Nr. 566: Welches Buch empfehlt ihr wegen seiner Sprache oder einem besonderen Schreibstil?

Liebe Vorableser:innen,

bei welchem Buch war es vor allem die Sprache, die euch überzeugt oder begeistert hat? Wir sind gespannt auf eure Buchempfehlungen mit außergewöhnlichen Schreibstilen!

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Ich liebe den Schreibstil von Merit Niemeitz :smiling_face_with_three_hearts:

Da fällt mir sofort Elif Shafak ein. Ihre Bücher sind für mich ein Garant für einen besonderen, poetischen Schreibstil.

„Das Flüstern der Feigenbäume“ gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern, auch „Unerhörte Stimmen“ und „Am Himmel die Flüsse“ fand ich sehr gut (letzterer hatte allerdings einige Längen).

Sommer Rauschen fand ich sprachlich mal anders und sehr schön!

Mir ist der Sprachstil sehr wichtig, für mich steht sie auf der selben Stufe wie der Inhalt. Meist entscheide ich bei der LP anhand der ersten Seite, ob ich ein Buch lesen will oder nicht, und da gibt der Sprachstil den Ausschlag.

Ich liebe in dieser Hinsicht alle Bücher von Wolf Haas, die ich bisher gelesen habe. Der sehr intensive, kraftvolle Schreibstil von Niccolo Ammaniti hat es mir auch sehr angetan.(und dafür nehme ich auch die ein oder andere vulgäre Szene in Kauf, was ich sonst gar nicht mag).

Wenn ich nur ein Buch empfehlen darf, dann ist das Joy von Jonathan Lee. Lee wechselt hier zwischen der Perspektive von Joy (personale Erzählerin in der 3. Person) und vier weiteren Perspektiven, in denen die Personen als Ich-Erzähler während eines Einzelgesprächs mit einem psychologischen Berater zu Wort kommen. Wiedergegeben sind nur die Gesprächsanteile der Personen, nicht die Fragen des Psychologen, der als stummer Zuhörer fungiert und nur gelegentlich lenkend in die Monologe der Charaktere eingreift. Diese Eingriffe sind aber nicht textlich aufgeführt, sondern nur an der Reaktion der Figuren erkennbar. Wie Lee hier anhand des unterschiedlichen Sprachduktus Bildungsstand, Status und Charaktereigeschaften herausarbeitet, ist einfach großartig.

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Ich mag den Schreibstil von Anne Freytag sehr, ich finde ihn ein wenig poetisch und emotional sehr eindrücklich, kenne bislang nur ihre Jugendbücher, aber da steckt auch immer viel Weisheit drin, die perfekt zu diesem Schreibstil passt. Beispiele sind „Der Mund voll ungesagter Dinge“ und „Nicht weg und nicht da“.

Beeindruckt hat mich auch der Schreibstil im Roman „Hundesohn“ (der Autor ist mir gerade entfallen), das Buch hat sicherlich die Gemüter gespalten, weil es vom Inhalt her sehr derbe und explizit ist, aber der Sprachstil war eine für mich faszinierende Mischung aus gerade dieser derben Sprache und einer unglaublich poetischen Ausdrucksweise. Dieser Kontrast hat gerade den Reiz ausgemacht.

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Ich habe gerade „Der Briefladen, in dem ich dich fand“ gelesen und fand den Schreibstil ebenso außergewöhnlich wie die Aufmachung des Buches.Sehr poetisch und gespickt mit vielen Zitaten und Lebenswelten.

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Außergewöhnlicher Sprachstil- da fällt mir spontan Wolf Haas ein. Ich weiß zwar nicht, ob diese Art von ‚besonders‘ mit der Frage gemeint war, aber ich liebe seine Art zu erzählen​:sweat_smile:

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Mir fallen dazu die Bücher von Sanderson die Hoid erzählt ein. Hoch über der Smaragdgrünen See und Yumi and the Nightmare Painter. Ob ich sie unbedingt empfehlen würde, weiß ich nicht, ich fand sie okay, aber nicht die besten Werke des Autors. Der Erzählstil ist aber schon sehr besonders.

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Aufgrund der besonderen Erzählart ist mir auch nach Jahren noch „Was man von hier aus sehen kann“ in Erinnerung geblieben. Eigentlich so gar nicht mein Genre, hat es mich dennoch - oder gerade deswegen - aufgrund des besonderen Schreibstils nachhaltig beeindruckt.

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Bei mir waren das:

Im Tal von Tommie Goerz

Das Pferd im Brunnen von Valery Tscheplanowa

Endstation Malma von Alex Schulman

Durch das Raue zu den Sternen von Christopher Kloeble

Das Philosophenschiffe von Michael Köhlmeier

Dss sind die Bücher, die mir spontan eingefallen sind..

Der Sprachstil von Mariana Lekys „Was man vor hier aus sehen kann“ ist etwas besonderes. Für mich ist er sehr nahe an perfekt.

„Das Pfarrhaus“ von Carys Davies ist auch so ein sprachliches Kleinod. Präzise, leise und eindringlich: ein Genuss.

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Mir gefällt das Buch: „The Artist Die Farbe des Lichts“ von Lucy Steeds

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„Die Flussfrau“ hat mir sehr gut gefallen, ein ruhiger, aber ausdrucksstarker Schreibstil.

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Wolf Haas und Mariana Leky wurden ja bereits genannt und ich schließe mich dem an :blush: Dazu möchte ich noch John Banville nennen - sein Roman „Die See“ hat den Booker Price bekommen. Obwohl in diesem Roman wirklich nichts Großartiges passiert, ist er einfach genial. Man sieht, fühlt und schmeckt die See und all das Drumrum regelrecht. Einfach grandios!

Ich liebe Bücher von Nina George und ganz besonders schön im Schreibstil waren das BÜCHERSCHIFF des M. Perdu und DIE SCHÖNHEIT DER NACHT!
Ebenfalls einen wunderbaren Schreibstil haben Bücher von Annette Hohberg, z. B. DAS UNENDLICHE BLAU und WAS DIE NACHT AN DEN TAG BRINGT

Ich mag es, wenn die Autoren vollmundig mit Sprache umgehen können.

Aber auch Bücher wie AVA LIEBT NOCH von Vera Zischke ist berauschend toll geschrieben

Ja, das Buch THE ARTIST ist sehr besonders auch in der Sprache und zusammen mit dem Cover ein intensives Buch!

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Nachdem ich mich dank des „Klassiker“-Threads mit dem Thema Übersetzungen beschäftigt habe, ergänze ich an der Stelle dass die Bücher von Elif Shafak von Michaela Grabinger übersetzt wurden.

Ohne eine gelungene Übersetzung ließe sich schließlich kaum der besondere Stil von Elif Shakak würdigen, die ihre Romane in Englisch verfasst.

Da fällt mir sofort Tahere Mafi ein :heart: ihr Schreibstil ist meiner Meinung nach wunderschön und exquisit. Leider kommt das in den Übersetzungen nur nicht immer rüber :smiling_face_with_tear: deswegen empfehle ich jedem die Originale in Englisch zu lesen, man braucht allerdings etwas sehr mehr als ein Anfänger Vokabular, weshalb sie viele schlecht Kritik abbekommt, aber im Original ist sie eine der leider wenigen Autorinnen die ihrem Hype verdient haben und gerecht werden.