Freitagsfrage Nr. 85: Was haltet ihr von Dialekten in Büchern?

Dialekte in Büchern können wie das Salz in der Suppe sein, nur versalzene Suppen mag ich nicht. Und wenn, dann sollten bestimmte Wörter auch irgendwo zusammengefasst und " übersetzt" sein, denn sonst wird es anstrengend und man verliert die Lust, das Buch weiter zu lesen.

Gelegentliche Ausflüge in den zur Geschichte passenden Dialekt können dieser zusätzlich Flair verleihen. Aber es sollte allgemein verständlich sein und im Rahmen bleiben, auf jeder Seite muss ich das nicht haben.

Ganze Bücher in Dialekt mag ich nicht, wenn aber einige Romanfiguren Dialekt sprechen (wie z.B. bei Anna Maria Schenkel) stört mich das nicht. Ein bisschen Authentizität muss sein.

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Ein ganzes Buch in Dialekt mag ich nicht lesen. Wenn aber einige Sätze, weil sie zu den Protagonisten gehören, in Dialekt geschrieben sind, finde ich das in Ordnung.

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Jüngstes Beispiel für das Einfließen des Dialektes ins Geschehen ist das Buch “Der Sturz des Doppeladlers”. Dadurch, dass in der Heimatsprache parliert wird, wirkt die ganze Geschichte noch authentischer. Mich berührt, erreicht das Geschriebene in Dialekt mehr. Es geht tiefer. Allerdings sollte es nicht überhand nehmen und den Lesefluss stören. Die Autorin Birgit Mosser hat das meiner Meinung nach gut hinbekommen.

lach Ich bin aus Oberbayern, und muss mal sagen: In anderen (weit entfernten) Teilen Deutschlands mag der Allgäuer Dialekt als Bayrisch durchgehen, aber lokal betrachtet eher nicht ;). Ich habe einen Onkel aus dem Allgäu, wenn der richtig loslegt, muss ich mich richtig konzentrieren um dann vielleicht 80% zu verstehen - für mich klingt das eher wie Schwäbisch extrem ;).

Ich mag Dialekte in Büchern schon ganz gerne, nur muss es halt soweit abgemildert werden, dass es im gesamten deutschsprachen Raum verstanden wird. In dem Fall macht es das Buch auch authentischer, man kann sich die Figuren besser vorstellen (Rita Falk wurde hier schon genannt, und die würde ich auch als gelungenes Beispiel anführen) und kann der Handlung auch mehr Tiefe verleihen. Allerdings sollten die Autoren dann auch ihrem Heimatdialekt treu bleiben, sonst wirkt das vielleicht eher aufgesetzt (wenn Nichtbayern versuchen Bayrisch zu sprechen, klingt das für mich schrecklich, der Satzbau stimmt einfach meistens nicht und mit der Aussprache wollen wir mal gar nicht anfangen ;)).

Ich verstehe eigentlich sehr viele (vor allem süd- und mitteldeutsche) Dialekte, wo ich aber völlig kapituliere ist Kölsch. Von einem englischen Song im Radio verstehe ich deutlich mehr, als von einem BAP-Titel :smiley: ;). Das müsste ich in einem Buch also nicht unbedingt haben.

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Dobei iss kölsch doch esu eeinfach! :grin:

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Dialekte in Büchern machen Bücher erst einzigartig und authentisch finde ich. In Winterkartoffelknödl & Co. von Rita Falk gab es auch sehr viele bayrischen Stellen, die ich sehr gut verstanden habe, da ich selber in Bayern lebe und ich denke auch für Leute verständlich sind, welche diesen Dialekt nicht verstehen. Am Ende war auch ein kleines Bayrisch-Lexikon angehängt.
Natürlich sollte es nicht komplett in Dialekt geschrieben sein, aber einige Stellen finde ich so in Ordnung. In den Känguru-Chroniken kam beispielsweise auch hin und wieder mal eine dialektalisch geprägte Stelle vor.

Allgäu-Krimis… Warum muss ich da ganz stark an Winterkartoffelknödl und Co. von Rita Falk denken xD Ja da ist das Bayrisch schon sehr authentisch benutzt worden aber es wurde auch nicht übertrieben. Wenn da irgendwie so eine Stelle vorkommen würde wie: A Boa moa doa wos a boa doa moa (ein sehr schöner Satz xD). Dann wäre das für Nicht-Bayern nicht gut verständlich. ich verstehs, weil ich mit recht vielen Leuten aus der Oberpfalz die stark so reden zu tun hab, aber andere aus dem Norden… Ich weiß nicht, ob die das verstehen würden. Oberpfälzer Dialekt ist m.E. für Nicht-Bayern am schwersten zu verstehen.

Jetzt muss ich dich aber doch mal fragen was dein schöner Satz bedeutet? :smiley:
Ich habe wirklich keine Ahnung was das heißen sollte :blush:

Vielleicht:
Ein Bub muss tun, was ein Bub tun muss

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Das klingt sinnvoll, danke! :blush:
Wieder was dazu gelernt :smiley:

Warten wir mal die Auflösung ab. Bisher ist das nur meine “Übersetzung”. Aber es kann richtig sein. Bei Dialekten habe ich meist wenig Probleme. Jedenfalls nicht beim Gesprochenen. Geschrieben ist es wieder eine andere Sache.

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Ich bin zwar kein Bayer bzw. keine Bayerin, aber die Übersetzung stimmt mit Sicherheit. Habe im Allgäu auch Verwandte.

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Und damit wäre der Sonntag gerettet, lach.

Meine Vermutung wäre ja gewesen, dass “Boa” Bauer bedeutet, aber wenn “Bub” richtig ist, beweißt das nur, dass Dialekte für mich nichts sind. Q.e.d.!

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Es kann auch ein “Bein” gemeint sein. Vom Sinn her würde der “Bub” besser passen. Oder eben der “Bauer”.

Ich schreib leider erst jetzt zurück, da ich krank war und auch mit was anderem beschäftigt war. wuermchen101s Übersetzung stimmte. Ein Bub muss tun, was ein Bub tun muss xD

Ich selbst lebe in Niederbayern, wir sagen hier Bua, aber die Leute aus der Oberpfalz sagen Boa (zumindest die mit denen ich zu tun hab). Ich finds interessant, dass es solche Unterschiede gibt, obwohl die Dörfer/Städte nur wenig max. 30 km entfernt voneinander liegen. Es ist tatsächlich so, dass jedes Dorf seinen eigenen Dialekt hat xD

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