaufbar ist.


#137

Ich hab mich neulich hingesetzt und habe den kompletten SuB katalogisiert. Da ich nämlich bereits Bücher doppelt gekauft habe, musste das echter mal sein.

Ich habe nun also eine Liste in meinem Handy, schön alphabetisch geordnet.

Bei mir bleiben nur die Bücher, die absolut besonders sind. Aufgrund der Menge ( mein SuB umfasst 111 Bücher) sind das derzeit aber auch nur 3. Alle anderen verkaufe ich, bringe ich in den Bücherschrank oder Bekannte freuen sich über neue Lektüre.
Den wenn ich mal ehrlich bin, es kommen ständig so viel neue interessante Bücher, dass es wohl wahrscheinlich nicht dazu kommen wird, dass ich ein Buch 2x lese


#138

Ich arbeite ja selbst ehrenamtlich in unserer Gemeindebibliothek mit. Natürlich bekommen wir auch Bücher, die entweder viel zu alt sind, oder welche, die den neuen Rechtschreiberegeln nicht mehr gerecht werden, die sortieren wir aber aus, und das sagen wir auch den Spendern. Diese Bücher kommen 2x jährlich auf unseren Bücherflohmarkt, mit dem Erlös können wir schon wieder Bücher anschaffen.


#139

Das finde ich mal sehr sinnvoll. Als ich letztes Jahr unsere Schulbücherei (Grundschule) übernommen habe, habe ich auch als Erstes alle Bücher mit alter RS rausgeschmissen. Es haben alle eh schon genug Probleme mit der RS, da muss man nicht noch mehr Verwirrung stiften.