Ich mach mir bei dem ganzen Thema nur echt Sorgen, dass durch diese Romantisierung von Missbrauch und Gewalt in Beziehungen das alles noch mehr normalisiert wird und das in einer Zeit, wo die Gewalt gegen Frauen wieder ansteigt. Vor allem dadurch, dass die Sachen ohne Einordnung so auf Tiktok etc. gehypt werden, werden auch zu junge Mädchen darauf neugierig und ich kann mir schon vorstellen, dass das vielleicht später einen Einfluss auf ihre Beziehungen haben kann, wenn es da nicht mehr Aufklärung gibt.
Als ich 13/14 war, war gerade 50 shades of grey total im Hype und da war man auch neugierig, obwohl man wusste, dass man eigentlich zu jung dafür war. Das haben meine Freundinnen und ich dann auch gelesen und ich glaube nicht, dass es uns groß geschadet, aber das ist ja gar nichts im Vergleich zu den DR Büchern heute. Ich will gar nicht wissen, wie viele 12 jährige Mädchen Haunting Adeline gelesen haben und da wird doch so weit ich weiß Stalking und Vergewaltigung romantisiert und das Buch wird auf Tiktok überall gehypt.
Meiner Meinung nach ist es düstere Fantasy, kein typischer DR-Vertreter.
Da war selbst meine Tochter schockiert, die Dame muss sich sinngemäß wohl mal geäußert haben, dass ihr Job ganz leicht ist, einfach etwas Dominanz und viele heiße Szenen mischen und schon kaufen die kleinen Mädchen haufenweise die Bücher - das klang recht abwertend ihren Leserinnen gegenüber…
Mich würde es wirklich mal sehr interessieren wie ein jüngeres Publikum von DR denkt und wie weit es Einfluss auf ihre Beziehungen tatsächlich hat. Das DR heute medial so “gehyped” wird finde ich auch nicht soooo gut. Insbesondere wissen ja Influencer wie alt ihre Durchschnitts Zuschauer sind und dann kommt es darauf an, wie sie auf diese Werke eingehen. Wenn Aussagen folgen wie “das beste Buch des Jahres” oder “muss man gelesen haben”, obwohl man weiss welchen Einfluss man ausübt und insbesondere wenn dann noch die Zuschauer*innen jünger sind, geht das für mich nicht.
Ich fand schon damals den Hype um 50 shades of grey komisch und habe mir erst Jahre später den Film angeschaut. Es war sehr interessant dann im nachhinein nochmal Aussagen vom Umfeld zu reflektieren, obwohl viele den Film nur wegen des Hypes angeschaut hatten und danach nur Aussagen zum heißen Schauspieler von sich gegeben haben .
Wenn Anathema düstere Fantasy wirklich ist, dann glaube ich wird es mir gefallen. Aber wenn es zu sehr in die DR Richtung geht, dann werde ich wahrscheinlich enttäuscht sein, da ich etwas sehr düsteres Atmosphärisches lesen will und dies auch mein Kaufgrund für das Buch war.
Ich bin ja jetzt gespannt, was ich so über Jane S. Wonda erfahren werde. Irgendwie ging sie an mir vorbei … ein Nachteil wenn man nicht mehr so auf sozialen Medien verkehrt.
Finde es auch echt problematisch, wie hier die Kaufbereitschaft und Neugier von jungen Menschen so schamlos von ihr (und vermutlich einigen Mitwirkenden) ausgenutzt wird um sich die eigenen Taschen voll zu machen. Naja, immerhin dient sie als „gutes“ Beispiel dafür wie man nicht auf berechtigte Kritik reagieren sollte.
Ich versuche mal daran zu denken, das meine Cousinen (15 & 18) zu fragen. Selbst lesen sie beide keine DR, die kleinere hat aber schon Fourth Wing und Crescent City gelesen, wobei ich ihr auch direkt gesagt habe, dass sie mich bei Fragen, etc. immer ansprechen kann und ich hab ihr auch hoffentlich gut vermitteln können, dass in diesen Büchern keine normalen Beziehungen beschrieben werden.
Ich werde auf jeden Fall berichten, wenn ich dran denke.
Dark Romantasy wird es wohl offiziell genannt, es gibt durchaus heiße Szenen aber die Romanze entwickelt sich sehr langsam. Ich bin gespannt auf deine Meinung dazu.
Es geht in allen Teilen der Reihe bumstechnisch zur Sache. Wobei ich das nicht als DR einkategorisieren würde, nur halt als etwas übertrieben und auch das Männer/Frauenbild mit meiner damals 13-jährigen Cousine lieber nochmal besprechen wollte, damit ihr bewusst ist, dass wenn ein Mann sagt, sie solle sich fern halten, das dann auch eine gute Idee ist und keine Aufforderung, ihn quasi zu stalken xD
Noch kritischer finde ich ihre Aussagen zu der Reihe „Very Bad Kings“ .. (ich erinnere mich nicht mehr genau an den Wortlaut, ist aber alles auf Tiktok/Instagram zu finden) Da sagte sie, dass ihre Kings absolut NICHT toxisch sind etc. Sinngemäß: Die Leute würden ja toxische Beziehungen null verstehen. Sie war wohl selbst in einer und hat jetzt auch mit dem Piper-Verlag einen Ratgeber gegen toxische Beziehungen rausgebracht.
Frag mich, ob sie diese Aussagen auch ihrem eigenen Kind irgendwann mal gegenüber bringt, wenn es solche Beziehungen, wie in ihren Büchern, romantisiert.
Oh weh, ich hoffe einfach mal, dass sie keine Kinder bekommt… Die Frau kann ich irgendwie schon länger nicht mehr ernst nehmen, ich frage mich, ob sie wegen ihres umstrittenen Rufes in diesem Jahr nicht auf der LBM war. In den beiden Vorjahren hatte das Wondaversum einen riesengroßen Stand dort, mit ewig langen Warteschlangen.
Na darauf hat die Welt bestimmt gewartet - NICHT! Das passt so gar nicht, für mich steht das auf der selben Stufe wie Werbung für Erotikspielzeug auf Babykleidung. Nun ja, hauptsache Madame verdient genug…
Welche denn? Die anderen „typsichen“ DR-Verlage wie Vajona oder auch der große D.C.Odesza-Stand waren in diesem Jahr trotz aller Kritik am Genre auf der Messe vertreten.
Es wäre doch mal ein Ansatz, sich zu fragen, ob eine Autorin in diesem Genre ihren Lebensunterhalt verdienen kann - ohne Versorgerehe. Einige Personalunionen aus Verleger/Autor/Lektor/Übersetzer/Verkäufer von Buchboxen wirken irgendwie nicht so.
Das könnte ich auch nicht sagen, ich schaue immer kurz vor der Messe, was mich interessiert und gehe dann in die entsprechenden Hallen. Aber egal welche Hallennummer es war, die DR-Verlage waren alle in einer Halle untergebracht, da wäre m.M.n. auch noch genug Platz für das Wondaversum gewesen.
Ohne dass ich Ahnung habe, was eine Autorin so pro Buch verdient, könnte ich mir vorstellen, dass J.S. Wonda alleine vom verkauften Merch (auch ohne Babykleidung) ihren Lebensunterhalt bestreiten könnte.
Ich fürchte, in diesen Genres klappt das viel besser als bei anspruchsvoller Literatur, allein bei den Verkaufszahlen…. Wenn sie dann auch noch Merch geschickt vermarkten, verdienen sie sicher genug, um Kollegen anderer Genres vor Neid erblassen zu lassen.