Dark Romance - jugendgefährdend oder halb so wild?

Ich finde auch auf jeden Fall, dass DR Bücher nicht an Minderjährige verkauft werden sollten und dass diese Art der Literatur auf jeden Fall auf Projekttagen o.ä. eingeordnet werden müssen, besonders die Gewalt in Beziehungen und die Romantisierung davon. Ich finde es schon besorgniserregend, wenn das bei jungen Mädchen so beliebt ist, vor allem, wenn man bedenkt, dass viele Jungen im gleichen Alter sich ähnlich gewaltverherrlichende Pornos angucken. Das ist schon eine gefährliche Kombination. Da muss auf jeden Fall viel mehr Aufklärung stattfinden.

Solange man alt genug ist, um das nicht zu verinnerlichen und es klar von der Realität abgrenzen kann, sehe ich da kein Problem damit, wobei es für mich absolut gar nichts ist. Mich stört einfach das Frauenbild in all diesen Büchern, aber das tut es auch bei vielen “normalen” Romance Büchern. Letzten Endes ist DR auch nur eine Unterart vom Horror/Thriller Genre.

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Das ist doch eine prima Möglichkeit, mit den Angeboten der Stadtbibliothek in Kontakt zu kommen. Toll, dass ihr sie mitgenommen habt. Gerade für Kinder sind die Bibliotheksausweise oft kostenlos oder sehr günstig (bei uns 5 EUR/Jahr), und gemeinsam mit Freunden durch die Regale zu stöbern, macht ja auch Spaß!

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Wir durften auch einmal ein Buch selbst aussuchen. Könnte auch so 7./8. Klasse gewesen sein. Meine Klasse hat sich für Friedhof der Kuscheltiere entschieden. Ich hatte schon vom Buch Alpträume, aber wir mussten dann auch den Film im Unterricht anschauen. Da waren mir alle anderen Schullektüren lieber😅

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Genau, auch das könnte man im Rahmen eines solchen Projekttages besprechen.

Wir sind sehr dahinter, was unser Kind im Internet treibt, und da mein Mann technisch sehr fit ist, nutzt er auch alles an technischen Sperren aus, was geht. Zudem haben wir auf alle Accounts, Verlaufschroniken etc. unseres Sohnes selbst Zugriff und können mitlesen. Natürlich weiß unser Sohn darüber auch Bescheid. Das war für uns zB die Voraussetzung, ihm mit 12 bereits WhatsApp zu erlauben. Eigentlich sind wir in diesem Alter dagegegen, aber da alle Kumpels diese vermaledeite App nutzen, wäre er bei Verabredungen außen vor, wenn er sie nicht hätte. Heute telefoniert ja kein Mensch mehr, und SMS ist für Leute ab 40, wie ich gelernt habe. Wir kennen da eine ganze Brandbreite an Eltern: Manche sind ebenso dahinter, andere schauen gar nicht. Eigentllich ist mir diese Schnüffelei zuwider, aber ich weiß nicht, wie man Kinder sonst zuverlässig schützen soll. Natürlich hoffen wir, dass er von selbst zu uns kommt, wenn ihm etwas seltsam vorkäme oder er bedroht würde, aber sicher ist sicher.

Wir prüfen die Videos, die da geteilt werden immer, denn er kommt jetzt in das kritische Alter, in dem sehr schnell Gewaltverherrlichendes, Pornographisches oder Rassistisches in Chatgruppen landet.

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Wir können gern Unterhaltungsliteratur sagen. Fakt ist, dass der Deutschunterricht Gattungen vorstellen soll und Schüler:innen befähigen, Texte zu beurteilen. Wenn das gelingt, ohne Freizeitlektüre madig zu machen - perfekt. Auch der Umgang mit verstörenden Inhalten muss ja erst erlernt werden.

Als ich noch viel auf Flohmärkten gekauft habe, habe ich mich öfter mit 19-Jährigen unterhalten, die ihre gesamte Lesebiografie auf dem Verkaufstisch hatten und gefragt, wie die Lektüre denn so war. O Wunder, habe ich oft gehört, dass eigentlich alles OK war. Die Aufregung (weil man etwas überhaupt lesen muss) legt sich offenbar bald.

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Ich kann mir durchaus vorstellen, dass man Referate dazu halten kann, aus welchen Klassikern DR-Texte hervorgingen, ob Bezug zu anderen Genres (Schauer, Horror, College?) besteht und ob der Anspruch erfüllt wird, Einblick in fremde Religionen oder Kulturen zu geben.

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Ich kenne mich mit den Fachlehrplänen nicht aus, so dass ich hier nicht sagen kann, inwiefern dadurch die Zielvorgaben im Lehrplan Deutsch bezüglich Kompetenzerwartungen und Inhalten erreicht werden können. Da bräuchten wir Input durch eine Lehrkraft.

Dann stellt sich natürlich zusätzlich immer noch die Frage, inwiefern eine Lehrkraft bereit ist, eine entsprechende Lektüre zu behandeln und das Unterrichtskonzept darauf aufzubauen. Ganz zu schweigen davon, dass möglicherweise mit Protesten seitens der Eltern zu rechnen ist, wenn bestimmte Themen als Lektüre behandelt werden. DR könnte hier schon auf Widerstand stoßen, je nach persönlichem Hintergrund und evtl. auch Kulturkreis.

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Ok, aber wirkt das dann nicht so, als ob das, was als „anspruchsvolle Literatur“ gilt, nicht unterhaltsam sein kann/darf?
Ich persönlich halte diese Schubladen für überholt und in anderen Ländern, also z.B. in englischsprachigen Ländern, wird da auch nicht so unterschieden, wie hier bzw. die Übergänge sind fließender: Viele „literarische Romane“ sind überraschend „kitschig, skurril“ etc. und vieles, das hier als Unterhaltungsliteratur gelten würde, überraschend „gehaltvoll“, „schwer“ etc.
Ich lese viel auf Englisch, Romane, die gar nicht auf Deutsch erscheinen, wohl weil sie sich hier nicht vermarkten ließen, wie ich vermute, was ich sehr schade finde.

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Oh Gott, welcher Lehrer hat das denn durchgehen lassen? Also da hätte ich auch definitiv Albträume von bekommen. Das ist ja schon fast fahrlässig.

Oh true, da hab ich mich vertan. Aber das Buch ist super.

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Ich musste mit 15 über das Buch “Der Kameramörder” ein Referat machen …das war extrem verstörend und wahrscheinlich schlimmer als so mancher Dark Romance Roman :see_no_evil_monkey:

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Das klingt wirklich nicht so ohne. Bin da bei dir, sowas sollte man nicht unbedingt in der Schule lesen (müssen).

Deshalb finde ich Gesprächsangebote besser, als eine allgemeine Behandlung im Unterricht. Die Kinder / Jugendlichen sind sehr verschieden, womit sich der eine begeistert beschäftigt, stürzt den anderen schon in eine seelische Krise…

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Ich hab mich jetzt erstmal durch den Grossteil der Posts auch im anderen Thread gearbeitet, weil ich neugierig war worum es geht… Arcane Arts hab ich mir erst gar nicht angeschaut - Romance igitt :wink: Dark waere ja noch mein Ding gewesen, aber ich bin sicher das Buch wuerde mich ziemlich langweilen.

Den Sticker ab 18 finde ich dabei gar nicht hilfreich - der springt ins Auge und verleitet damit doch eher zum Zugreifen, so wie frueher die „Parental Advisory“ Sticker auf den CDs.

Bei Buechern finde ich es echt schwierig, solange es kein FSK gibt kann man kaum was machen. Und Altersempfehlungen greifen vielleicht bei Geschenken, aber ob das beim Selbstkauf wirklich abschreckt? Weiss ja nicht.
Ohne Anprechpartner wie Eltern, Freunde bleibt das ein Minenfeld. Abgesehen davon, dass auch hier manche Leute reifer - oder unreifer - sind als andere, was es nochmal schwieriger macht eine Grenze zu ziehen.

Ich bin immer wieder erstaunt was heute alles thematisiert wird - frueher hat das kaum Wellen geschlagen, da bin ich ab 12 in Horror eingestiegen und keinen hat es gejuckt. Und ganz provokant gesagt: So gut ich es finde dass inzwischen so genau hingeschaut wird, frag ich mich doch auch ob es nicht an manchen Stellen schlichtweg uebertrieben wird. Zu viel Watte ist auch nicht gut.

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Meiner Meinung nach ist der Sticker eher als Hilfsmittel / Aufmerksamkeitserreger für Schenkende gedacht, die Jugendlichen inspirieren sich untereinander und finden die Bücher, die sie wollen, auch ohne Aufkleberhinweis.

Auch damals war es eine Frage, wie die Eltern hin gesehen haben bzw. als Gesprächspartner zur Verfügung standen. Ich stimme dir zu, dass es öffentlich (z.B. in Schulen) absolut nicht thematisiert wurde - bei uns in der DDR sowieso nicht…

Mit dem in Watte packen hast du komplett recht. Meine Schulzeit war sehr konservativ und dadurch haben uns eigentlich immer die Schullektüren gelangweilt. Als Jugendliche fand ich sie einfach zu alt und naja langweilig eben. Doch irgendwann durften wir im Unterricht über unser Lieblingsthema ein Referat halten … einfach genial. So waren die Themen nicht nur facettenreich, sondern auch gleichzeitig sehr spannend. Ich weiß noch wie alle schockiert waren, denn meins ging über Jack the ripper :blush:.

Unsere Deutschlehrerin wollte dann auch, dass wir über unser Lieblingsfach ein Referat halten - meins war von John Katzenbach. Daraufhin gab es von vielen richtig Ärger für beide Lehrkräfte, da ihre Kinder verstört waren durch einige Themen der Referate :face_with_peeking_eye:. Leider muss ich gestehen, dass ich heute die Jugend noch „verweichlichter“ finde, da sie nicht früh lernen auch mit solchen düsteren Themen umgehen zu können. Kontrolle und Nachrichten lesen von Kindern geht für mich beispielsweise gar nicht. Es ist bestimmt verängstigen wie schnell durch Social Media und etc. Jugendliche auf die falsche Bahn geraten können, doch Kontrolle macht es nicht besser. Wie mit Dark Romance sollte man doch zeigen mit solchen Themen umzugehen. Beispielsweise könnte ein Lehrer irgendeine Szene aus solchen Roman nehmen und sagen, dass es nicht so geht oder laufen sollte. Naja und der Sticker hilft wahrscheinlich den Eltern der Kinder, damit sie sofort wissen die Bücher einer minderjährigen vielleicht nicht zu kaufen :thinking:.

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Wenn man sowas lesen muss ist das natürlich nicht ok. Ich weiß noch, dass ich es damals mit 14 Jahren sogar sehr langweilig fand :joy:. Aber das ist ja auch das schöne, denn nur so entsteht eine vielseitige Bücherwelt!

Ich finde auch wie meine Eltern mit den Genres teilweise umgegangen sind, war spitze. Nach jedem Buch musste ich eine zeitlang eine kurze Zusammenfassung meiner Mum geben und was ich daran so gut und schlecht fand. Wenn etwas komisch war, hat mir es meiner Mum anschließend einfach erklärt und gezeigt, dass etwas Gutes nicht ohne etwas Böses existieren kann. Bei Dark Romance würde sie wahrscheinlich sagen, dass jeder Geschmack anders ist und man doch ab und an auch etwas simples schmuddeliges lesen kann :joy:.

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Wie findet ihr eigentlich Triggerwarnungen? Eher gut oder unnötig?

Leider wurde ich nämlich schon öfters durch diese gespoilert. Ich verstehe warum es sie gibt, aber manchmal kommen sie mir einfach „übertrieben“ vor.

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Schaue ich mir grundsätzlich nicht an, weil ich nicht gespoilert werden will Und inzwischen ist sie manches Mal auch übertrieben detailliert.

Bei Missing Page zb fand ich gut, das vorn nur ein Hinweis auf die Triggerwarnung stand, diese aber erst hinten aufgeführt wurde. So konnte man sie nicht versehentlich sehen. Die Auflistung finde ich aber zu detailliert, weil sie Ereignisse im Buch vorwegnimmt.

Um Spoiler zu vermeiden, stehen die Triggerwarnungen doch fast immer hinten im Buch, vorn gibt es nur einen Hinweis darauf, oder?
Ich finde gut, dass es sie gibt, man kann ja selbst entscheiden, ob man sie lesen möchte oder nicht. Übertrieben finde ich sie nicht, wer traumatische Erlebnisse hinter sich hat, wird eventuell von Sachen getriggert, die jemand ohne solche Erfahrungen unbedeutend findet.

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