Freitagsfrage Nr. 112: Warum lest ihr Bücher?


#1

Am kommenden Sonntag ist Welttag des Buches und das nehmen wir heute direkt mal zum Anlass, um euch zu fragen:

Warum lest ihr Bücher?

Was gefällt oder fasziniert euch am Lesen und an Büchern besonders? Wir sind sehr gespannt auf eure Antworten!


#2

Oh, da gibt es viele Gründe. Für mich ist lesen aktiver, als TV gucken. Wieso, kann ich gar nicht erklären. Beim TVgucken schweife ich immer ab, beschäftige mich noch mit anderen Dingen. Beim Lesen gibt es nur LESEN für mich.

Bücher lenken ab, Bücher geben neue Impulse, Bücher ermöglichen das Unmögliche (das in Filmen oft total lächerlich wirkt, im Buch aber fast schon plausibel ist), Bücher lassen mich blitzschnell an andere Orte reisen und diese entdecken (und ich muss nicht mal mein bequemes Zuhause verlassen …!), Bücher lösen Emotionen aus (tolle Protagonisten, miese Charaktere, Empathie, Antipathie, Sympathie), Bücher inspirieren … diese Liste könnte ich ewig weiterführen.

Ich habe Freude am Lesen, auf vielfältige Art und Weise. Und ich habe danach Freude, Bücher zu tauschen, zu verschenken. Und vorher: Bücher zu kaufen, zu gewinnen.

Mein Mann liest eigentlich nur Fachbücher und Kochbücher - aber er liebt es, mir mit einem Buch eine Freude zu machen. Also noch ein Grund, warum ich gern lese. :sparkling_heart:

Ein Buch in den Händen zu halten, das Papier und den Einband spüren, das Rascheln hören, den Duft einatmen - das sind dann die sinnlichen Gründe, warum ich Bücher liebe und gern lese.

Und ganz trocken lese ich auch, um Dinge zu erfahren: mich weiterzubilden, mich zu informieren, mich schlauer zu machen. Da findet man zwar - wie in vielen Bereichen - im Netz und in Zeitschriften usw. auch Infos, aber mir sind Bücher da lieber. Die stehen dann sicher und griffbereit im Regal und ich kann jederzeit nachschlagen, was ich wissen möchte.

Bücher sind ein kleines, eigenes Universum, in das ich gerne und so oft es geht, eintauche. Deshalb lese ich gerne Bücher, deshalb liebe ich Bücher.


#3

Ich liebe Bücher!
Ich liebe Geschichten!

Seitdem ich lesen gelernt habe, habe ich alles verschlungen, was an Lesbarem in der Nähe war. Da ich in meiner Familie die erste war, die eine Liebe für Bücher entwickelte (und wir waren 8 Kinder), wurde das nicht aktiv unterstützt (es fehlte auch das Geld, um mir mit einem Buch eine Freude zu machen). Zweimal im Jahr hat eine meiner Tanten bei meiner Cousine die gelesenen Bücher aussortiert und wenn ich dann diesen Karton voller neuer Geschichten bekam, war das für mich wie Weihnachten … oder noch schöner, denn da von meinen Geschwistern keiner was für Bücher übrig hatte, musste ich diese noch nicht mal teilen!

Für mich haben Bücher nie diesen Zauber verloren. Ich liebe auch Filme und Serien, konzentriere mich auch hier aufs Gucken und mache nichts nebenbei, aber für ein gutes Buch lasse ich schon mal alles andere liegen und konzentriere mich nur auf die Geschichte, die ich gerade lese. Und ich liebe es auch, früh am Morgen in meiner Küche zu sitzen und den Tag mit meinem aktuellen Buch und einer Tasse Kaffee zu beginnen.

Der zusätzliche Effekt beim Lesen ist auch noch, dass man aus jeder Geschichte, egal wie trivial sie ist, noch etwas an Wissenswertem mitnimmt. Ein chinesisches Sprichwort sagt: “Jedes Mal, wenn man ein Buch öffnet, lernt man etwas.” Dem kann ich nur zustimmen! :slight_smile:


#4

Als Einzelkind war ich immer neidisch auf Freunde mit Geschwistern. Aber so viele Geschwister, das kann ich mir gar nicht wirklich vorstellen (obwohl mein Schwiegervater 10 Geschwister hatte). Stelle ich mir aber interessant vor - mal schön, mal nervig und anstrengend. Vor allem denke ich, ist es schwer, genug “Mama und Papa” abzubekommen, weil ja alle Kinder ihre Ängste, Sorgen und Wünsche haben. Dennoch: die Einsamkeit, die ein Einzelkind trotz aller Liebe, Fürsorge und Aufmerksamkeit der Eltern empfinden kann, ist auch nicht wirklich besser.

Ich habe damals alle meine “Schätze” (Spielzeuge, Süßigkeiten und Bücher) mit meiner Freundin geteilt, die zwei Geschwister hatte und bei der auch alles etwas knapper war - obwohl das bei 8 eher zu verstehen ist. Für mich war das eine Bereicherung. Teilen machte mir Freude. Macht es noch heute!

Und ja, [quote=“misery3103, post:3, topic:2746”]
Der zusätzliche Effekt beim Lesen ist auch noch, dass man aus jeder Geschichte, egal wie trivial sie ist, noch etwas an Wissenswertem mitnimmt.
[/quote]

und wenn “nur” ist, wie man nicht sein möchte/sollte, handeln sollte usw. Manchmal lernt man sogar aus den trivialsten Büchern am meisten.


#5

Ich lese Bücher, weil es mir Spaß macht. Es ist einfach schön ein Buch zur Hand zu nehmen und darin zu versinken. Ich lese auch lieber ein Buch, als dass ich einen Film schaue. Denn bei einem Buch hat man die Möglichkeit die eigene Phantasie zu nutzen und sich das Geschehen und die Charaktere bildlich vorzustellen. Außerdem berühren mich Bücher mehr als Filme. Wahrscheinlich weil man sich länger damit beschäftigt.

Ja und dann sind Bücher eben einfach klasse :slight_smile: Man kann sich mit ihnen auch bei Stromausfall beschäftigen!! Außer es ist dunkel :confused:


#6

Das ist aber ein schönes Sprichwort!! :slight_smile:


#7

Da ich immer teilen “musste”, war ich dann auch mal froh, wenn ich was hatte, was nur für mich allein war. Grundsätzlich bin ich aber jemand, der sehr gerne teilt oder schenkt. :slight_smile:

Meine Freunde, die keine oder wenige Geschwister hatten, fanden es bei uns immer toll, weil immer was los war. Und meine Eltern sahen dann ein oder zwei zusätzliche Kinder am Tisch oder spielenderweise im Garten auch nicht als Problem an. Bei uns ging es in der Beziehung recht locker zu. Obwohl wir ja 8 Kinder sind, war der Altersunterschied ja doch extrem, so dass ich mich z. B. überhaupt nicht erinnern kann, mit meiner ältesten Schwester (die ist 13 Jahre älter als ich) zusammen im Haus gewohnt zu haben, weil die schon ausgezogen ist, als ich noch Kind war (ich war da 7 oder 8). Woran ich mich positiv erinnere, ist, dass ich nie allein im Haus war. Da war immer jemand da. Ist mir richtig aufgefallen, als ich ausgezogen bin und den ersten Abend in meiner eigenen Wohnung plötzlich allein saß. Das war mir dermaßen unheimlich, dass ich in allen Räumen Radio angemacht habe, um Stimmen um mich zu haben! :slight_smile:


#8

… Weil ich darin in Gegenden reisen kann und Menschen treffen, zu denen ich sonst vermutlich nie Kontakt bekäme. Und weil ich eine zutiefst neugierige Person bin. :wink:


#9

Ach ja, hier wurde in den ersten Beiträgen schon alles gesagt, weshalb ich gerne lese. Bei mir kommt noch hinzu, dass ich nicht gut hören kann. In Büchern verstehe ich also auch das Geflüsterte/Leise.


#10

Ich Liebe das Lesen von klein auf, ich finde Bücher sind eine Bereicherung, sie versüßen einem den Alttag.
Zu Ostern, Geburtstag und Weihnachten bekam ich immer Bücher, wenn ich neuen Lesestoff bräuchte ging ich in die Bücherei.
Schade das es damals noch keinen PC , geschweige den Leserunden gab, ich glaube ich hätte da auch mitgemacht.
Beim Lesen kann ich mich so richtig entspannen und in andere Welten abtauchen. Ich brauche das Lesen wie die Luft zum Atmen.


#11

Warum? Was ist denn das für eine Frage?? :joy:
Weil es einfach spannend ist in andere Welten abzutauchen. Geschichten zu erleben, die man im echten Leben wahrscheinlich nie erleben würde. An Orte zu reisen, die man in echt nie zu sehen bekäme. Mit den Charakteren im Buch mitzuleiden, sich mit zu freuen, mit zu fiebern, mit zu rätseln, mit zu weinen, mit zu lachen…:heart_eyes:


#12

Ja, das kann ich verstehen. Ich wollte damit auch nicht gesagt haben, dass Du nicht teilen kannst - sorry, wenn das so rüberkam. Mein Punkt war nur, dass ich als Einzelkind (die ja im Ruf stehen, nicht teilen zu können) sehr gern mit meiner Freundin geteilt habe, die als Kind oft meinte, zu kurz zu kommen, weil eben noch zwei da waren (ich bin mir sicher, sie hatte wesentlich mehr als Du, ohne das böse zu meinen).

Ich erinnere mich, wie mein Dad mich mal mit zu einer Familie genommen hat, die viele Tiere hatten (Bauernhof mit den üblichen Tieren plus Ziegen und jeeeeeeeeede Menge Meerschweinchen). Die hatten “viele Kinder”. Frag mich nicht, wie viele es waren, für mich waren es viele (ich war ja klein), es waren überall Kinder um mich rum und ich fand es toll. Sie halfen mir sofort total begeistert, meine ausgesuchten zwei Meerschweinchen aus den vielen raus einzufangen. Will sagen: sie freuten sich, mir helfen zu können und etwas von ihnen abzugeben. Ich glaube fest, dass ein Einzelkind auf ein fremdes Kind, das auch noch Meerschweinchen mitnehmen wird, anders reagiert hätte.

Einzelkinder und Kinder mit vielen Geschwistern - beide haben ihre eigenen negativen Erlebnisse, aber ich finde es einfach interessant und schön, beide Seiten zu sehen. Und ich kann mir sehr gut vorstellen, wie still das für Dich war, als Du ausgezogen bist.

Ich hatte das Glück, dass ich schon als Kind Bücher bekam, aber auch die Grundschule hatte eine tolle Bücherei, in der ich sehr viel Zeit verbracht habe. :blush:


#13

Seit ich lesen kann,also schon als Kind, verschlinge ich Bücher. Warum das so ist, kann ich gar nicht beantworten.Sagen wir mal so:Bücher gehören zu meinem Leben wie die tägliche Dusche oder der tägliche Kaffee. Ich könnte darauf eine Zeitlang verzichten, will aber nicht.Mittlerweile habe ich das Gefühl ,in den letzten Jahren Suchtverhalten entwickelt zu haben. Ich kann zb nicht einschlafen ohne noch im Bett ein paar Seiten gelesen zu haben. Oder gerate in Stress, wenn mein Reader auf Bahnfahrten nicht dabei ist. Ich lese auch, weil ich nicht gerne TV schaue…


#14

Und wenn mir alle Königskronen für meine Bücher und meine Freude am Lesen angeboten wären: Ich würde sie ausschlagen.

François Fénelon


#15

Ich lese, weil ich nicht anders kann. Zu Zeiten, als wir nicht fernsehen durften, lernten wir erst das richtige Lesen, weil wir auf unsere geschenkten Bücher zurückgreifen mussten. Wenn das Spielen oder die geschwisterliche Kommunikation nicht funktionierte, wurde das Buch zum Erchließen neuer Gedanken und Welten genommen. Zumal ich so auch aus der Enge der elterlichen Wohnung ausbrechen konnte, in andere Welten und andere Familien hineinschauen konnte. Jetzt lese ich, weil ich gerne Abwechslung habe und mich noch immer andere Denkweisen oder bei Krimis die Bestrafung der Täter, nachdem sie erst einmal ausgeforscht werden mussten, interessiert. Die historischen Romane entführen mich in eine andere Zeit mit anderen und diffizileren Problemen als die heutige Zeit. Ich lese, um der Realität zu entflilehen, um meine Laune zu heben oder um Probleme besser lösen zu können. Denn Lesen erweitert den Horizont und befreit von Engstirnigkeit. Lesen macht kreativ und erweckt immer wieder von Neuem die Lust selber zu schreiben, Texte auszuprobieren und sich einmal aktiv am LIteraturprozess zu beteiligen. Lesen sowie Schreiben macht mich glücklich, weil ich mich lebendig fühle und aus dem Alltagstrott entfliehe. Lesen ist mein Lebenselixier, dsa mir hilft, mein Leben zu gestalten und neu zu organisieren.


#16

Was für eine Frage :wink: Für mich ist es das Eintauchen in andere Welten und das Kennenlernen neuer Menschen. Wie Viele hier bereits geschrieben haben: Man kann eine Menge lernen aus den unterschiedlichsten Gebieten - über Geschichte, Politik, aber sicherlich am Meisten warum Menschen sich so und so verhalten oder auch nicht. Die Empathiefähigkeit wächst (wurde glaube ich, sogar schon wissenschaftlich bewiesen) und zugleich wird man/ich :wink: gelassener gegenüber dem Lauf der Dinge. Irgendwie hat man ja Alles schon mal gelesen…


#17

Wenn ich einen Film schaue, sehe ich vor mir eine Geschichte, die sich ein fremder Mensch ausgedacht hat, und die ein Regisseur dann mehr oder weniger gut in bewegte Bilder umgesetzt hat. Wenn ich ein Buch lese, sehe ich vor mir eine Geschichte, die sich ein fremder Mensch ausgedacht hat, und die ich in meinem Kopf in Bilder umsetze. Bei einem Buch bin ich also mein eigener Regisseur, ich schaffe mir meinen eigenen Film. Allerdings bleibt es die Geschichte eines fremden Menschen. Das kann schön sein, wenn ich tief in die Geschichte eintauchen kann, in sie versinken kann, mit ihr eine Weile leben kann.
Als kleiner Junge bekam ich mein erstes Buch von meiner Großmutter geschenkt: Winnetou I. Ich konnte mit dem Titel und dem Autor damals nichts anfangen, und ich konnte nur sehr langsam lesen. Aber die Geschichte hat mich fasziniert, es war spannend, es hat mich gefesselt, ich konnte mich mit dem Buch zurückziehen und schöne Stunden verbringen. Als ich es gelesen hatte, konnte ich kaum erwarten, die nächsten Bücher von Karl May zu lesen. Ich habe sie fast alle verschlungen.
Später hat mich ein anderer Autor angesprochen. Hermann Hesse hat mir über schwierige Phasen meiner Jugend hinweg geholfen. Aus seinen Geschichten konnte ich sehr viel Kraft schöpfen, habe ich viel gelernt. Das war sehr wichtig für mich. Heute sprechen mich vor allem phantasievolle und spannende Geschichten an.
Bücher lesen ist etwas Wunderbares. Eine Steigerung könnte dann nur noch sein, selbst Bücher/Geschichten zu schreiben. Dann würde aus der eigenen Phantasie etwas völlig Neues entstehen. In meinem Kopf entstehen solche Geschichten. Aber sie niederzuschreiben, ist etwas ganz anderes. Dazu müsste man Schriftsteller sein, was nicht ganz einfach ist. Aber man muss sie ja nicht niederschreiben. Es reicht doch, wenn meine Geschichte in meinem Kopf zu meinem Film wird. Und um meine eigene Geschichte entstehen zu lassen, können Bücher auch eine Inspiration sein. Ein gutes Buch ist auf jeden Fall eine große Bereicherung.


#18

Oh noch eine Schwerhörige.Mir geht es genauso.Beim lesen ann ich alles hören…


#19

Seitdem ich lesen kann, liebe ich Bücher. Geschichten haben mich immer schon fasziniert und gerade auch in Kindertagen inspiriert. Als ich noch nicht lesen konnte, hat mir meine Oma oft vorgelesen und die Geschichten mit mir nachgespielt. Später hat sie mich regelmäßig mit neuen Büchern versorgt. Jedes einzelne wurde schon damals innig geliebt.
Hach, gemütlich mit einem schönen Buch auf der Couch, Kaffee dazu, das bedeutet für mich absolutes Glück. Dabei kann ich herrlich abschalten und wunderbar entspannen. Der Fernseher dagegen macht mich eher unruhig. Und für Filme reicht meine Geduld selten aus, weil ich währenddessen ständig meine Bücher im Hinterkopf habe :smiley: Überhaupt kann ich in Bücher viel tiefer versinken als in Filme. Und sollte ich aus Zeitmangel zwei Tage lang nicht zum Lesen kommen, bin ich voll auf Entzug :smiley: Oft kann ich auch gar nicht einschlafen, ohne zumindest ein paar Seiten gelesen zu haben. Und ich liebe neue Bücher, Bücher machen mich einfach glücklich.


#20

Das hab ich auch nicht als “böse” wahrgenommen. Wollte nur noch mal kurz klarstellen, dass ich zwar als Kind immer “gezwungen” wurde, mit meinen Geschwistern zu teilen, aber ich das trotzdem heute gerne mache und nicht “raffgierig” bin! :slight_smile: