Die Verfolgungsjagd hat mich tatsächlich überrascht. 
Ich hatte zwar das Gefühl, dass sich etwas zusammenbraut, aber dass es so schnell und so direkt eskaliert, habe ich nicht kommen sehen. Genau solche Momente liebe ich, weil sie zeigen, dass die Gefahr eben nicht nur im Hintergrund lauert, sondern plötzlich ganz real wird.
Mit Linyas Kapiteln komme ich überraschend gut zurecht. Anfangs dachte ich, dass mich die Perspektivwechsel vielleicht etwas aus dem Lesefluss reißen könnten, aber inzwischen sehe ich sie eher als zusätzliche Puzzleteile. 
Man merkt, dass ihre Geschichte wichtig ist, auch wenn man noch längst nicht alle Zusammenhänge kennt. Gerade dieses langsame Enthüllen macht für mich einen großen Teil der Spannung aus.
Wenn ich Tammy und Isaac einen Rat geben dürfte, dann vermutlich: Redet mehr miteinander und macht weniger Annahmen füreinander. 
Oft habe ich das Gefühl, dass beide eigentlich dasselbe wollen, aber unterschiedliche Wege wählen und sich dadurch gegenseitig das Leben schwer machen. Tammy könnte manchmal etwas geduldiger sein, Isaac etwas mutiger.
Die Überfahrt nach Cherbourg war für mich übrigens viel interessanter als erwartet. Gerade die ruhigen Momente, die Gespräche und die kleinen Beobachtungen haben sich beim Lesen wichtig angefühlt. Nicht wie Füllmaterial, sondern wie diese scheinbar unauffälligen Szenen, die später plötzlich eine viel größere Bedeutung bekommen. 

Kim macht es mir momentan nicht leicht.
Einerseits musste ich über manche Aktionen schmunzeln, andererseits tat mir Isaac stellenweise wirklich leid. Ich glaube nicht, dass ihre Absichten grundsätzlich böse sind, aber manchmal überschreitet sie Grenzen, ohne darüber nachzudenken, was das bei anderen auslöst.
Besonders berührt hat mich Tammys Rückkehr zu Grummelbär.
Das waren für mich einige der emotionalsten Seiten bisher. Man spürt, wie viel zwischen den Zeilen steckt und wie wichtig diese Verbindung für Tammy eigentlich ist.
Und ihre Mutter…
Ehrlich gesagt hatte ich schon das Gefühl, dass dort etwas nicht stimmt und Tammy mehr belastet, als sie offen zeigt. Aber wie tief diese Wunden tatsächlich sitzen, hat mich trotzdem getroffen. Das erklärt vieles an ihrer Unsicherheit, ihrem Drang, sich beweisen zu müssen, und warum manche Dinge sie stärker treffen als andere.
Zu Eliot tendiere ich momentan tatsächlich zu:
Es ist vermutlich Eliot.
Vielleicht irre ich mich komplett, aber irgendetwas in mir glaubt noch nicht, dass die Gruppe einer reinen Wunschvorstellung hinterherläuft. Dafür gibt es inzwischen zu viele Hinweise. Die Frage ist für mich eher: Wenn es Eliot ist, ist er noch derselbe Eliot, nach dem alle suchen? 
