Allein die Idee, ein 20 Jahre altes Buch zu verwenden … ![]()
Dazu dann die Filme, ähnlich alt, noch auf Zelluloid für den Projektor….
Oh je, jetzt sind wir schon wieder Off-Topic…
Ach nee, für zeitgemäße Sexualkundebücher bei Vorablesen würden wir uns doch sicher opfern …
Auf jeden Fall, letztes Jahr waren ja schon gute Ansätze dabei (Einmal “So geht Verhütung heute”, und dann die Penis/Vagina-Bücher von Hanser). Aber ja, da dürfte gerne noch etwas kommen!
Wir sind nicht da, um zu urteilen …
Genau das ist halt ein großes Problem. Ethik ist sehr viel wichtiger als Religionslehre - wer Wert auf Religion legt, bekommt das sowieso von Haus aus mit. Und schon mal verpflichtend Religionslehre im Lehrplan zu haben, ist in meinen Augen ein kolossaler Fehler. Kaum eine Religion zeichnet sich durch Augenhöhe oder anständiges Verhalten zwischen Männern und Frauen aus, jedenfalls nichts, was im christlichen Bereich angesiedelt wäre.
Ihr hattet echt eine coole Schule, ganz ehrlich, so ein bisschen bin ich direkt neidisch. ![]()
Aber möglichweise auf eine problematische Weise, man denke zB an Fundamentalisten, ganz egal, ob christlich, muslimisch oder was auch immer . Hier kann ein staatlicher Lehrplan im Einklang mit dem GG sehr viel wert sein. Was problematische Frauenbilder etc. angeht, stimme ich Dir voll zu, ich hadere u.a. auch deswegen sehr mit der Amtskirche.
Weder meine Eltern noch ich sind religiös, sie haben die Schule damals aus anderen Gründen gewählt. Unsere Reli-Lehrer haben sehr viel auch in Richtung Ethik oder Psychologie unterrichtet, ist ja nicht so, dass man da nur das AT und NT runterbetet. Wir hatten zB einen ganz wundervollen Religionslehrer, aus dessen Unterricht ich wirklich viel fürs Leben mitgenommen habe, und das hat rein gar nichts mit Bibeltexten zu tun.
Geht, einzelne Sachen waren cool, es lief aber auch sehr viel schief. Die haben es geschafft, dass hochintelligente Leute fast ihren Abschluss nicht geschafft haben, weil die Lehrer teils so verbohrt waren. Ich hätte fast Chemie geschmissen, und Mobbing war auch eher normal als die Ausnahme… Aber einzelne Lehrer waren super
Mein Bio/Chemie-Lehrer aus der Unterstufe ist schuld daran, dass ich meinen Beruf gewählt hab. Der war wirklich einfach super.
JA! Genau sowas braucht es, plus ein Angebot wie: Wir haben Freitags einen Pädagogen im Haus, dem ihr privat Fragen stellen könnt oder so. Finde ich super wichtig!
Weshalb dieser Teil von Religionslehre ja eben auch von Ethik abgedeckt werden müsste. Gleichberechtigung, Menschenrechte etc., das steht ja nicht prinzipiell entgegen allem, was in der Bibel oder dem Koran steht. Vieles ist halt Auslegungssache - manche Dinge eben aber auch nicht. Ich sag nur Lot. Eine widerliche Patriarchenfigur, aber ob diese Person im Religionsunterricht auch mal wirklich als das benannt wird, was er ist? Ein Vergewaltiger und Unterstützer von Vergewaltigern? Ich glaube nicht.
Du hast mit deiner Schule damals Glück gehabt. Aber ich finde immer noch, es wäre wichtiger, Ethik mit einem gesunden Blick auf Religion zu lehren als sich darauf zu verlassen, dass man vernünftige PädagogInnen findet, die Religion mit Blick auf Ethik und Psychologie lehren.
Wow, direkt mal eine ganze Disziplin abgewertet, weil dir deren Aussage nicht passt.
Ich gehe davon aus, dass du den ganzen Artikel gelesen hast. Sie schreibt darin auch, dass die ganzen Liebesromane Frauen ja auch eine falsche Realität vorgaukeln (und ihnen die Ehe schmackhaft oder erträglich machen sollen und das schon seit dem 19. Jahrhundert). Sie redet in dem Artikel Dark Romance nicht schön, sondern analysiert sachlich und ohne moralische Empörung die Motive von Lesenden und auch Kritiker:innen. Nicola Döring ist Wissenschaftlerin und kommentiert aus einer wissenschaftlichen Perspektive. Da gehört es zur Professionalität, sich sachlich zu äußern und nicht in Empörung abzudriften, die (derzeit) nicht von empirischer Evidenz gestützt ist.
EDIT: Die Frau hat übrigens eins der Standardwerke zum wissenschaftlichen Arbeiten mitverfasst.
Puh, also eine gestandene Wissenschaftlerin, die seit 30 Jahren die Wirkung von Medien untersucht, aufgrund eines einzelnen Textausschnitts als unreflektiert zu beurteilen finde ich schon recht anmaßend. Das mit den geschützten Räumen schlägt sie übrigens vor genauso wie sie Empfehlungen zum pädagogischen Umgang mit den hier diskutierten Themen gibt: Anzeige von Dark-Romance-Bücher zwischen Leselust und Moralpanik
Ich habe nicht die Wissenschaftlerin als unreflektiert bezeichnet, sondern den Artikel mit dem Textausschnitt. Auf mich klingt das „läutern“ einfach nach einer idealistischen Vorstellung, die ich nicht unterstütze. Auch die Tatsache, dass sich ein gesundes Beziehungsmuster über dramatische Wendungen und Hunderte von Seiten hinweg entwickeln soll, ist mir suspekt. Ich denke dass dieses „ich heile mich selbst oder meinen Partner vom Trauma“ ungesund idealisierend ist und ich es nicht gutheiße, wenn sowas unreflektiert gelesen wird. Mich würde die Meinung einer Psychologin mit Trauma-Spezialisierung zu dem Thema interessieren.
Das ist eine Tatsache, keine Abwertung. Exakte Wissenschaften sind Naturwissenschaften, die vorrangig auf der Anwendung mathematischer Methoden basieren, wie Mathematik selbst, Astronomie, Informatik, Ingenieurwissenschaften, Materialwissenschaften, Physik, Chemie u.a.. Insbesondere sind diese klar messbar. Ganz im Gegensatz zu Geistes- oder Sozialwissenschaften. Deswegen stehe ich Aussagen entsprechender Professoren immer mit etwas Skepsis gegenüber, insbesondere in Fächern, die zusätzlich einem gewissen Zeitgeist unterliegen.
Ich finde es sehr idealistisch, von Schule oder Lehrenden zu erwarten, dass sie Jugendlichen gegenüber Auswüchse von Trivialliteratur kritisch einordnen. Führt das nicht nur dazu, dass Leser:innen des Genres abschalten, weil sie es so empfinden, dass es ihnen madig gemacht wird? Unterricht und Unterhaltung sind völlig gegensätzliche Bereiche. Letztlich sollte das peer to peer passieren - und da stellt sich die Frage, wie Bloggerinnen oder Moderatorinnen von Leserunden sich für für die psychische Gesundheit junger Frauen engagieren, die wenige Jahre jünger sind als sie selbst.
Danke für den Link. Es ist jedoch müßig, geschützte Räume zu fordern, wenn dazu qualifizierte Pädagogen aktuell Sparmaßnahmen zum Opfer fallen. Wünschenswert waren medienpädagogische Angebote schon immer - aber wer tritt für deren Finanzierung oder der von Aktivitäten in Schulbibliotheken ein?
Falls hier weiterer Diskussionsbedarf besteht, sollen wir vielleicht zu dem Thema Dark Romance einen eigenen Thread aufmachen, um hier nicht zu lange Off-Topic zu diskutieren.
Bei den Kommentaren und Antworten, die ich hier lese, wundert mich nicht mehr, warum wissenschaftliche Erkenntnisse heutzutage kein Gewicht mehr haben. Hier, wie in der Gesellschaft allgemein, werden wissenschaftliche Erkenntnisse auf eine Ebene mit Gefühlen gestellt und als gleichwertig betrachtet. Das ist in meinen Augen sehr gefährlich, denn das eine wurde über jahrelange oder gar jahrzehntelange Evidenzsammlung etabliert und das andere hat kaum eine rationale Basis.
Auch zu behaupten, nur die Naturwissenschaften würden auf Mathematik beruhen, zeigt mir mindestens eine Unkenntnis, wenn nicht gar absichtliche disziplinbezogene Abwertung. Forschungserkenntnisse, die heutzutage mittels quantitativer Methoden gewonnen werden, beruhen auf mathematischen Berechnungen und zum Teil sehr komplexen statistischen Modellen.
Was mich hier besonders irritiert ist die Tatsache, dass eine Wissenschaftlerin hier namentlich herausgepickt und diskreditiert wird. Ich kenne diese Person (nicht persönlich, aber aus meinem beruflichen Umfeld) und weiß, dass ihre Arbeiten eine hohe Anerkennung im wissenschaftlichen Bereich genießen.
Bitte lass uns das im neuen Thread diskutieren. Ich habe Dir auch dort geantwortet.