Qualität der Bücher hier


#1

Nein, das soll jetzt nicht snobistisch klingen. Bislang war es so, dass die US-Bücher, die ich rezensiert habe oder als ARC bekommen habe, vom Schreibstil her wesentlich schlechter waren, als das, was ich bei Vorablesen dann und wann zu lesen bekam.

Vorablesen war quasi mein Highlight.

Nur leider wandelt sich das Blatt. Inzwischen bekomme ich bei den englischsprachigen Geschichten wesentlich ausgeprägtere Personen und handelnde Figuren zu lesen als hier.

Kommt mir das nur so vor- oder werden die Personen in den Büchern immer oberflächlicher gestrickt? Da ist kaum noch ein Charakter oder gar Charisma zu spüren, geschweige denn, man wird als Leser so richtig in den Bann der Hauptfigur gezogen…

Scheinbar werden nur Klischees bedient und das häufig- für mich zu oft.

Ich hätte so ganz gerne mal wieder so eine richtige Type - so etwas wie Schimansky oder Jack Reacher oder der Serienmörder aus “Das Parfüm”…also jemand, der einem als Person/Täter in Erinnerung bleibt…

Geht euch das auch so?


#2

Das hängt vom Genre ab, denke ich. Es macht sich bei Vorablesen sicher bemerkbar, dass nicht wenige Verlage Texte inzwischen zuerst als ebook antesten, ehe sie diese oder den Autor an sich als Print verlegen. Es kommen also, experimentierfreudig, Titel auf den Markt, die früher nicht unbedingt verlegt worden wären. Im Bereich Krimi und Chicklit gibt es vermutlich ein Käuferdiktat. Wenn der Kunde immer wieder Familiengeschichten mit blauem Buchcover haben möchte, die am Meer spielen, bekommt er die.


#3

Das sehe ich nicht so…ich habe hier in letzter Zeit tolle, spannende und in Erinnerung bleibende Bücher kennen lernen dürfen. Und das was ich nach der LP schon als oberflächlich einstufe…für die Bücher bewerbe ich mich gar nicht erst.


#4

Eben. Momentan ist bei mir zwar eine kleine Flaute - es ist nichts dabei, das mich auf Anhieb anspricht. Aber das liegt auch stark mit daran, dass ich einen zu großen “Pflicht-SuB” und momentan extrem wenig Lesezeit habe.

Es gibt immer mal “Wellen”, nicht nur im Buchgeschäft. Dennoch habe ich dieses Jahr schon sehr viele außergewöhnliche Bücher (und somit Protagonisten bzw. Charaktere) entdeckt.

Man muss auch immer im Auge behalten, dass man selbst sich stets verändert. Und wenn man zu oft Bücher einer bestimmten Richtung liest, stumpft man irgendwann ab.

So nebenbei: ich lese immer mal wieder in Rezensionen “nichts Neues”, “alles so oder ähnlich schon hundertmal gelesen”. Da frage ich mich: ja, dann schreib doch das Große, Neue, was willst Du denn? Täter, Tat, Opfer - so läuft das nun mal bei Krimis und Thrillern. So arg viel Spielraum gibt es da nicht, wenn es nicht ins Phantastische abgleiten soll. Bei anderen Genren ist es ähnlich. Der Rahmen ist weitgehend gegeben, da kann man so viel Unerwartetes nicht mehr finden.


#5

Das ist der Grund, warum ich eher mit der Sparte “Literatur” was anfangen kann. Bei der sog. ChickLit, bei Thrillern, bei Krimis, gibt es mittlerweile nur noch Einheitsbrei und immer das Selbe. Während bei Romanen, die überall und nirgendwo spielen und immer andere - ich nenn es mal - Grundthemen haben, ist das ein bisschen anders. Gerade ganz aktuell ist “Eine kurze Geschichte der Böhmischen Raumfahrt”. Eine wahre Perle!!


#6

Ich empfinde es genau anders herum. Ich habe gerne Literatur gelesen, aber was sich mir da in letzter Zeit bietet ist eher zäh und langatmig. Ich habe die böhmische Raumfahrt mit Hängen und Würgen hinter mich gebracht. Generell mache ich momentan um Literatur einen großen Bogen und die Raumfahrt sollte ein neuer Versuch werden sich dem Genre wieder anzunähern. Aber das ist echt gescheitert.

Ich denke, dass nicht unbedingt die Bücher schuld sind, sondern einfach der sich entwickelnde Lesegeschmack im hohen Maße daran beteiligt ist, was man als gut, aufregend, spannend, ätzend oder gar langweilig empfindet.

Was ich sehr schlimm finde: Ich sehe einen Anzug auf dem Cover (ohne Gesicht), lese eine gewisse Art Titel des Buches, und sehe sofort, aha das kann nur als ebook vorhanden sein. Das nervt mich, weil die Cover und Titel alle so einheitlich und wiedererkennbar sind. Diese Bücher scheiden sofort aus, denn die Qualität ist wirklich schlecht, oder aber eben nicht mein Geschmack. Andere lieben es vielleicht. Ich bin schon nach der Leseprobe angeödet.


#7

Um die “Anzug” Bücher mache ich auch einen hohen Bogen. Ich habe 2, 3 gelesen…kennst du eines, kennst du alle. Da gebe ich dir recht. Doch gut werden sie hier auch angeboten, denn sie haben sicher ihre Fans. Allgemein finde ich die Bücher hier breit gefächert. Thriller, Krimis,Liebesgedöns, Sachbücher, Jugendbücher,Kinderbücher,Literatur…ich glaube da findet jeder was, wenn auch manchmal einige Wochen vorüber gehen bis man was passendes findet. Das wird bei mir in der nächsten Zeit der Fall sein…aber hey…es kommen auch wieder für mich interessante Bücher.


#8

Ich bewerbe mich nur auf Bücher, die mich interessieren, da können die Anzugstypen bleiben, wo der Pfeffer wächst. 4 von 5 gewonnenen Bücher waren wirklich supergut , nur eines war Schrott. Aber da war ich selbst schuld. Da gings um einen Rettungssanitäter. Und da ich selbst 10 Jahre als Rettungssanitäterin auf dem Notarztwagen gefahren bin, habe ich mich aus Sentimentalität beworben und leider gewonnen.
Wirklich toll waren: Mr Peardews Sammlung der verlorenen Dinge, Todeskälte, Die Hummerkönige, und Swing Time habe ich etwa zur Hälfte gelesen und es gefällt mir. In 10 Tagen gibt es viele neue Bücher und 2 erscheinen mir gut.


#9

Liebesgedöns gefällt mir. :blush:


#10

Das sehe ich genau so.:thumbsup: Ich fange auch langsam wieder an zu liebäugeln. :slight_smile:


#11

Ich, als mehrheitlich Krimi- und Thriller-Fan, bin immer gespannt, welche neue Autoren und deren Storys im „Vorablesen“ präsentiert werden. Trifft die LP meinen Geschmack, so bewerbe ich mich. Was mir schon aufgefallen ist, dass bekannte internationale Autoren mit ihren neuesten Ergüssen meinen Geschmack überhaupt nicht treffen. Meine Vermutung; ausgebrannt oder sie müssen zu viel schreiben oder jemand anderer schreibt für sie, was weiss ich……!
Und wie schon von anderen vermerkt, auch der persönliche Geschmack verändert sich.


#12

Ich bewerbe mich hier nur sehr gezielt. Und ich habe im Bereich “Literatur” dieses Jahr einige Schätze hier gefunden, ich denke da an “Corona del Mar”, “Sweetgirl”. Und jetzt fange ich an mit Swing von Zadie Smith. Niveau hatten diese Bücher alle, und bei Sweetgirl war ich sogar mehr als begeistert, bei diesem Titel hätte ich nicht so ein tiefgründiges Buch erwartet.
Bei Liebesromanen und Historischen Romanen und auch bei Krimis kann es schon mal nicht so gut werden, das ist oft Geschmacksache. Allerdings glaube ich auch, wie es oben schon erwähnt wurde, dass heute bei ebooks wesentlich schneller ein Veröffentlichungsversuch gestartet wird. Daher gibt es dort auch mehr “Schrott”. Hier bei Vorablesen hatte ich aber bisher Glück, es war immer alles noch im gut erträglichen Rahmen.


#13

Seit ca. 16 Mon. bin ich bei Vorablesen dabei und ich habe bis jetzt eine Menge Bücher hier gelesen, die durchaus anspruchsvolle Qualität hatten. Allerdings bewerbe ich mich mit Leseeindrücken nur für Genres, die mir zusagen (vornehmlich historisch, Krimi, Thriller, Literatur). Vielleicht bewahrte mich auch meine Lebenserfahrung vor allzu großen Enttäuschungen. Der größte Reinfall war für mich eine Autorin, die diese Woche wieder am Start ist - Moa Graven -. Ich wollte meinem ebook auch mal wieder eine Chance geben und hatte mich für “Fremder” beworben. Der Leseeindruck war super. Doch das Gesamtwerk eine einzige Enttäuschung! Aber meine Meinung ist, jeder soll seine eigenen Erfahrungen machen.
In diesem Jahr haben mir schon eine Menge Bücher sehr gefallen, die ich nur wärmstens empfehlen kann. “Der Freund der Toten”; “Mr. Peardews Sammelsurium verlorener Dinge”, “Die Geschichte der Bienen”, “Wenn das Eis bricht”…
Da ich schon ein älteres Semester bin, kann ich nichts mit dem derzeitigen Hype für die Fanfiction anfangen. Auch das Vong-Buch schreckt mich eher ab. Doch hier bei Vorab ist für jeden Geschmack, jede Generation was dabei - nicht jede Woche, doch für mich oft genug - ! Ich bin bin sehr zufrieden.


#14

Ich hab die letzten Wochen auch nichts für mich finden können, kann aber @hennie zustimmen:
Schätze wie “Mr. Peardew”, “Der Freund der Toten” und “Wenn das Eis bricht” (letzteres hatte für einen Thriller wahnsinnig tiefe & gut ausgearbeitete Charaktere) hätte ich ohne vorablesen vermutlich nicht gefunden.

Je nach Geschmack findet man hier also immer wieder mal richtige Schätze, auch wenn es dann mal einige Wochen etwas länger dauert. Wobei “Schätze” ja auch wieder sehr subjektiv ist, da andere Leser, andere Lesevorlieben…

@just-dreams: Vielleicht wäre vorübergehend auch ein anderes Genre etwas für Dich? Wie bereits von meinen “Vorrednern” geschrieben wurde, wiederholt sich sehr viel immer mal wieder. Ich kenne das auch, dann muss ein Roman her, um mal wieder “was anderes” zu lesen. Wenn es weiterhin Krimis / Thriller sein soll: Ich kann dir sehr das Nebelhaus von Eric Berg empfehlen. Spannend, unerwartet und insgesamt auch mal “etwas aus der Reihe”…


#15

Das hat mit dem Alter nichts zu tun. Entweder man mag sowas, oder eben nicht. Ich fand auch als Teenager nicht alles super, was meine Altersgenossen toll fanden. Und ich mag jetzt Dinge, für die sich andere meines Alters zu alt fühlen.

Anders gesagt: Mario Barth hat seine Fans, zu denen hab ich nie gehört und werde nie dazu gehören. Das hat mit Alter nichts zu tun.