Liebe Vorableser*innen,
Ich möchte mich in dieser Woche das erste Mal für ein englischsprachiges Buch bewerben. Gibt es hierbei eine Regel, ob Leseeindruck und später Rezension auf Deutsch oder Englisch verfasst werden sollen? Englisch würde natürlich Sinn ergeben, gleichzeitig rezensiere ich hauptsächlich auf deutschsprachigen Seiten. Die Leseeindrücke bisher zu dem Buch wurden etwa halb Deutsch halb Englisch verfasst und helfen mir daher auch nicht weiter.
Hallo
Ich kann dir nur sagen wie ich es mache. Wenn ich ein fremdsprachiges Buch lese, rezensiere ich meist erst in der Ursprungssprache und wenn es Sinn ergibt direkt durch Linien getrennt darunter die deutsche selbstgemachte Übersetzung. Das ist verständlich zeitaufwendig, aber ich handhabe es so. Und wenn es zu dem Buch eine entsprechende Übersetzung gibt, rezensiere ich sogar nur in der Landessprache und bei Bedarf die Übersetzung auf Deutsch.
Sicher wäre hier eine Mail an das Team sinnvoll, damit du Gewissheit bekommst.
Also da ja nur Leute mit sehr guten Englischkenntnissen englische Bücher lesen, sollte auch der Leseeindruck und die Rezension in Englisch sein. Das sollte doch auch kein Problem für die Lesenden darstellen, oder?
Sonst könnte man ja glatt auf den Gedanken kommen, dass es mit dem Englischen doch nicht so weit her ist.
Es spricht auch niemand von einem Problem (, weswegen ich die Unterstellung absolut nicht nachvollziehen kann)! Es wird lediglich gefragt, was (seitens vorablesen) erwünscht ist und ich verstehe, dass man erst im Forum nachfragt, weil es dort jemand wissen könnte (!), bevor man sich direkt an vorablesen wendet. Schließlich ist das Forum genau dafür da.
Eine Sprache verstehen und sprechen sind zwei Paar Schuhe. Man kann nicht unbedingt gut englisch schreiben, auch wenn man es bestens lesen kann.
Für Leser/innen, die unentschlossen sind, kann eine deutschsprachige Rezension zu einem englischsprachigen Buch sehr hilfreich sein.
Es ist Dir überlassen, in welcher Sprache Du den Leseeindruck und ggf eine Rezension schreibst. Vorablesen testet hier nicht Deine Englischkenntnisse.
Zu meiner Schulzeit in grauer Vorzeit wurde denen, die sich mit Englisch schwer taten, empfohlen, englische Bücher zu lesen, um das Gefühl für die Sprache zu bekommen. Es richten sich diese Bücher also nicht an die Supersprachtalente.
Bei Netgalley (bisher meine einzige Plattform mit englischen LE) habe ich es so gemacht, dass ich eine kurze englische Rezension schreibe und dann eine ganz normale deutsche Rezension darunter.
Letztendlich sind ja auch die Plattformen, auf denen ich diese Rezensionen teile, hauptsächlich deutschsprachig. Bei Netgalley gibt man ja selbst an, wo man rezensiert, und hier bei Vorablesen gibt es auch eine Liste mit Shops. Sicher gibt es da auch mal Kunden oder Mitglieder, die kein Deutsch können, aber dafür hab ich dann ja noch die kurze englische Rezension
Mein Englisch ist okay. Ich verstehe Filme, Bücher und Hörbücher, allerdings habe ich beim Sprechen und Schreiben viiiiieeeel weniger Übung und daher halte ich den Text auch eher kurz.
Ich finde @bookqorld91 s Vorschlag sehr sinnvoll - oder eine Kombination aus englischem Text und kurzer deutscher Zusammenfassung. Außerdem würde ich die Entscheidung davon abhängig machen, wo du deine Rezensionen streuen willst und welche Follower du dort hast. Amazon lässt z. B. keine englischsprachigen Rezensionen zu (zumindest habe ich dort immer Probleme, dass Rezensionen zu deutschen Büchern abgelehnt werden, deren Buchtitel in englischer Sprache sind). In der Buch-Community, in der ich aktiv bin https://www.buechertreff.de/ gibt es einen festen Stamm an User:innen, die Englisch lesen, diese Bücher vor dem Erscheinen einer Übersetzung rezensieren und selbst Stamm-Leser:innen für ihre Texte habe. Dort würde sich die Tandem-Variante lohnen. Nur Englisch zu rezensieren würde vermutlich zu Konflikten mit User:innen führen, die sich davon ausgeschlossen fühlen.
Wenn du auf goodreads rezensierst, würde ich erwarten, dass du selbst ein evtl. späteres Erscheinen der deutschen Ausgabe kontrollierst und dann dort Librarians (die die Freigabe dafür haben) darum bittest, die Buchseite für die deutsche Ausgabe anzulegen. Das klingt nach viel Arbeit, aber ich finde, wenn man sowieso schon rezensiert, lohnt sich das.
Ganz vergessen: wenn es ein Shop ist, der auch englische Original Bücher anbietet (Thalia, Pustet…) denke ich, dass die Rezensionen zum Buch in Originalsprache durchaus gewünscht sind. Aber Englisch verstehen und Englisch schreiben können sind wahrlich zwei paar Schuhe. Meine Oma zum Beispiel nimmt die englischen Wörter in Liedtexten (sie singt im Gesangsverein) wahr, würde sie aber niemals geschrieben wieder erkennen oder selber schreiben. Da darf ich ihr immer geduldig erklären, worauf in den Worten zu achten ist.
Solche Kommentare sind der Grund, warum viele Mitglieder des Forums sich lieber nicht aktiv an Diskussionen beteiligen…
Das muss nicht mal zwangsläufig der Hintergrund der Frage sein. Für mich ist Englisch beispielsweise wie eine zweite Muttersprache und dennoch wäre ich unsicher, ob ich ein in Deutschland gelesenes englisches Buch auf deutschen Webseiten auf Englisch rezensieren sollte. Manchmal wechselt das sogar ganz unbewusst, weil es für mich keinen Unterschied macht und ich manchmal gar nicht bewusst parat habe, in welcher Sprache ich das Buch eigentlich gelesen habe. Da wäre eine deutsche Rezension nicht zwangsläufig ein Indikator für die (in diesem Fall meine) Sprachkompetenz.
Daher finde ich es ganz schwierig, welche Annahmen hier von einzelnen Personen (nicht an dich bookqorld91 gerichtet) schon wieder getroffen werden.
Alles gut. Ich verstehe, was du meinst, mit den Annahmen. Bei mir ist es ähnlich wie bei dir, allerdings rezensiere ich auch deshalb auf Englisch, damit die Menschen verstehen, dass ich das Original und nicht die (teils doch etwas andere) Übersetzung meine. Das kommt mMn noch on Top.
Ich finde schon einigermaßen erstaunlich, wie sehr sich manche angesprochen fühlen und sogar eine Unterstellung vermuten.
Passt aber insgesamt zu den immer mal wieder auftretenden Diskussionen zum Thema „Lieber Bücher im Original lesen als die deutsche Übersetzung“. Wo sich offenbar die meisten Vertreter dieser Richtung dafür ausgucken, einen Originaltext besser interpretieren und verstehen zu können, als die professionellen Übersetzer.
Aber wie es scheint, führt der Rat in der Englischstunde „lest englische Bücher!“ nicht dazu, die Sprache besser zu beherrschen.
Der Vergleich mit der Chor-Oma hinkt etwas, denn sie würde wohl kaum englische Bücher lesen wollen, nur weil sie ein paar Liedtexte mitsingen kann.
Wenn das Buch hier sowohl auf deutsch als auch englisch erscheint (was ja wohl unterschiedliche Ausgaben sind), dann weiß ich nicht was dagegen spricht, sie auch in der jeweiligen Sprache zu rezensieren.
Natürlich bleibt es jedem selbst überlassen, in welcher Sprache er/sie die Rezension schreibt, solange VA keine Vorgaben macht. Und die Frage danach war absolut nachvollziehbar. Offenbar sind manche (für mich ebenfalls nachvollziehbare) Antworten zum Thema fremdsprachige Literatur nicht so gern gesehen hier.
Wenn ich mir zutrauen würde, Bücher in einer fremden Sprache problemlos zu lesen, dann wäre ich garantiert auch in der Lage, in dieser Sprache zu reden und auch zu schreiben - wenn auch mit kleineren grammatikalischen Fehlern. Auch, wenn ich jetzt wieder mehrfach dafür gescholten werde.
…nicht, dass mich das von einer aktiven Beteiligung im Forum abhalten würde…
Liebe Vorableser:innen,
der Verlag präferiert in diesem Fall Leseeindrücke und Rezensionen auf Deutsch. Einen Nachteil in der Verlosung bei bereits verfassten englischen Leseeindrücken gibt es NICHT.
Die Thread-Erstellerin wollte einfach nur wissen, ob die Rezensionen auf deutsch oder Englisch sein sollen.
Meine Güte.
Würde ich bei mir nicht behaupten. Ich kann ja schon ein paar Sprachen und bei jeder dieser Sprachen ist das Verständnis größer als Produktion (Sprechen, Schreiben). Sogar bei Deutsch: ich kann auch so ein Juristendeutsch verstehen, aber ich könnte es nicht schreiben. Ich kann Dialekte verstehen, aber nicht nachmachen. Das sind für mich ganz unterschiedliche Fähigkeiten.
Ich lese, höre und gucke gern mal auf Englisch, wenn es besser passt und damit habe ich vor 15 Jahren angefangen, aber ich brauche soooo selten mal englisch zu schreiben oder zu reden, dass ich da viel weniger Übung drin habe und genau so lernt man eine Fähigkeit einer Sprache: Übung.
Exakt so meinte ich mein Posting.
Das sind interessante Aspekte - vor allem beim Thema Dialekte hast du natürlich völlig Recht. Man versteht sie teils gut, könnte sie aber selbst nicht „nachmachen“.
Allerdings lernt man die ja auch nicht in der Schule…
Aber VA hat sich ja inzwischen geäußert und die Frage ist beantwortet worden.
Eher im Gegenteil…ich erinnere mich noch sehr gut an Lehrer, die uns Dialektsprecher ziemlich verspottet/sarkastische Kommentare abgegeben haben. Ich bin im Dialekt aufgewachsen, habe in der Schule aber sehr schnell Hochdeutsch als „erste Fremdsprache“ gelernt.
Zum Glück, was gäbe das für ein Durcheinander? Fast jedes Dorf in meiner Region hat seinen eigenen Dialekt. Welcher sollte da unterrichtet werden?
Keiner, Hochdeutsch in der Schule ist völlig OK. Dennoch finde ich es schade, dass das Ansehen des Dialektes in Deutschland allgemein schwindet und generell mit niedriger Bildung assoziiert wird. Von der jüngeren Generation wird er auch immer weniger gesprochen. Aber das ist eine ganz andere Baustelle.