Wie steht Ihr zur Diskussion um das Buch von Woody Brown?

Voll!!! Und Kommunikation bedeutet ja, Teil zu haben. Und in einem System (vor allem USA), wo man sich als normaler Mensch keine gute Unterstützung leisten kann (auch im kommunikativen Bereich), machen das oft die Eltern. Auch in Deutschland wird Betreuung oft über Jahrzehnte von den Eltern übermittelt und die haben dann wie ein „Sprachsystem“ entwickelt, um miteinander in Kontakt zu treten. Ich finde persönlich, dass das Buch eher zeigt, dass wir offener und verschiedene Arten der Kommunikation sein müssen. Wie z.B. Jorge und Carlos, die eigentlich nur körperlich kommunizieren in dem Buch. Ich sehe es eher als eine Einladung an und alle, uns und unsere Vorurteile zu überdenken)da schließe ich mich ein). Daher finde ich es so schade, dass sofort Vorwürfe wie Betrug in den Raum geworfen werden.

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Viele Kinder mit Beeinträchtigung (und sind diese noch so leicht) lernen bereits im Kindergartenalter Ablehnung und Isolation. Hier haben wir als Gesellschaft definitiv was verpasst.

Und zum Werkstätten: eine Sache muss ich der Ampel Regierung zu Gute halten. Es gab den Plan, die Menschen mithilfe von Assistenz am Arbeitsleben teilhaben zu lassen. Leider kam es aufgrund anderer wichtiger Aspekte nicht zur Umsetzung. Schade- es hätte uns gut getan.

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Der Vorwurf des Betrugs trifft es m. A. weniger. Das Auftreten von Mutter und Sohn sehe ich zwar als Geschäftsmodell (Talkshowtourismus) und finde die Symbiose fragwürdig. Natürlich hätte der Sohn im Alltag und im Studium eine Assistenz, die die Familie bezahlt, das wäre jedoch eine Beziehung zwischen Auftraggeber und angestellter Person. Und natürlich wüsste diese betreuende Person häufig schon, was der Patient gleich sagen/schreiben wird.

Ich habe mich hauptsächlich gefragt, ob die angesprochenen Themen tatsächlich Gedanken der betroffenen Figur im Roman sein können. Der Autor zeigt uns mit spitzer Feder, wie die Besucher der Tagesstätte nur aufbewahrt und von ungelernten Aushilfskräften betreut werden. Woher weiß jemand, der es nicht anders kennt, dass das in anderen Ländern anders gehandhabt wird?

Die Idee mit der Assistenz ist an sich gut, aber es scheitert daran, dass es kaum gut ausgebildete Leute gibt, die diese Assistenz übernehmen können/möchten. Ich habe eine Freundin mit Elternassistenz und es ist fast nie so, dass alle Stunden voll besetzt werden können. Teilweise hat sie auch mal mehrere Tage am Stück niemanden, der ihr hilft, einfach weil kein Personal da ist um sowas zu übernehmen. Genau das selbe sehe ich an der Schule meiner Mutter, wo einige Kinder Integrationshelfer bekommen sollen, aber oft einfach keine Leute dafür da sind.

Oh und wenn es Leute gibt, dann sind die meist nicht ausgebildet und machen das nahezu ungelernt oder nach kurzen Schulungen. Ob das dann so sinnvoll ist?

Es gibt auch viele tolle Leute, aber halt insgesamt viel zu wenige für den großen Bedarf, der vorhanden ist. Inklusion ist toll und wichtig, aber so wie es aktuell an Schulen laufen sollte, funktioniert es einfach nicht.

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Thema Finanzierung spielt auch eine Rolle. An unserer OGS arbeiten viele tolle Assisstenzkräfte. Leider kriegen sie nur Verträge für ein Schuljahr- und dann beginnt das hoffen und bangen auf Bewilligung. Extrem schade.

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Einmal das und dann kommt noch dazu, dass oft die Schulferien nicht bezahlt werden, also man einfach 6 Wochen keinen Job hat, aber weil man kein ganzes Jahr am Stück gearbeitet hat dann keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld hat und echt schlechte Bezahlung leider normal ist. Dabei darf man auch nur in den Ferien Urlaub machen, was deutlich teurer ist…
Ich kenne auch einige Sozialarbeiter, die maximal 30 Stunden-Stellen bekommen, obwohl sie gerne Vollzeit machen würden, es aber halt nicht vorgesehen ist an den Schulen. Da sind ganz viele strukturelle Probleme.

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