Die neuen Leseproben - Juhu oder Buh?

Genau das meine ich, wenn man denkt das es nicht passt, zu düster oder brutal. Es sind ja nur Empfehlungen, aber bei jedem finde ich muss nicht, da jedes anders ist.

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Und eben deshalb wundert mich die Beschränkung auf den eigenen, erwachsenen Geschmack. Evtl. kann @Vorablesen die Zielgruppe bei Jugendbüchern fetter drucken :wink:

Ohje, in zwei Wochen sind vier Bücher dabei, die ich interessant finde…

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Vielleicht übertreibe ich, aber die Thematik von „Gelbe Monster“ in zwei Wochen ärgert mich.
Fast jeden Tag stirbt eine Frau in Deutschland, weil sie von einem (oder ihrem) Mann umgebracht wird, Hunderte werden jeden Tag misshandelt - aber klar, lasst uns ein Buch über weibliche Gewalt rausbringen.

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Puh, das find ich irgendwie auch unglücklich. Würde mich ja schon interessieren, warum eine Autorin ausgerechnet Gewalt von Frauen thematisieren möchte. So ein Buch hätte ich jetzt eher aus der Incel-Szene oder so erwartet. Ich habe jetzt auf die Schnelle kein Interview oder so mit der Autorin dazu gefunden.
In der Woche werde ich mich wohl auf Abbas Khider konzentrieren. Da fand ich das letzte Buch klasse.

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Ich finde es durchaus gerechtfertigt, auch das Tabuthema „gewalttätige Frauen in einer Partnerschaft“ zu thematisieren. Auch wenn in den allermeisten Fällen Gewalt von den Männern ausgeht, ist auch das etwas, über das man sprechen darf und muss. Betroffene Männer schweigen aus Scham häufig, und ich finde es wichtig, auch diese Gewaltopfer sichtbar zu machen. Meiner Wahrnehmung nach kippt die Feminismus-Debatte zur Zeit ins andere Extrem, eine Misandrie. Ich finde es eher befremdlich, dass der Klappentext schon sagt, dass die gewalttätige Frau liebenswert dargestellt wird. Man stelle sich das umgekehrte Szenario vor, wo der Mann als liebenswert betitelt würde…

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Ich sehe da kein Tabuthema, aber im Vergleich zu Gewalt von Männern gegen Frauen, ist das a) mikroskopisch vernachlässigbar und b) Wie viele Männer sterben an der Gewalt von Frauen gegen Männer?
Ehrlich, das geht mir absolut nicht in den Kopf.

Aber ja, mir stieß das mit dem Klappentext, wo was von sympathischer Schlägerin erwähnt wird, auch sehr übel auf.

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Ich habe gerade unter

nachgelesen: Bei partnerschaftlicher Gewalt sind 20% der Opfer männlich, der Anteil ist also nicht mikroskopisch vernachlässigbar.
Über die Geschlechterverteilung bei Tötungsdelikten habe ich in Partnerschaften nichts gefunden.

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Ich finde es gut, dass auch diese Dimension von Gewalt literarisch beleuchtet wird. Nur weil die Gewalt von Männern an Frauen häufiger und im Vergleich mitunter verheerender ist, muss nicht über Frauen als Täterinnen geschwiegen werden.
Diese Argumentation erschließt sich mir nicht.

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Ich finde auch nicht, dass es grundsätzlich ein Tabuthema ist.
Allerdings empfinde ich insbesondere die Darstellung des Themas überhaupt nicht gelungen. Es liest sich total reißerisch, deshalb kam glaube auch meine erste Assoziation mit den Incels. Wenn man wirklich für das Thema sensibilisieren wollen würde, hätte ich etwas mehr Sachlichkeit erwartet. Und vielleicht auch eher einen Beitrag eines (betroffenen?) Mannes.
Aber ehrlich gesagt finde ich es aus Frauenperspektive wichtiger für Femizide zu sensibilisieren und würde das auch von einer Autorin erwarten. Vielleicht habe ich gerade auch zu viel Fallwickl gelesen ;). Ja, auch Männer erleben Gewalt in Paarbeziehungen, aber sie sterben in der Regel nicht daran. Das geschieht Frauen.

Grundsätzlich kann aber natürlich jeder über das Schreiben, was er möchte. Ich kann es aber halt als seltsame Prioritätensetzung empfinden.

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Laut BKA gab es 2024 156 Opfer partnerschaftlicher Gewalt, die zu Tode gekommen sind. Davon waren 132 Frauen. Das finde ich schon relativ eindeutig.
Bei innerfamiliärer Gewalt sieht es etwas anders aus, aber da werden auch Kinder mitgerechnet. Da ergibt sich natürlich noch mal ein anderes Verhältnis.

Quelle: https://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/JahresberichteUndLagebilder/HaeuslicheGewalt/HaeuslicheGewalt2024.pdf?__blob=publicationFile&v=12

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Das ist aus meiner Sicht aber auch sehr unglücklich formuliert und spielt das Leid von Betroffenen runter. Überspitzt könnte ich daraus drehen, dass es alles nicht so schlimm ist, so lange man nicht an der Gewalt stirbt (ich weiß, dass du das sicherlich nicht so meinst)

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Provokant gefragt: Ist Gewalt erst dann schlimm, wenn jemand stirbt?

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Meine persönliche Einstellung zu dem Thema ist: Gewalt ist Gewalt. Und sie sollte immer verurteilt werden, egal welches Geschlecht sie ausübt bzw. welches Geschlecht es erfährt. Keine Gewalt ist je nach Geschlecht schlimmer oder weniger schlimm.

(Und jetzt halte ich mich raus. Ich wollte mich hier im Forum eigentlich nicht mehr zu politischen/gesellschaftlichen Themen äußern :see_no_evil:)

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Nee, ist sie nicht. Hab ich ja auch nicht behauptet. Aber ein Mord ist natürlich schlimmer, als eine „einfache Körperverletzung“. Deshalb wird man dafür auch stärker bestraft. Ich finde es sehr seltsam als Frau über Gewalt gegen Männer zu schreiben - noch dazu so reißerisch -, wenn gleichzeitig deutlich mehr Frauen wegen Gewalt in Partnerschaften sterben. Da ist die Statistik sehr deutlich und das Dunkelfeld wohl deutlich geringer als bei den anderen Taten.

Ergänzung: Vermutlich reißerisch. Ich kenne ja bisher nur die Ankündigung. Klappentexte entsprechen ja ab und an auch gar nicht dem Buch.

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Man kann sich natürlich immer einzelne Sätze rausziehen und das überinterpretieren.

Provokante Gegenfrage: Für dich ist also eine Ohrfeige gleichzusetzen mit einem Mord?

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Nur weil ein Mord schlimmer ist, heißt das doch nicht, dass man das andere nicht auch thematisieren muss! Und ganz ehrlich finde ich es sehr befremdlich, wenn wir von Frauen erwarten, dass sie nur noch ihre eigenen Interessen im Blick haben und sich nur auf feministische Themen fokussieren sollen. Ich würde mir das als Frau nicht vorschreiben lassen, worüber ich schreibe, und als Mann auch nicht. Es ist mir auch völlig egal, ob ein Buch von einem Mann oder einer Frau verfasst wurde, ich achte da meist nicht mal drauf.

Das einzige, was mich an dem Buch stört ist, dass die Gewalt, die von der Frau ausgeht, von vornherein verharmlost und ins Humorvolle gezogen wird, wenn man den Klappentext glauben darf. Wie gesagt: Man stelle sich das nur mal umgekehrt vor.

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Oh man, ich wusste, dass es jetzt wieder wild wird :see_no_evil:

Ich bin raus.

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Du hast ja meinen Beitrag gelesen und dann wahrgenommen, dass ich nicht gegen eine grundsätzliche Thematisierung bin. Wird ja auch in den Statistiken erwähnt, der Weiße Ring beschäftigt sich damit - viele ernstzunehmende Stellen.
Auch Autorinnen können schreiben, worüber sie möchten. Man muss aber im Zweifel auch damit leben, dass ich es schräg finde. Und dazu habe ich ja auch noch die Art und Weise thematisiert, die dir ja offensichtlich auch nicht so zusagt.

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Ja, was die Art und Weise angeht, wie es im Buch anscheinend thematisiert wird, sind wir uns einig. Ob der Klappentext evtl. irreführend ist oder das Buch tatsächlich so geschrieben ist, werden wir natürlich erst nach der Lektüre wissen…

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